Ja, ich habe mich über diesen SPIEGEL-Artikel schon gewundert, als er am 28. November veröffentlicht wurde. Da wird ausgiebig über die LED-Leuchten in Audi-Modellen geschrieben.
Nein, nun wundere ich mich nicht mehr, wenn in dieser Audi-Pressemitteilung vom 02. Dezember ausführlich über die LED-Leuchten der eigenen Modelle geschrieben wird.
Wer da wen befruchtet hat? Ich weiß leider nicht wann die Pressemitteilung im Audi-Pressebereich erschien, Zutritt zu diesem gibt es nämlich nur gegen Registrierung. Aber man könnte Audi-Designer André Georgi mal fragen, wem er den Satz mit den freundlichen Licht-Bären nun ins Mikro geflüstert hat: Den eigenen PR-Leuten, oder Autoexperte Jürgen Pander vom büro 504?
Aber man gewöhnt sich dran: In Auto-Deutschland ist Auto-Journalismus längst nicht so unabhängig wie es scheint. Und Pressemitteilungen können nicht nur Weblogs etwas umschreiben und als exklusiven Inhalt publizieren.
Das klappt auch im Journalismus.
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Kommentare
Unabhängig davon, ich mag die Leuchten. ;)
03.12.2008, 06:33 Uhr, #
Ich mag das Licht-Design von Audi auch. Aber das tut ja nix zur Sache ;)
03.12.2008, 07:41 Uhr, #
Wenn man heise/golem liest, ist man das gewohnt, das dpa/reuters-News copycatmäßig verwendet werden und manche ProduktInfo wohl einer geschickten PR-Abteilung entstammt, hingegen billig(
03.12.2008, 15:27 Uhr, #
Die Kommentare oben zeigen das eigentliche Problem: Die Medien verlieren an Relevanz. Und das ist hausgemacht. Wer seit Jahren gerade im Bereich Motor nur noch als Vermarktungsinstrument der Industrie fungiert, verliert auf Dauer seine Glaubwürdigkeit. PR und Redaktion arbeiten Hand in Hand und die Verleger wundern sich über sinkende Auflagen. Wer will heute noch einen Bericht pber ein neues Auto lesen, wenn er die gleiche Soße im Prospekt beim Händler abholen kann.
Schönes Beispiel:
Mercedes-Benz wird bald die neue E-Klasse launchen. Nicht ganz zufällig wird in sueddeutsche.de ein Bericht über den Mercedes-Benz 220 als Vorläufer der E-Klasse veröffentlicht. Natürlich immer im Hintergrund, die neue E-Klasse. Gut zwei Wochen später der leicht veränderte Beitrag auf spiegel.de. Beide Beiträge wurden von pressinform geschrieben und an die Redaktionen verkauft. Ich wette, die gleiche Geschichte wird in einigen Tagen dann be focus.de und ftd.de und so weiter munter verbreitet. Bis der letzte Depp nun endlich kapiert hat, dass der 220 der Vorfahr der nun bald neu erscheinden E-Klasse ist.
Mit journalistischer Artbeit hat das nix zu tun. Und mit medialer Vielfallt in Deutschland schon gar nichts. Es ist eben billiger, die Inhalte bei einerm Büro wie pressinform oder Pander zu kaufen.
03.12.2008, 18:08 Uhr, #
An der Stelle, wo im Spiegel von der unglaublichen CO2-Einsparung von ein paar Gramm je Kilometer geschrieben wurde, kam es mir dann auch endgültig merkwürdig vor.
Meine Mail, warum man nicht die prozentuale Einsparung z.B. bei einem Q7 angibt wurde leider nicht beantworet. Dann werden aus 4g/km nämlich “dicke” 1,2%.
Aussehen tuts trotzdem gut.
03.12.2008, 18:09 Uhr, #
Siga: Sowohl Heise, als auch Golem kennzeichnen Agentur-Artikel sehr deutlich. Wohlgemerkt sind es Nachrichtenagenturen, nicht Werbeagenturen.
Golem verwendet tatsächlich sehr viele Pressemitteilungen, macht dies dann aber ebenfalls deutlich, recherchiert und kommentiert aber auch oft weiter.
