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Wikipedia mit Werbeeinblendungen?

Eigentlich hatte ich schon länger damit gerechnet. Oder eher befürchtet, dass die Bereitschaft für die Wikipedia zu spenden irgendwann nachlassen wird, bzw. die steigenden Ausgaben für Traffic & die Pflege und Erweiterung der Infrastruktur nicht mehr allein durch Spenden aufgebracht werden können.

It expects to record around 2.5 billion page impressions this month and traffic volumes are doubling every four months. (Quelle: Times Online, 30.12.2005)

Nach 2 von 3 Wochen der laufenden Fundraisingkampagne ist man nun bei gerade einmal 190.000 Dollar. Nicht schlecht, sicher. Ob man aber das ehrgeizige Ziel, bis zum 6. Januar 500.000 Dollar an Spenden einzuwerben, erreichen wird, darf wohl schon jetzt bezweifelt werden.

Im Jahr 2003 wurden 15.000 Dollar ausgegeben, im folgenden Jahr betrug das Budget 125.000 US-Dollar und stieg im Jahr 2005 auf 700.000 Dollar. Im kommenden Jahr soll die Millionengrenze überschritten werden, um den steigenden Ansturm auf das freie Enzyklopädieprojekt zu bewältigen. (Quelle: Heise Online, 16.12.2005)

In einem Interview mit Times Online hat Jimmy Wales nun erstmals (korrigiert mich bitte) laut über eine Finanzierung durch Werbung nachgedacht:

And while the site does not carry any advertising, Wales admits it might. “There is a great deal of resistance to the idea, both from the community and from me. But at some point questions are going to be raised over the amount of money we are turning down,” he says.

Trackbacks

  1. yamb - mein notizblog » Wahnsinn: Blogger retten Wikipedia
    02.01.2006, 14:13 Uhr
  2. FNP-Weblog
    02.01.2006, 17:23 Uhr
  3. Blog Age
    03.01.2006, 19:35 Uhr
  4. plastic bread bag
    02.04.2007, 03:55 Uhr

Kommentare

  1. Wales hat dazu auf seiner User Page etwas genauer Stellung bezogen:

    Please read the story, not the headline. :-) I said to this reporter the same thing I have been saying to everyone for years. Nothing has changed.
    [...]
    If you know why the press likes to run inflammatory headlines every few days, well, please let me know. I find it all a bit baffling to be honest. A statement from me “I am personally opposed to having ads in Wikipedia” somehow becomes “Wikipedia chief considers taking ads”.

    Uli
    01.01.2006, 16:38 Uhr, #
  2. bedankt.

    Jörg-Olaf Schäfers
    01.01.2006, 16:48 Uhr, #
  3. Ich frage mich bis wann es sich die Wikipedia Foundationleisten kann diese Ansicht zu tragen.
    Letztlich hätte ich als Nutzer eigentlich nichts gegen Text-Anzeigen auf der Wikipedia; wenn die Einnahmen zu 100 Prozent der Wikipedia zukommen ist das ein guter Deal; die Wikipedia wird steigende Nutzerzahlen bekommen und der (alte) Kern der Nutzer die jedesmal spenden wird die Kosten durch Spenden nicht lange mehr tragen können; das zeichnet sich schon diesmal ab. Und neue (Gelegenheits-)Nutzer werden zwar Traffic verursachen aber nicht zum spenden bereit sein. Auch Nutzer die über Suchmaschinen kommen werden nichts spenden; aber denen wird man Anzeigen präsentieren können über die sie nicht böse sein werden …

    medienrauschen, Thomas Gigold
    01.01.2006, 16:51 Uhr, #
  4. Jimbo denkt schon seit Anbeginn aller Tage über Werbung nach. Das Problem ist, dass momentan alles was irgendjemand – gerade natürlich in einer exponierten Stellung – über die Wikipedia sagt, sofort von der Journaille (nunja, und der traditionellen Presse ebenfalls) aufgegriffen und als Fakten hingestellt wird.

    Das ist uns seit dem Seigenthaler-Fall extremst aufgefallen, weswegen es jetzt auch Presse-FAQs für aktuelle Themen gibt (http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Presse) und vermutlich demnächst auch eine themenübergreifende “the good, the bad, the ugly”-Bewertung von unserer Seite.

