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Wird man es bei Spiegel Online jemals lernen?

Update: Spiegel Online hat sich inzwischen entschuldigt und einen Quellennachweis eingebaut.

Ok, mal wieder eine Einladung zum Textvergleich. Heute: Der Zauberwürfel von Ernö Rubik. Dieses verflixte Ding aus den 80er, für das ich immer zu dämlich war. Kennt ihr nicht? Macht nix, die Wikipedia hat eine Erklärung:

Es handelt sich um einen Würfel, der in Höhe, Breite und Tiefe in 3 Ebenen unterteilt ist, die sich beliebig in 90-Grad-Schritten um ihre Achse drehen lassen. Dadurch können Position und Lage der verschiedenen Steine fast beliebig geändert werden. Auf den nach außen sichtbaren Flächen der Steine sind Farben angebracht. In der Grundstellung sind die Steine so geordnet, dass alle Seiten des Würfels eine einheitliche, aber von Seite zu Seite unterschiedliche Farbe besitzen.

Ziel ist es gewöhnlich, [...] den Würfel wieder in seine Grundstellung zu bringen. Dem Laien erscheint diese Aufgabe relativ schwierig, jedoch wurden schon frühzeitig Lösungsstrategien entwickelt, deren Kenntnis “Eingeweihten” ein relativ leichtes Lösen des Würfels gestattet. (Wikipedia, in ähnlicher Form bereits seit 2004)

Spiegel Online auch:

Der Würfel ist in Höhe, Breite und Tiefe in drei Ebenen unterteilt, die sich beliebig in 90-Grad-Schritten um ihre Achse drehen lassen. Dadurch können Position und Lage der verschiedenen Steine fast beliebig geändert werden. Auf den nach außen sichtbaren Flächen sind Farbflächen angebracht. In der Grundstellung sind die Steine so geordnet, dass alle Seiten des Würfels eine einheitliche, aber von Seite zu Seite unterschiedliche Farbe besitzen.

Ausriss Spiegel Online 16.01.2006

Das Ziel ist es, den völlig verdrehten und damit kunterbunten Würfel wieder in seinen Grundzustand zu bringen. Für viele Laien ist dies eine fast unlösbare Aufgabe, doch kursieren unter versierten Spielern diverse Lösungsstrategien, die das Problem deutlich vereinfachen. (Spiegel Online, 16.01.2006)

Und bitte, es ist inzwischen völlig egal, ob es wieder ein Praktikant war.

Trackbacks

  1. Netzfischer » Blog Archive » Reporter klauen bei Wikipedia
    17.01.2006, 09:39 Uhr
  2. Ganz schön kühn… » Kopierschutz?! (Blog Archiv)
    17.01.2006, 10:22 Uhr
  3. MacTVs Blog
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    04.02.2006, 16:03 Uhr
  9. Blogger-Narzissmus:* Wir sind Rauschen., medienrauschen
    04.02.2006, 16:03 Uhr

Kommentare

  1. Wobei sich natürlich die Frage stellt: war die Wikipedia nicht genau dafür gedacht, Wissen zu verbreiten? So ungefähr las ich es bei Slashdot – der Gedanke ist es wert, weiter verfolgt zu werden.

    Torsten
    17.01.2006, 09:58 Uhr, #
  2. peinlich, peinlich! wenn spon schon zitiert, sollten sie doch zumindest ersichtlich machen, dass es sich um ein zitat handelt. also anführungsstriche und nennen der quelle.

    apropos wikipedia: http://www.tu-ilmenau.de/site/ifmk/index.php?id=628&backPID=500&tt_news=296

    bluejax
    17.01.2006, 10:09 Uhr, #
  3. @Torsten: Wissen verbreiten, Ja! Aber nicht ohne Quellenangabe!

    Mal schauen, was das für eine Reaktion von SpOn bringt. Wahrscheinlich kommen sie aber einfach so davon… :(

    der_simon
    17.01.2006, 10:13 Uhr, #
  4. SpOn hat reagiert, jetzt heißt es: “Laut Internet-Enzyklopädie “Wikipedia” ist der Würfel …”. Trotzdem bleibt wieder mal ein fader Nachgeschmack.

    Thomas Mrazek
    17.01.2006, 10:15 Uhr, #
  5. dersimon: Quellen sollte man benennen – selbstverständlich.

    Was wäre an einer mehr BSD-artigen Lizenz auszusetzen?

    Torsten
    17.01.2006, 10:20 Uhr, #
  6. Der jetzige nachgeschobene Quellennachweis ist auch albern.

    “Laut Internet-Enzyklopädie “Wikipedia” ist der Würfel in Höhe, Breite und Tiefe in drei Ebenen unterteilt”

    Das klingt, als wäre die Information fraglich. Heute morgen habe ich in den Radionachrichten etwas ähnliches gehört, als das Quorum einer Urabstimmung mit dem Zusatz “Laut Gewerkschaft XYZ” verziert wurde.