03.12.2008, 18:49 Uhr, #
Torsten: Ich bin als Leser Kunde und unzufrieden.
dpa/reuters leiten auch Gelaber von der Pressekonferenz weiter. Ob man dann bei PR-Agenturen Texte zieht oder von dpa ist für mich irrelevant denn das Ergebnis ist ähnlich.
Ergänzungen, Klarstellungen,… finde ich selten. Manches sind EigenArtikel (heise/ct oder golem Spieletests) aber vieles halt nur durchgereicht und angesichts der Wichtigkeit nicht kommentiert, ergänzt, klargestellt, belegt, wiederlegt,… .
Man kann/soll ruhig dabei Texte/Fragmente wiederbenutzen und weiterentwickeln.
So wie es momentan ist, sind die Onlineportale aber nur Handlanger/Pressesprecher der Industrie/Politiker zum Nachteil der Leser und Menschheit.
Wortvogel hat neulich etwas zu YellowPress früher/heute geschrieben. Ähnlich fragwürdig verhalten sich online-Newsportale. Die kleinen sind froh, englische Meldungen übersetzt bekommen zu haben. Die Großen haben es nicht nötig, Redaktionelle Arbeit zu betreiben und Kritik wird nur geübt, wenn eh schon alle draufhauen. Obamas Hund und Britneys Album/Geburtstag kriegt mehr News als die Verantwortlichen der Landesbankmilliarden zu benennen und z.B. die Aufsichts-Gehälter zurückzufordern. Aber dann wird man wohl abgeholt.
Dann sollte man sich wenigstens nicht über die gleichen pressemäßigen Zustände in Russland/China beschweren.
Wer nur Agentur/PR-Meldungen nachplappert ist so viel Wert wie die kostenlose Werbung im Briefkasten. Das man dann quasi keine Kohle krallt, hat man dann auch verdient, denn man hat auch quasi nichts geleistet.
Worte wie “Praktikanten” in den Foren zu Meldungen zeigen (wenn man Trolle/Prolle ausfiltert) die Unzufriedenheit der Leser.
03.12.2008, 22:59 Uhr, #
Nachtrag: Ich dachte, die Kommentare würden verkürzt dargestellt. Anscheinend ist mein erstes Posting aber abgebrochen und der Rest meines Textes fehlt, was ich beim Schreiben des zweiten Postings noch nicht realisiert hatte.
03.12.2008, 23:15 Uhr, #
Siga, nein hier wird nicht gekürzt. Evt. gab es ein HTML-Problem bei Deinem ersten Kommentar …
04.12.2008, 07:49 Uhr, #
Ha! Was habt Ihr denn erwartet? Das Ihr etwas geschenkt bekommt? Informationenen zusammen tragen kostet Geld. Unabhängige gute Texte kosten Geld. Das kann sich kein Online-Magazin leisten, nicht mal der Spiegel. Ohne die (PR)Arbeit der Industrie läuft da nichts.
04.12.2008, 17:19 Uhr, #
Kenner: Wenn ich mir die Banner und Anzeigen in Spiegel-Online ansehe, dann kann ich beim besten Willen nicht glauben, dass die kein Geld haben. Zudem bekomme ich gar nix geschenkt, jedes Banner, jede Anzeige und auch die PR bezahle ich höchst persönlich. Und zwar dann, wenn ich das Produkt kaufe, für das geworben wird. Free-TV und free-internet gibt es nicht. Zumal ich ja schließlich jeden Monat Telefon-Flat und Strom bezahlen muß. Ach ja, den Rechner schenkt mir auch keiner. Viel wichtiger ist aber die Frage: Für welche Inhalte will ich überhaupt bezahlen. Für Pseudo-Journalismus bestimmt nicht. Gute Inhalte – gutes Geld. Ganz einfach.
Und wie ich oben schon bemerkt habe, wenn die großen vier oder fünf Online-Publikationen immer zeitversetzt den gleichen Inhalt publizieren, weshalb soll ich dann einen davon bezahlen?
Würde zum Beispiel SPON exzellente Artikel veröffentlichen, ich wäre dabei.
Aber payed Content ist ja schon gestorben. Wäre ich Verleger, ich hätte schon längst einen eigenen Internet-Zugang im Angebot. Provider und Verleger zugleich. Wer über meinen Zugang surft, ist auch Premium-Kunde meines Magazins. Wer von anderen Providern kommt, zahlt für die guten Sachen extra.
04.12.2008, 19:43 Uhr, #