Seit vier Jahren ist das kleine Medienmagazin “Was mit Medien” auf Sendung im Radio und Internet. In dem Multimedia-Format berichten Daniel Fiene und der ohne Vornamen ausgestattete “Herr Pähler” mit guten Geschichten, Tiefe und dem gewissen Schalk über Deutschlands Medienszene.
Im Februar 2007 dockte das Magazin beim neuen Online-Auftritt von Welt Online an und wird nun von den Berlinern vor die virtuelle Tür gesetzt. Jetzt sucht das “Was mit Medien”-Team nach einem neuen starken Partner, derdas Format fördert und fordert.
Im Gespräch mit Medienrauschen blickt Daniel Fiene auf die Entstehung von “Was mit Medien” zurück und denkt laut über die Zukunft des Magazin nach.

Herr Pähler (r.) und Daniel Fiene (l.) machen “Was mit Medien” seit vier Jahren. Wie seid Ihr damals auf die Idee gekommen? Was war der Auslöser?
Wir saßen damals in einer Runde bei Radio Q, dem Campusradio für Münster und Steinfurt, und haben uns überlegt auch eine thematische Abendsendung zu machen. Wir suchten ein Thema. Uns fiel auf, dass viele der ehrenamtlichen Radiomacher Kommunikationswissenschaft studieren und mal was mit Medien machen wollen. Hierfür hatten wir thematisch nichts im Programm. Und so war die Idee der Sendung geboren. Irgendwo in der Mensa. Das Konzept haben wir dann in einem fünfsterneplus Hotel in Berlin ausgedacht.
Ihr habt die Sendung von Anfang an als eigenständiges Team produziert und 2005 dann das Internet als damals zusätzlichen Verbreitungsweg entdeckt. Von da an ging es mit “Was mit Medien” erst richtig los, oder?
Dann ging es richtig ab. Es gab echtes Feedback. Und Hörerzahlen die wir messen konnten. Andere Webseiten haben uns verlinkt und das war ganz schön aufregend. Wir haben gemerkt, dass unsere Themen nicht nur die Studis aus Münster interessiert sondern auch die an anderen Städten. Und dann kamen noch Medienmacher hinzu und Leute die das auch so spannend finden was mit Medien zu tun hat.
Seit 2007 war “Was mit Medien” bei der WELT zu Hause. Nun trennt sich die WELT von ihren Blogs und externen Videos – auch von Euch. Rückblickend trotzdem die richtige Entscheidung zur WELT zu gehen?
Absolut! Das waren immerhin 1 1/2 Jahre. Ganz schön viel für’s Internet. Wir haben ja ständig uns weiter entwickelt. Der Videopodcast war eine Herausforderung. Welt die nächste. Zu sehen, wie es ist ein Medienmagazin in einem großen Haus zu machen, war auch spannend. Das hat uns gut getan.
Jetzt gibt es halt eine neue Herausforderung.
Nun sucht Ihr eine neue Heimseite. Weshalb? Was sind die Vorteile bei einer Seite wie WELT anzudocken? Ist “Was mit Medien” nicht stark genug als eigene Marke?
Na, wir könnten es uns jetzt einfach machen und einfach alleine weiter podcasten. Aber ich glaube, das ist uns zu langweilig. Das hat zwei Aspekte. Einmal sind wir ja ein Team von sechs Leuten, die jede Woche an dem Podcast arbeiten. Teamwork ist wichtig um jede Woche eine schöne Episode veröffentlichen zu können. Und genauso ist ein Partner für’s Web wichtig. Im Team ist man halt stärker. Der andere Aspekt ist: Jede Episode hat schon einen Aufwand von vielen Stunden Arbeit. Das können wir nicht jede Woche als Hobby nebenbei machen.
Es geht also um moralische und verständlicherweise auch um finanzielle Unterstützung. Wie sollte das neue Heim denn aussehen? Was wäre der ideale Partner für “Was mit Medien”?
as haben wir uns auch schon gefragt. Herr Pähler hätte da sicherlich ein paar Sonderwünsche, aber im Grunde sind wir sehr flexibel. Vielleicht hat jemand eine schöne Idee, die wir mit der “Was mit Medien”-Idee kombinieren kann. Wir wollen ja auch ein wenig rumexperimentieren. Die Basis sollte halt stimmen: Wir wollen unsere Hörer, Leser oder Zuschauer über die Medienwelt informieren. Die Form ist uns egal. Deswegen kann ich nicht sagen, dass unser Traumzuhause eine Verlagsprodukt sein sollte, was sein Angebot jetzt multimedial aufpimpen möchte. Das geht, aber theoretisch sind auch ganz andere Dinge möglich.
Wenn Tita von Hardenberg vor dem Ende ihrer Talkshow noch eine Schwangerschaftsvertretung kurzfristig braucht: Herr Pähler und ich würden das wohl machen – wenn wir mindestens ein Medienthema unterbringen könnten
Oder wir machen einen bunten PDF-Newsletter, den wir dann an 80.000 Leute verschicken. Das wäre doch auch schick.
Bitte nicht, an der Idee sind schon andere gute Medienmagazin-Ideen verstorben … Welches TV-Format würdet ihr denn sonst noch kapern wollen? “Exklusiv, Das (Medien-)Magazin” mit Daniel Fiene und – wie war der Vorname von Herrn Pähler gleich noch einmal?
RTL hat ja schon ein Moderationspärchen, das für medienkritische Kommentare zuständig ist. Dirk Bach und Sonja Zietlow. Auch wenn Herr Pähler schon auf Ü27-Parties gehen darf, könnten wir es ja auch mal bei einem Öffentlich-Rechtlichen-Sender probieren. Die machen doch immer Sommersendungen am späten Abend um ihr Programm zu verjüngen. Ich glaube, das könnten wir.
Dann drücken wir die Daumen für Euere Suche und hoffen, dass wir uns im Herbst wieder sehen – egal ob im Web oder beim WDR … Bis dahin: Auf welche jährlich wiederkehrende Sommerloch-Geschichte freut man sich eigentlich am meisten als Medienmensch?
Wir haben das Sommerloch ja bisher gesucht aber noch nicht gefunden. In diesem Jahr beschäftigen uns eine Reihe von Sparmaßnahmen, die vor allem durch David Montgomerys Investitionen ausgehen. Im nächsten Jahr wird das Sommerloch wohl auch fernbleiben: Dann gibt es Bundestagswahlkampf. Da werden Journalisten auch das eine oder andere Fettnäpfchen mitnehmen. Da werden wir dann drüber berichten. Egal in welcher Form es uns dann gibt.
Wir sind gespannt. Danke für das Interview und Alles Gute!
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