    Solche Referenzen erwecken den Eindruck, dass nicht mehr recherchiert wird, sondern die nächstbeste Quelle herangezogen wird, der man die Verantwortung aufdrückt…

    Torsten
    17.01.2006, 10:28 Uhr, #
  7. Auf Hawaii verlieren Journalisten wegen sowas ihren Job: http://www.n24.de/wirtschaft/multimedia/index.php/n2006011618052600002

    mk
    17.01.2006, 10:41 Uhr, #
  8. Hier auch für dieses Blog FYI, da vielleicht interessant (ehemals auf wikide-l gepostet):


    Es gibt ein Update:

    Eben rief mich Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur von Spiegel Online an. Er hatte die Email, die ich an meinen SpOn-Kontakt gestern geschrieben hatte erhalten und sie gehen der Sache nach.

    Im Moment haben sie den Autor noch nicht erreicht, versuchen es aber. Er sieht eine starke Ähnlichkeit der beiden Absätze. Für sie reduziert sich die Zahl der Möglichkeiten auf zwei:

    a) Es gibt eine gemeinsame Quelle
    b) Es wurde aus der Wikipedia Text ohne Quellenangabe entnommen

    Man hat jetzt vorsichtshalber einmal “Laut Internet-Enzyklopädie “Wikipedia”" in den vorletzten Absatz eingefügt, was ja so oder so richtig ist.

    Ich finde das Verhalten von Spiegel Online sehr positiv und ermutigend. “

    Mathias Schindler
    17.01.2006, 10:56 Uhr, #
  9. Mathias: Du hast ja sicher selber schon nachgesehen: Die beiden fraglichen Absätze sind in der WP im Laufe der letzten 2 1/2 “natürlich gewachsen”. Eine “gemeinsame Quelle” scheidet daher wohl aus.

    Und bitte, der Würfel hat tatsächlich – und nicht nur “laut Wikipedia” – drei Ebenen. Das habe ich pflichtbewußt und höchstselbst überprüft. Die Formulierung ist also auch, nun, …

    Jörg-Olaf Schäfers
    17.01.2006, 11:49 Uhr, #
  10. Kudos an Spiegel.de:

    “Gestern Nacht hat SPIEGEL ONLINE eine Passage im Artikel über den Rubik-Weltrekord veröffentlicht, deren Quelle “Wikipedia” nicht angegeben war. Aus Kreisen “Wikipedias” wurde die Redaktion per E-Mail auf das Versäumnis hingewiesen. Wir überprüften den Vorfall: “Wikipedia” hatte Recht. Daraufhin haben wir den Quellenhinweis am Morgen nachträglich eingefügt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.”

    Mathias Schindler
    17.01.2006, 12:17 Uhr, #
  11. Jörg-Olaf: Du hast einen Zauberwürfel? Ich bin jung und hatte Rubiks Magic :-)

    Mathias: Die Anführungszeichen zeigen, wie schwer das Phänomen “Wikipedia” zu fassen ist…

    Torsten
    17.01.2006, 13:33 Uhr, #
  12. Tja, bei dieser Schlamperei hat SpOn wohl noch schnell reagiert, aber wenn stimmt, was die Grüne Jugend so bloggt, dann wird Herr Blumencron heut noch richtig Ärger bekommen: Anscheinend hat SpOn aus Versehen einen BND-Beamten enttarnt…
    http://blog.gruene-jugend.de/

    Gerad per technorati-suche gefunden.

    Benjaminus
    17.01.2006, 15:36 Uhr, #
  13. Um gerade noch einen Knoten auzulösen: Mathias Posting Wieder mal Leute gesucht, die Screenshots machen” auf der Mailingliste Wikide-l habe ich erst heute Morgen entdeckt, bzw. als der SpOn-Geschichte zugehörig identifiziert. Sonst hätte ich es natürlich verlinkt.

    Jörg-Olaf Schäfers
    17.01.2006, 16:12 Uhr, #
  14. Gibt es eigentlich auch Informationen über Texte/Abschnitte, die in die Wikipedia 1:1 übernommen wurden, ohne die Quelle anzugeben?

    Nur mal so nachgefragt …

    Konrad
    17.01.2006, 17:45 Uhr, #
  15. Und wieder ein Beweis, dass nur DRM uns alle schützen kann.

    ChrisNUX
    17.01.2006, 18:20 Uhr, #
  16. Konrad: Hier zum Beispiel.

    Jörg-Olaf Schäfers
    17.01.2006, 20:42 Uhr, #
  17. Für mich ist das Blog-Spießertum: Spiegel-Online vorzuwerfen, dass sie ein paar Fakten über in einem FREIEN Lexikon nachgeschlagen haben.

