Früher waren es Blog-Hoster, die wie Pilze aus dem Boden schossen. Bloggen galt als nächstes großes Ding, und so kam jeder, der etwas auf sich hielt, mit seinem eigenen Blog-Portal. Schließlich müsste man mit großen Dingen auch Geld verdienen können. Irgendwie. Mit Werbung.
Das ging leider schief. Und so schnell wie die Pilze gewachsen waren, so schnell gingen sie auch wieder ein.
Heute sind es nicht Blogs. In Zeiten von twitter, Facebook Messages und StudiVz Buschfunk kommt es auf kurze Links an. 140 Zeichen sind die Welt nicht, und so spart man Zeichen durch Services wie tinyurl.com, twiturl.de oder bit.ly. Und wie damals Blog-Hoster schießen heute URL-Kurzmach-Services aus dem virtuellen Waldboten. Jeder, der etwas auf sich hält, kommt mit einem eigenen URL-Shortener. Schließlich müsste man mit solchen Dingen auch Geld verdienen können. Irgendwie. Mit Werbung.
Dumm nur, dass das irgendwie nicht klappen will. Und so fand weder arm.in einen Käufer, noch tr.im. Doch im Gegensatz zu arm.in, das weiterhin ein mit Werbung gepflastertes Framemonster bleibt, gibt tr.im auf und stellt seinen Service ein.
tr.im wird zum Ende des Jahres seinen Service einstellen. Das gab der URL-Kürzer heute Nacht bekannt. Und zerstört damit einige hundertausend, wenn nicht gar Millionen Links auf twitter, in Facebook, StudiVz und vielleicht sogar einigen Blogs.
Sterbende Blog-Hoster und URL-Services zeigen, dass im Netz nichts ewig währt. Weder Inhalte, noch Links, noch Geschäftsideen. Inhalte sind vergänglich, auch wenn es die eigenen sind.
Und URLs sind nicht das einzige was nicht ewig währt. So ist es bei twitter schon seit geraumer Zeit nicht mehr möglich durch alle Tweets zu blättern. Da fällt also womöglich irgendwann gar nicht einmal mehr auf, dass da ein URL-Shortner nicht mehr funktioniert.
Links halten das Netz zusammen. Steigt nun ein Glied in der Infrastruktur-Kette aus, ist das, als würde man uns eine Seite aus dem Roman klauen. An nicht mehr vorhandene Inhalte auf Servern haben wir uns gewöhnt. Nun müssen wir uns womöglich auch daran gewöhnen, dass die Straßen zu den Servern dermaßen große Löcher haben, dass wir nicht mehr ans Ziel kommen.
Eventuell ein Fall für Suchmaschinen. Die könnten die kurzen URLs und deren Ziele speichern und auch nach dem Tod eines URL-Kürzers via Suche auf das richtige Ziel verweisen. Mister Bing, Mister Google. Bitte übernehmen sie!

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Kommentare
> “Sterbende Blog-Hoster und URL-Services zeigen, dass im Netz nichts ewig währt.”
Ein bisschen aussageentleert der Satz, oder? Sterbende Blog-Hoster und URL-Services zeigen v.a., dass man sich im Netz tunlichst nicht auf privatwirtschaflich organisiserte Lösungen verlassen soll. Mein Content ist mein Contet und jeder, dem seine Content einen Cent wert ist sollte den a) selber hosten und b) Open Source und c) offene Standards einsetzen. Alles andere ist mit Denken nichtz zu rechtfertigen und überdies grobfahrlässig.
13.08.2009, 07:35 Uhr, #
Das Internetändert sich ständig. Deshalb kein wunder das viele services offline gehen. Wenn man schon was auf die Beine stellt, dann sollte man nachdenken ob das wirklich sinn macht.
17.08.2009, 12:45 Uhr, #
Ich halte auch nicht viel von Werbung, allerdings lässt sich ja auch anders Geld mit seiner Seite verdienen.
Hab nämlich neulich ein Gewinnspiel von eDarling (eine partnerbörse) gefunden, bei dem man für einen neuen Slogan Vorschlag 2000 Euro gewinnen kann. Ich hab da dann mal mitgemacht. Falls du auch interesse hast, vergiss bitte nicht zu erwähnen, dass du auf meiner Seite http://maxxxi86.wordpress.com/2009/08/05/edarling-crowdsourcing-und-gewinnspiel/ davon erfahren hast.
18.08.2009, 12:31 Uhr, #
@Maxi: Nein, natürlich halten Sie nichts von Werbung – Sie mache nur welche. Das ist natürlich was total anderes… ;-)
Ad Astra
19.08.2009, 04:28 Uhr, #
Das twitter ich gleich!
03.09.2009, 11:51 Uhr, #
Mit einem hast du sicher recht, im Internet währt wohl nichts ewiglich. Wer sich hier ernsthaft ein geschäft aufbauen möchte, sollte so etwas schon gleich mit einkalkulieren & seine Links gleich 2 oder gar 3fach belegen.
Eine andere Möglichkeit ist dies auf dem eigenen Server zu installieren. Ob das allerdings am Ende wirklich “sicherer” ist, zeigt sich, wie so oft, erst am “Schluss”…
18.09.2009, 23:44 Uhr, #
Ja da muss ich dir zustimmen. Man kann im Internet mit einem kopierten Portal oder Dienst kein Geld mehr verdienen.
Mann muss sich schon etwas ganz neues und innovatives einfallen lassen um am Markt bestehen zu können. Aber wenn das geklappt hat, rollt der Rubel.
Leider ist das Internet noch zu stark von der Werbung abhängig. Denn die Leute wollen für Inhalte im Netz nichts bezahlen.
22.09.2009, 08:52 Uhr, #
Im Großen und Ganzen gebe ich Tomas schon recht. Das mit der ganzen Werbung, die hier im Internet auftaucht ist, ist mittlerweile echt zum etwas größeren Problem geworden.
07.10.2009, 22:15 Uhr, #
Die Idee an einer URL ist es ja eigentlich eindeutig und dauerhaft zu sein. Die URL-Verkürzer sollten ja nur der Übermittlung dieser URL dienen.
26.10.2009, 11:18 Uhr, #
Ein Pilz wächst schnell, leider besteht er fast nur aus Wasser, vertrocknen tut er auch schnell bis nichts mehr übrigbleibt. Der beste Vergleich
22.01.2010, 22:46 Uhr, #