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Spiegel Online vs. Blogger

Kaum hat unser freundlicher Nachrichtennachbar (der natürlich professionell arbeitet) seine Alphatier-Dominanz Wikipedia gegenüber klar gemacht, rückt ein neuer Feind ins Blickfeld – wir.
Den Bloggern kann man einfach nicht trauen, da muss die Öffentlichkeit doch gewarnt werden.

“[...] Diese weitgehende Vernetzung hat – natürlich – auch ihren Schattenseiten. Es sind nicht nur Gefahren wie Identitätsdiebstahl und sexuelle Belästigungen, die das Online-Leben schwer machen. Eine zunehmende Rolle haben auch Gerüchte, die sich online verbreiten, oft über Blogs, die allgegenwärtigen Web-Tagebücher für die unterschiedlichsten Szenen. [...]“

Die Berichterstattung hat zwar mit Blogs direkt nichts zu tun, aber man lernt in der Redaktion natürlich, welche Gefahr von einem unkontrollierten Veröffentlichen von Nachrichten und Gedanken ausgeht.

“[...] Online-Gerüchte und Anzüglichkeiten verunsichern viele Jugendliche. “Eltern sagen uns: Wir hätten nie gedacht, dass das solche Ausmaße annehmen könnte”, erklärt Amanda Lenhart, eine andere Pew-Forscherin. [...]“

Danke, lieber Spiegel, jetzt sind wir uns der Bedrohung, die von uns ausgeht, bewusst.

Trackbacks

  1. dyingeyes weblog
    08.12.2004, 21:39 Uhr

Kommentare

  1. Wenigstens ist der Artikel nicht von Patalong. Er war aber sicher sehr froh so ein schoen zusammen gestelltes Werk von AP zu “kopieren”. ;)

    Igor Schwarzmann
    08.12.2004, 16:28 Uhr, #
  2. Es ist eine 1:1-Übernahme von AP und wenn man sich die Menge der Übernahmen anschaut, glaube ich auch nicht, daß dahinter eine Agenda steht. Die Überschrift ist insofern arg irreführend. Das Original wurde von AP vor einigen Tagen gepostet und heute von AP Deutschland übersetzt. Es ist übrigens ein 5-Teiler, insofern werden noch vier andere ähnlichlautende Texte kommen. Siehe http://www.gainesville.com/apps/pbcs.dll/article?AID=/20041205/WIRE/41205028/1117/news

    Mathias Schindler
    08.12.2004, 16:39 Uhr, #
  3. *hüstel*…moment mal, das ist jetzt aber alles ziemlich aus dem zusammenhang gerissen. dem zweiten zitat geht zum beispiel ein konkretes beispiel vorraus, dass sooo unrealistisch nicht ist. das blendest du einfach aus, um deine aussage überdeutlich auszudrücken. ich finde sowas polemisierend.

    und dass der artikel ein Feindbild Blogger suggeriert, wie du es in deinem ersten satz ausdrückst, ist auch nicht richtig. im artikel geht es um die junge generation, für die das internet eine selbstverständlichkeit darstellt. dass da auch probleme oder schwierigkeiten im zusammenhang mit blogs erwähnt werden, mag grade für diesen altersbereich nicht abwegig sein. daher verstehe ich, ehrlich gesagt, nicht so ganz, warum du Dich selbst bzw. die Blogszene als angegriffen oder als Feind dargestellt siehst?!

    Martin
    08.12.2004, 16:41 Uhr, #
  4. Klasse, dann haben wir – neben Weihnachten – ja noch etwas, worauf wir uns freuen können.

    Anja Habermehl
    08.12.2004, 16:43 Uhr, #
  5. Das hier könnte übrigens Teil 2 sein. http://www.news-record.com/news/local/always_online_1_120504.htm

    Ich weiss also, was in vier Tagen auf AP(de) und wohl auch auf SpOn kommt :)

    Mathias Schindler
    08.12.2004, 16:44 Uhr, #
  6. Ich denke, erwähnt zu haben, dass der Artikel sich nicht das Feindbild Blogger als Leitthema gewählt hat, selbiges wollte ich auch in keinster Weise ausdrücken.
    Die Seitenhiebe am Rande sind alles, worauf ich hinweisen wollte.

    Das von SpOn gebrachte Beispiel ist meiner Ansicht nach nicht notwendig um die Aussage des zweiten Zitats klar zu stellen. Ich sah keine Notwendigkeit, es zu erwähnen, da wir alle diese Beispiele kennen.
    Natürlich selektiert man, was man zitieren möchte. Und ein wenig Polemik ist – so jedenfalls meine Meinung – nicht verkehrt. Dass mein Text ironiesiert und überspitzt ist, dürfte erkenntlich sein. :)
    Selbiges gilt auch für die Schaffung des Feindbildes Blogger.
    Vielleicht sollte ich mehr Smilies verwenden?! ;)

    Anja Habermehl
    08.12.2004, 16:52 Uhr, #
  7. Die Gefahr, die von einem “unkontrollierten Veröffentlichen von Nachrichten und Gedanken ausgeht” ist im Text nicht so gemeint, dass damit die Meinungsführerschaft der Großen angegriffen wird.

