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Wo kommen die Quoten her?

In der WELT spielt Kolja Langnese einmal ‘Sendung mit der Maus’ und erklärt: ” Wie wird eigentlich die Quote gemessen?“.
… und man stellt fest: In Deutschland entscheiden 5640 Haushalte, ob eine Sendung gut oder schlecht ist. Nach Quotenmaßstäben. Rund 6.000 Menschen entscheiden also, ob eine Sendung auf den über 30.750.00 Fernsehgeräten der Republik (im Jahr 2006, lt. GEZ) gewünscht ist oder nicht.

Trackbacks

  1. Die Geheimnisse des Fernsehens-medienblogger
    14.07.2007, 14:12 Uhr

Kommentare

  1. Ich würd da auch gern mal gefragt werden…

    Daniel Große
    13.07.2007, 14:09 Uhr, #
  2. Bei der Quotenermittlung?
    Das würde nur zu Verunreinigungen führen, für den klassischen RTL-/ARD-Mix ;-)

    medienrauschen, Thomas Gigold
    13.07.2007, 14:15 Uhr, #
  3. Pffff.. Verunreinigungen. Durch mich. Pfff…

    Daniel Große
    13.07.2007, 15:57 Uhr, #
  4. …die Quote ist doch schon immer Schwachsinn gewesen, seit es das gibt. Im Produktbereich z. B. für Lebensmittel gibt’s was ähnliches: Hier steht irgendwo in D eine “Test-Stadt”. Da wohnen auch nur ein paar Leute (verglichen mit der Gesamtzahl der Menschen in D) und bekommen im Supermarkt die neusten Produkte zuerst vorgesetzt. Dort wird dann anhand der Verkaufszahlen entschieden, ob das Produkt auf den Gesamtmarkt kommt. Ich finde solche Methoden etwas zu wenig repräsentativ…

    Tom
    13.07.2007, 16:44 Uhr, #
  5. Die “Teststadt” heißt Haßloch und wird eigentlich nicht mehr wirklich ernst genommen.

    Repräsentativität erlangt man aber nicht durch die bloße Größe der zu messenden Gruppe, sondern durch die Auswahl seiner Mitglieder. Die Quote, die aus den 5640 Haushalten (die übrigens mehr als 6000 Menschen beinhalten) entsteht, ist schon ein ziemlich genaues Abbild der deutschen (Fernseh-)Bevölkerung – natürlich immer mit einer gewissen Schwankungsbreite, die man nur verhindern könnte, indem man *alle* Haushalte in Deutschland einbezieht. Insofern kann man der GfK also schon vertrauen, dass diese Haushalte repräsentativ für die deutsche Fernsehnation sind.

    Was die Quote allerdings angreifbar macht, ist die Nicht-Berücksichtigung der Tätigkeit beim Fernsehen. Es ist egal, ob ich auf dem Sofa eingeschlafen bin, nebenbei mich unterhalte oder bügle oder ob ich gar während der Werbepause mal schnell auf den Lokus gegangen bin. Solange die Box zählt, solange habe ich angeblich zugesehen.

    Johannes
    13.07.2007, 17:43 Uhr, #
  6. Wenn man mit viel Schweiß und Herzblut eine Produktion auf die Beine gestellt hat die dann wegen der “paar Leute” aus dem Programm gekickt wird, fängt man das Prinzip Quote besonders an zu schätzen.

    gekow
    13.07.2007, 20:46 Uhr, #
  7. Ich muss mich Johannes da mal anschließn: Für eine derartig aufwändige Paneluntersuchung ist eine Stichprobe von über 5000 Haushalten schon verdammt groß. Wenn die gut und repräsentativ ausgewählt wurden, dann ist das sehr zuverlässig. Und davon gehe ich aus – bei der GfK arbeiten immerhin gestandene Sozialforscher.

    So eine Stichprobe ist natürlich leicht kleinzureden und wenn einem die Ergebnisse nicht passen, fühlt man sich eben schnell mal unfair behandelt. Fakt ist aber, dass Statistik wissenschaftlich zuverlässig ist und dass diese Ergebnisse im Rahmen ihres Standardfehlers – den ich ob der Größe der Stichprobe für eher klein halte – stimmen.

    Carsten
    13.07.2007, 23:42 Uhr, #
  8. Meine Mutter macht da mit … als ü75 Teilnehmer. Dadurch bekommt Quote gewicht für Kultur und 3. Programme. Die Privaten werden nur im durchzappen gestreift.

    Marxty
    14.07.2007, 00:27 Uhr, #
  9. Quote? Ist die nicht tot seitdem es das Netz gibt? ;-)
    Ad Astra

    Prospero
    14.07.2007, 03:16 Uhr, #
  10. In Haßloch/Pfalz werden Verbrauchermeßdaten erhoben. Das hat mit der Reichweitenermittlung von Fernsehsendungen, also der Quote nichts zu tun.
    Die teilnehmenden Bewohner von Haßloch bekommen z.T. in Zeitschriften und den Werbeblöcken der Fernsehsender andere, neue Werbung gezeigt und es wird dann anhand ihrer “Kundenkarte” überprüft, welche Produkte sie dann kaufen.

