Manchmal schaffen es Filme auf die Kino-Leinwand, die man nicht für möglich hält. DIE SIMS zum Beispiel …
Vor 20 Jahren noch entwuchsen viele Kino-Schlager den Bücherregalen. Da gab es Kriegshelden, Trommler, Geistesgestörte, … und Dinosauerier.
Die nächste große Melkkuh Hollywoods allerdings kommt nicht mehr auf Papier daher. Sondern auf CD-ROM- und DVD-Schreiben: Computerspiele.
Deren Lizenz-Rechte werden heute bereits vor Veröffentlichung meistbietend an Hollywood verkauft. Klar, wo die Spielebranche dem Film so langsam davon läuft.
Das Problem ist nur: Während Verfilmungen von Büchern zumeist noch gute Umsetzungen auf die Leinwand brachten, werden Filme aus Spiel-Stoffen schnell … gibt es ein legales Wort dafür, das man ohne vor Gericht zu landen nutzen kann?
Nein, da verfilmt nicht nur ein in der Szene verschriener Uwe Boll gnadenlos jedes Action-Game, das ihm im Elektronikfachmarkt des Vertrauens in die Hände fällt und an dessen Rechte er kommt. Offenbar hat er mit John Davis einen Bruder im Geiste gefunden. Und nachdem Davis als Produzent solcher Filme wie Fortress, Richie Rich, Waterworld, Garfield und Doktor Doolittle (plus ewig viele Fortsetzungen, allein in diesem Jahr gab es zwei!) die Ideen ausgingen wendet er sich nun dem Spiele-Metier zu. So kaufte Davis die Filmrechte u.a. an The Legend of Spyro, Space Invaders und Die Sims.
Kaufen kann er die, weil er in seiner Karriere einmal einen Film namens “Predator” produzierte und mit den anschließend verbrochenen Folgefilmen die ein oder andere Million eingenommen hat.
Die nun steckt er die teure Produktion von Spiele-Filmen.
Beispiels in “Space Invader”. Einem Film in den Kulissen einer Raumstation, auf der sicheine handvoll Astronauten ineinander verlieben. Klingt nah am Stoff.
Und während er aus Spyro zum Glück nur einen Animationsfilm machen will – ein Uwe Boll hätte sich nicht lumpen lassen und Ralf Möller in ein Drachenkostüm gesteckt! – verwurstet er die Sims nicht in einer satirischen Abrechnung mit dem Leben (wäre auch nicht Zielgruppengerecht gewesen) sondern generiert seine Idee aus den beiden Filmen WarGames und Weird Science.
Wie das aussehen wird hat Davis am 21. September in einem Interview mit collifer.com verraten. Daraus machte die Gaming-Plattform Cynamite heute (!) eine Nachricht (Meldungen von jenseits des Atlantik benötigen Zeit!), aus der ich einfach mal zitiere:
In unserem Film finden ein junger Mann, ein 16-jähriger, ein 14-jähriger und ein Freund eine Spielepackung mit dem Namen “Sims Infinite Pack” in einem seltsamen Videospielladen. Sie finden heraus, dass sie ihre Umgebung einscannen können. Und während sie spielen bemerken sie, dass ihr Spiel die Realität um sie beeinflusst. Durch das Spiel kontrollieren sie die reale Welt. Doch bald wendet sich das Spiel gegen sie.
Uh, das klingt … ähm … nach den 80er Jahren. Das klingt nach … Spannung. Pur.
Das aber spiel auch keine Rolle. Ähnlich wie auf Filmen basierende Fernsehserien oder auf erfolgreichen Buchreihen basierende Filme geht es hier vor allem um das Abschöpfen des Marktes durch eine bekannte Marke. Die übrigens schöpft EA, der Publisher hinter den Sims, weiter aus: Nächstes Jahr wird es mit Sims 3 eine weitere Fortsetzung geben.

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Kommentare
Zu Uwe Boll kann man auch Wortvogel sein diesbezüglich lästerliches Blog lesen.
Spielberg kauft angeblich zur Zeit Anime-Stoffe und hat das mit Transformers (iirc Anime-Serie um die Spielzeugfiguren zu verkaufen) ja auch schon gemacht. Angeblich hat er Ghost in the Shell gekauft :-( obwohl es schon AeonFlux, Matrix1-3, Equilibrium, Blade Runner u.ä. actionlastige “Real”-Filme gibt. Irgendwie gehen denen wohl die Ideen aus oder sie müssen schauen, das sie nicht auf Zentilliarden verklagt werden, nur weil irgendwer Teile seiner Story wiedererkennt.
Vielleicht war das früher aber auch schon so, das Filme aktuelle Themen abschöpften. Man vergisst es nur, weil die billigen KinoFilme und Fernseh-Produktionen damaliger Zeiten nur auf 28 Ost FreeToAir auf ca. 10 Sendern laufen, aber man dort lieber BBC/Channel4 schaut.
Vielleicht ist Hollywood aber auch “nur” eine der nächsten InvestmentBlasen. Tageszeitungen muss man täglich neu drucken. Hitchcock/MargaretRutherford/BasilRathbone/… kann man 50 Jahre später immer noch genau so gut wie heute schauen. Da braucht man nicht ständig noch miese neue Filme. Insbesondere wenn man aus dem Fernsehen gute (alte) Filme kennt und sich das Kino spart.
06.11.2008, 16:02 Uhr, #