    Im Artikel geht es eher um die Nachrichten, die die Privatssphäre betreffen. Ich mag es auch nicht, wenn ich morgen im Netz lese, was ich beispielsweise heute jemandem als private E-Mail geschrieben habe.

    Die Privatsphäre gilt es meines Erachtens unbedingt zu verteitigen.

    Robert
    08.12.2004, 17:12 Uhr, #
  8. Privatsphäre sehe ich auch als ein unbedingt zu schützendes Grundrecht.

    Aber warum wird die Privatspähre gerade durch Blogs gefährdet?
    Warum nicht durch Foren, Newsgroups, private Homepages oder Rundmails bzw. das Runschicken von Nachrichten via. MEssenger-Programme?

    Anja Habermehl
    08.12.2004, 17:18 Uhr, #
  9. Foren und Newsgroups erreichen meist nur eine kleine, erlesene Gruppe von Leuten, die man oftmals auch mehr oder weniger gut kennt.
    Keine gute Basis für das tagebuchartige, anonyme herunterschreiben seiner Privatsphäre.
    Eine private Homepage ist meit mit mehr Arbeit verbunden als ein Blog, welches durch das Webinterface wesentlich einfacher aktuell zu halten ist.
    Rundmails und Messenger haben den Nachteil, dass man seinen Empfängern die Nachricht schicken muss, im Gegensatz zum Blog, bei dem der Empfänger zur Nachricht kommt.
    Das würde mir jedenfalls das Gefühl geben, mich meinen Empfängern aufzudrängen.
    Hinzu kommt, das Blogs durch ihr Layout einfach eher diesen gewissen Tagebuchcharakter haben.

    Knut
    08.12.2004, 18:26 Uhr, #
  10. Sorry, aber im öffentlich erreichbaren Netzraum gibt es keine Privatsphäre. Nirgends. Für die Erkenntnis braucht es nicht einmal Google oder Microsofts Netscan. Ein paar Inhalte von mir aus einem kleinen Forum, wo eigentlich jeder jeden kennt, habe ich letztens erst auf einer Dialer-Seite wiedergefunden. War wohl gutes Google-Futter ,(

    Bei odem.org bekommen wir immer mal wieder Mails von Leuten, die ihre Foreneinträge gelöscht haben wollen, weil man ihnen die bei Einstellungsgesprächen vorgehalten hätte …

    Joerg-Olaf Schaefers
    08.12.2004, 18:59 Uhr, #
  11. Ich weiss gar nicht wo das Problem für den Spiegel ist. Die meisten Blogs in meiner Wahrnehmung kommentieren Nachrichten von Spiegel&Co. Schreiben sie was eigenes, so sind das selten Themen, die SpOn&Co. haben. Zumal die meisten aufgrund einer richtigen Arbeit ;-) gar nicht die Zeit haben so zu recherchieren wie SpOn es vorgibt.

    Marc
    09.12.2004, 09:09 Uhr, #
  12. Ein Artikel zum Thema gibt es jetzt auch in der MediaSchau zu lesen. Der Titel: Weblogs – Guter oder schlechter Journalismus?
    http://mediaschau.blogspot.com/2004/12/weblogs-guter-oder-schlechter.html

    Holger Ruscheweyh
    09.12.2004, 11:08 Uhr, #
  13. @Marc
    Wie du richtig schreibst können die Spiegel Online Lümmel mehr bezahlte Zeit für ihre Beiträge aufwenden. Trotzdem schaffen sie es in den meisten Fällen nicht, einen Link oder eine sonstwie nachprüfbare Referenz für ihre Nachricht anzugeben. Genau das kratzt ganz erheblich an der sogenannten Seriosität. Man könnte meinen, die Nachrichten sind zweitrangig und man verkauft Werbebanner mit Hilfe markiger Überschriften.
    Demgegenüber sind Gerüchte, die sich über Weblogs verbreiten meist ganz leicht als solche zu erkennen. Einfach den (fast immer vorhandenen) Links folgen.

    Ping Pong
    09.12.2004, 11:25 Uhr, #
  14. Der Spiegel ist doch Referenz fuer sich selbst, moechte doch der eine oder andere Autor dort meinen.

    Igor Schwarzmann
    09.12.2004, 12:45 Uhr, #
  15. Das ist das Problem vieler (Online-)Medien.
    Wenn man Quellen verlinken würde, merkt irgendwann auch noch der letzte Leser, wie wenig “exclusiv” das ist, was ihm “seine” Zeitung vorsetzt. Will man ja im Grunde auch nicht.

    Joerg-Olaf Schaefers
    09.12.2004, 13:58 Uhr, #
  16. da aus irgendeinem Grund meine Trackbackfunktion nicht funktioniert, simuliere ich das an dieser Stelle einfach mal ;):
    Trackback von Minfos.de:
    [...] Problematisiert werden Blogs, die von Schülern tatsächlich noch als Web-Tagebücher verstanden werden und gewollt oder ungewollt die Grenzen der Privatsspähre des Anderen überschreiten können, was wiederrum Auswirkungen auf das Real Life haben kann. Der Blog Medienrauschen kommentiert diesen Artikel diesbezüglich gewohnt süffisant. [...]

    Martin
    10.12.2004, 20:13 Uhr, #

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Autor Anja Habermehl

Datum 08.12.2004, 16:05

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