    Die Reichweite von Fernsehsendungen wird mit einem Gerät gemessen, das über die ganze Republik verteilt in einer angeblich repräsentativen Anzahl von Haushalten steht.

    Auch wir hatten schon einmal solch ein Gerät. Das Problem: Man muss jeden Wohnungsbewohner und Gast eingeben und jedes Mal das Gerät betätigen, wenn einer den Raum mit dem Fernseher verlässt. Das wird nach kurzer Zeit lästig. Auch erfasst das Gerät natürlich nicht, ob der Fernseher nur so mitläuft, während die Familie etwas ganz anderes macht usw.

    Peter
    14.07.2007, 11:01 Uhr, #
  11. Naja… also wie ich brav in Medienforschung gelernt habe teilt sich die Fernsehforschung in quantitative und qualitative Forschung. In der quantitativen Fernsehforschung wird die Quote natürlich primär über das GFK Panel errechnet (also die knapp 6000 HH mit ihrer Spezial-Fernbedienung), aber es wird durch zahlreiche Meinungsumfragen (telefonisch, schriftlich, persönlich oder via Internet) bekräftet und unterstützt. Dies geschieht ad hoc, kontinuierlich; in Einzelstudien und Mehrthemenbefragungen. Neben dieser quantitativen gibt es zusätzlich eine qualitative Fernsehforschung, die aus Gruppendiskussionen, Einzelexplorationen, apparative Messungen (Blickverlaufsdaten, Aktivierung, Verlaufsbewertungen, Umschaltverhalten) usw. besteht.

    Insgesamt betrachtet sind diese Maßnahmen schon sehr repräsentativ, gerade weil bei den verschiedenen Messdatenseit Jahren nur geringe Abweichungen voneinander zu erkennen sind. Die GFK selbst gibt an, mit den Instrumenten ein entsprechendes Abbild im Verhältnis von 1:6.000 der Bevölkerung zu erhalten.

    Ich war vor dieser Vorlesung auch sehr skeptisch, was die Repäsentativität des Panels angeht, aber mittlerweile habe ich mich umstimmen lassen.

    Anders wäre eine Messung auch gar nicht möglich, da der Rahmen des finanziellen Aufwandes beiweitem zu hoch wäre.

    Daniel Peters
    14.07.2007, 15:00 Uhr, #
  12. und die 6000 haben ein rad ab
    gruss r.l

    roman libbertz
    16.07.2007, 12:00 Uhr, #
  13. Viel erschreckender fand ich in dem Artikel folgendes:

    Was dann passiert, beschreibt Jens Bosselmann so: „Unsere Mitarbeiter bekommen einen Begehungsplan mit einer detaillierten Laufroute, also ‚Geh 500 Meter geradeaus, dann links, dann rechts, klingele im zweiten Stock.’ Wer immer dann öffnet und ins gesuchte Schema passt, kann am GfK-Panel teilnehmen.“

    D.h. da läuft einer tagsüber durch die Gegend, und er trifft tagsüber jemand an. Aber wer ist denn tagsüber zu Hause? Wenn wir Glück haben, eine Hausfrau, seltener ein Hausmann. Aber oft auch eher Arbeitslose und ähnlich sozial benachteiligte. Da wundere ich mich dann nicht mehr darüber, was gute Quoten erzielt und was nicht.

    Ja, natürlich ist das etwas polemisch, und das “gesuchte Schema” ist leider nicht näher beschrieben. Aber insgesamt lässt mich die Methodik doch deutlich zweifeln, und ich wäre froh, wenn es eine Abkehr von der Quote gäbe.

    Dirk
    16.07.2007, 17:07 Uhr, #
  14. War dir das neu?

    Robert
    17.07.2007, 01:19 Uhr, #
  15. Man darf dabei die Einschränkung “Wer immer dann öffnet und ins gesuchte Schema passt” nicht überlesen. Die GfK Leute suchen zB einen alleinstehenden Berufstätigen zwischen 30 und 40 Jahren, aufbauend auf den im Artikel auch erwähnten Angaben des statistischen Bundesamts zur Bevölkerungszusammensetzung. Es nehmen also nicht überproportional viele Arbeitslose, hausfrauen oder andere besonders häufig zuause anzutreffende Menschen teil.

    Peter Lomann
    17.07.2007, 02:40 Uhr, #
  16. Passend dazu:
    Neue Messgeräte erkennen Werbemuffel
    Kaum etwas ist für TV-Sender wichtiger als Einschaltquoten. Doch Zuschauer, die sich Sendungen auf ihrem Computermonitor ansehen, werden hierzulande bisher nicht gemessen. Neue Technik soll das nun können – und noch viel mehr.

    medienrauschen, Thomas Gigold
    17.07.2007, 08:51 Uhr, #

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Autor Thomas Gigold

Datum 13.07.2007, 13:36

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