    ABER HALLO, was meinen die Herren Vorkämpfer für freien Informationsfluss denn, wie unsere Zeitungen und Zeitschriften aussehen würden, wenn zu jedem Faktum, das der Journalist irgendwo nachgeschlagen hat eine Quellenangabe stünde?

    Schreibe ich demnächst beim http://www.Kuechenruf.de: “Nach Angaben von Dr. Oetker brauchen Kartoffeln ca. 15 Minuten, bis sie gar sind”?

    Das ist doch gaga! Macht Euch doch bitte klar, dass Wikipedia-Autoren eifrig Spiegel-Leser sind und die Rubik-Infos am Ende möglicherweise im Spiegel zuerst standen (na ja, das wird jetzt in diesem Fall nicht so gewesen sein, aber im Prinzip lebt auch wikipedia von der Vorarbeit der “unfreien” Medien.

    Wikiquote beruht ja allein auf diesem Prinzip “Bei klassischen Medien geklaut – im Internet verschenkt”. Sehr zu recht läuft das Ding ja auch nicht.

    Grauslig, die ganze Diskussion. Richtiges Blockspießertum. Eine Polemik dazu hier: http://www.blog.de/index.php/turi-2/2006/01/18/spieser2~481832

    Peter Turi
    18.01.2006, 12:20 Uhr, #
  18. Turi: Sie haben nicht nachgeschlagen, sondern 2 Absätze fast wörtlich abgeschrieben. Aus einer Freien Enzyklopädie, die ein paar bescheidene Bedingungen für die Nutzung ihrer Inhalte hat.

    Scheint mir aber nicht das einzige Missverständnis zu sein, das bei dir vorliegt.

    Jörg-Olaf Schäfers
    18.01.2006, 14:53 Uhr, #
  19. @Turi: Komisch nur, dass darüber keiner schreit. Vielleicht weil Wiki-Autoren auch nur Menschen sind und Spiegel-Autoren nicht?

    Konrad
    18.01.2006, 18:14 Uhr, #
  20. @konrad: Ich hab nen Artikel darüber für die Medienseite der Leipziger Volkszeitung geschrieben. Nur drucken müssten sie ihn langsam mal…

    Daniel Große
    19.01.2006, 08:31 Uhr, #
  21. Also das kommt mir hier manchmal so vor, als wären hier nur frustrierte Journalisten und solche, die es gerne sein wollten unterwegs…
    Immer auf der Suche nach den Fehlern von anderen…
    Ist seid ja manchmal noch heiliger als der Papst…
    Ja, ja das heilige Urheberrecht…Nicht das mich hier jemand falsch versteht…aber jede Formulierung hier mit Online Enzyklpädien zu vergleichen und dann den Riesenscoop draus machen, wenn vier Wörter übereinstimmen? Also wirklich, habt ihr nix anderes zu tun?

    Grüße aus Colonia
    Harry Hirsch

    Harry Hirsch
    25.01.2006, 16:49 Uhr, #
  22. Doch, Kommentare zu löschen von Leuten, die nicht lesen und verstehen können, beispielsweise. Passiert aber nur ganz selten. Meist bitten wir sie, nochmal von vorn zu lesen und den Links zu folgen, um den kompletten Sachverhalt zu verstehen…

    Daniel Große
    25.01.2006, 20:09 Uhr, #
  23. hallo ihr ich finde eure musik geil eure laura

    laura
    02.02.2006, 13:32 Uhr, #
  24. hi eurer martin

    martin
    02.02.2006, 13:34 Uhr, #
  25. ich finde euch total scheiße ihr arschlöcher

    kelly
    02.02.2006, 13:36 Uhr, #
  26. @Kelly: bist du es?

    @Martin: Hallo Martin! Schön dich zu lesen.

    @Herrn Hirsch: Ach, Harry, von Urheberrecht schrieb ich doch gar nichts. Ob man es mit einer reinen Beschreibung der Funktion über die Schöpfungshürde schafft, wage ich auch ein klein wenig zu bezweifeln. Unsportlich bleibt es trotzdem.

    Jörg-Olaf Schäfers
    04.02.2006, 15:22 Uhr, #
  27. mein gott, es gibt doch wirklich schlimmeres. jeder schüler kopiert jeden tag von wikipedia, dafür ist es da. dort schreiben doch normale leute rein “was sie wissen” damit andere davon nutzenhaben. die bekommen da kein geld für, vielleicht doch ich weiss es nicht, aber das ändert auch nichts an der tatsache. jeder kennt diesen würfel und wenn dort vernünftig erklärt ist was er ist warum soll ich es dann nicht kopieren. wenn ihr euren freunden was erzählt was ihr von nem anderen gehört habt regt sich auch niemand auf das ihr nicht sagt wo ihr es herhabt…

    funghi
    16.02.2006, 22:15 Uhr, #

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Autor Jörg-Olaf Schäfers

Datum 17.01.2006, 03:10

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