Update 06.05.: Brockhaus hat inzwischen den inkriminierten Ratzinger-Artikel von seiner Webseite entfernt.
Wenn ein Wikipedianer von einer “URV” spricht, meint er eine Urheberrechtsverletzung. Also einen Verstoß gegen das Urheberrecht.
Ein solcher liegt beispielsweise vor, wenn jemand unerlaubterweise Bilder oder Texte in die Wikipedia einstellt, die nicht einer freien Lizenz unterliegen. Oder natürlich auch vice versa, wenn sich jemand aus der Wikipedia bedient, ohne auf seine Quelle hinzuweisen.
“URVs” und “URV-Diskussionen” gehören – wie sollte es bei einem Projekt, das die freie Einstellung von Inhalten für jedermann erlaubt, auch anders sein – zum Alltag in der Wikipedia. Meist diskutiert man sachlich, hin und wieder auch etwas hitziger.
Zur Zeit erregt sich die Wikipedia-Gemeinde allerdings über einen besonders pikanten Fall. Ausgerechnet der kommerzielle “Mitbewerber” Brockhaus soll sich bei der Wikipedia bedient haben. Und das, wo Klaus Holoch, Pressesprecher der Brockhaus-Enzyklopädie, mit der Verlässlichkeit der Wikipedia sonst doch das ein oder andere Problem hat …
Details bei IT&W und PC-Welt – oder hier ein schneller Textvergleich der beiden Einträge via Copyscape.
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Kommentare
steht in dieser Mail nicht etwas davon, dass man dieses Thema vorerst nicht an die grosse Glocke hängen sollte? naja, wie dem auch sei. ich hoffe, wir erfahren bald, was da wirklich sache ist, bevor sich brockhaus noch einer ungerechtfertigten rufmordkampagne ausgesetzt sieht.
08.05.2005, 10:16 Uhr, #
Martin: Ja, daher habe ich die Geschichte auch nicht gleich am Dienstag ins Blog gezerrt (Ich hatte schlicht keine Zeit, es mir mit der nötigen Sorgfalt anzusehen). Sondern erst, als die Sachlage am Donnerstag etwas eindeutiger war und ich per Mail “die Freigabe” hatte.
Spätestens mit der Veröffentlichung bei PC-Welt und IT&W war die Sache aber ohnehin “öffentlich”. Daher ist obiges auch kein wirklich eigenständiger Beitrag, sondern eher ein Teaser für IT&W mit einer kleinen Erläuterung.
Inzwischen – siehe Update und IT&W – hat Brockhaus reagiert. Ich denke, man kann auch durchaus von einem Schuldeingestaendnis sprechen.
09.05.2005, 00:56 Uhr, #
Aus meiner Sicht waren noch viele Fragen offen, da bisher ausser “Didn’t do it” vom Autor keine weiteren Aussagen überliefert sind. Gerade bei der Entstehung sind noch viele Punkte problematisch und nicht völlig geklärt.
Heute morgen habe ich per mail die Antwort erhalten, man betrachte die Angelegenheit bei Brockhaus als abgeschlossen, da ja nun der Text nicht mehr verwendet werde.
09.05.2005, 11:56 Uhr, #
Sicher sind noch viele Fragen offen. Aber imo keine, wegen denen man es noch hätte zurückhalten müssen.
Was ja ohnehin keine Option mehr war, da deine Mail ja a) über die öffentliche Wikipedia-Liste ging und es b) schon bei PC-Welt und IT&W (Links diesmal zu den Reichweiten) stand.
Nicht zuletzt dürfte die Veröffentlichung dort auch die Entscheidungsfindung bei Brockhaus beschleunigt haben. Nicht ganz unbeabsichtigt, nehme ich mal an.
09.05.2005, 12:16 Uhr, #
Sicher sind noch viele Fragen offen. Aber imo keine, wegen denen man es noch hätte zurückhalten müssen.
Hmmm, stimmt schon. Als PC-Welt erschienen war, gab es eh keinen vernünftigen Grund mehr und Texte im Netz sind ja updatefähig….
10.05.2005, 09:31 Uhr, #