    Thomas: Es gibt viele Nutzer, die gegen Werbung opponieren. Es gibt aber noch viel mehr Autoren, die sich damit überhaupt nicht anfreunden können. Und Werbung einzuführen, solange es nicht zwingend notwendig ist und damit eine Vielzahl von Autoren zu verprellen scheint mir keine gute Idee zu sein.

    Es gibt aber auch eine Vielzahl von Variationen. So könnte ich mich z.B. sehr gut mit opt-in-Google-Ads anfreunden. Sprich: Wer nichts gegen Werbung hat, kann diese in seinen Einstellungen einschalten. Selbst das sollte IMHO einen nicht allzu kleinen Betrag zusammenbringen.

    Tim 'avatar' Bartel
    01.01.2006, 17:14 Uhr, #
  5. Bei Assoziations-Blaster von drx und Alvar gibt es Quasi-Opt-Out-Google-Ads.

    Besucher, die über Suchmaschinen auf die Seite kommen, sehen die Google-Einblendungen, registrierte Autoren, die sich ohnehin schon für das Projekt engagieren – und im Fall der Wikipedia auch spenden – nicht.

    Jörg-Olaf Schäfers
    01.01.2006, 18:15 Uhr, #
  6. Ja, opt-out-google-ads wären dann die nächste Stufe, die angesprochen wurde, wenn Werbung eingeführt werden müsste und opt-in-Werbung nicht genug abwirft.

    Aber wie gesagt – noch sehe ich keine Notwendigkeit dafür, solange nicht alle alternativen Finanzierungsmöglichkeiten abgeklappert wurden.

    Tim 'avatar' Bartel
    01.01.2006, 23:09 Uhr, #
  7. Mir gefällt die Idee mit der Option, ob man Werbung haben möchte oder nicht. Es wird wohl genug Leute nicht stören, sodass die Finanzierung weiterhin möglich sein wird. Die Gedanken, die Jimbo im Talk geäußert hat, finde ich auch richtig: Wir Breitbanduser, denen so ne Google-Werbung so ziemlich nichts an Energie kostet, sollte sowas ein “hinnehmen”, zumal das Geld dazu genutzt wird, um das Projekt am Leben zu erhalt oder gar zu fördern . das ist, wie ich finde, ein fairer Tausch. Und darüber werden User, die weniger privilegiert sind, auch sehr dankbar sein, auch wenn sich da Jimbo zuerst noch recht pathetisch anhört, wenn er von afrikanischen Kindern spricht.

    Und wenn Autoren wegen Werbung fliehen, die dazu gebraucht wird, um letztendlich IHRE Plattform am Leben zu erhalten, haben sie die Wikipedia-Idee nicht verstanden.

    Khesrau
    04.01.2006, 00:03 Uhr, #
  8. Ich finde es zwar nicht schön, aber wohl notwendig das Wikipedia bald mit Werbung bestückt wird. Da würde ich aber wenn schon wie hier auch schon erwähnt erstmal nur Google Ads für die Leute aus den Suchmaschienen Schalten und die nur sehr dezent. Ich denk das müsste fürs erste reichen. Ansonsten braucht man halt vielleicht große Internetpartner wie Google. Es sollte aber auf jedenfall darauf geachtet werden das die Qualität nicht leidet, und darin sehe ich die große Gefahr!

    Flo
    08.01.2006, 12:59 Uhr, #
  9. [Werbung für alle Nicht-Eingeloggten Nutzer anzeigen wäre sicherlich eine gute Idee. Die wirklichen Nutzer werden dann dadurch nicht gestört und es kommt sicherlich haufenweise Geld in die Kasse. Ich habe zwar keine Ahnung wie viel das werden könnte, aber die Server ließen sich damit sicherlich locker bezahlen.
    Vor allem könnte die Qualität damit auch enorm steigen: Wenn erstmal genügend Geld vorhanden ist, dann kann man z.B. Experten einstellen, die Artikel schreiben und überprüfen. Oder man kann z.B. einige Lizenzen für wichtige Dinge (Originalfotos, Tondokumente, Originalvideos etc.) kaufen (bzw. momentan noch geschützte Sachen dann unter eine freie Lizenz stellen) oder Programmierer für die stellenweise doch etwas merkwürdige MediaWiki Software einstellen. Wikipedia kann sich dadurch eigentlich nur verbessern und daher bin ich eindeutig für Textanzeigen.

    Peter
    09.01.2006, 01:25 Uhr, #

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Autor Jörg-Olaf Schäfers

Datum 01.01.2006, 15:06

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