Die Nachricht brauchte eine Weile, aber dann schlug sie ein. Am Wochenende publizierte die Financial Times Deutschland einen Artikel, in dem von Vorbereitungen einer dritten europäischen Computerspielemesse die Rede ist. Die “Interactive Software Federation of Europe” (ISFE) mit Sitz in Brüssel wäre involviert, nachdem ein nicht näher genannter Topmanager der Videospielbranche die Idee hatte. Heute verbreiteten zahlreiche Medien den Bericht. Immer beriefen sich die Kollegen dabei auf die FTD und schrieben brav, was dort steht, unter anderem Golem und Spon.
Auf die Idee, mal beim Verband ISFE anzurufen, kam offensichtlich keiner. Für das sächsische IT-Portal saxxess.com habe ich das heute Morgen getan. Und bekam bei meinem Anruf sofort ein Dementi. Jürgen Bänsch vom Verband sagte:
“Wir haben noch nie eine Videospielmesse organisiert und werden das wohl auch in zehn Jahren nicht tun. Es gibt hier nur drei Top-Manager, einer davon bin ich, und wir können uns nicht erklären, wie solch eine Meldung zustande kommt. Natürlich diskutieren wir immer wieder neue Ideen. Bislang gibt es in dieser Hinsicht aber weder Ansätze noch Planungen. Der Bericht ist reine Spekulation.”
Was nun wirklich stimmt, wird die Zeit zeigen. Auf Anfrage untermauerte FTD-Autor Arndt Ohler seinen Bericht und berief sich auf Informantenschutz. Dass es in der Branche brodelt, seitdem Köln und Leipzig zusammen in den Sandkasten gestiegen sind, ist bekannt. Fragt sich, wer am Ende die Förmchen bekommt.
Trackbacks