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PoP! Goes My Heart

mitten-ins-herz.jpgUm es vorwegzunehmen; eines ist dieser Film ganz sicher nicht: etwas Besonderes. Und er ist auch nicht „solide gemacht“, zu viele ungenutzte und unerklärte Filmminuten pflastern seinen Weg, nein, er geht eher als ein kleines Fernsehspiel durch. So ein schnuckeliger, anspruchsloser aber streckenweise recht unterhaltsamer Film kann als eine der Ingredienzien für einen prächtigen Abend mit ein paar “Mädels” dienen, plus ermäßigter Kinokarte – weil „Kinotag“ – und Aussicht, den gesparten Euro danach in einen läääckeren Cocktail zu investieren, um dann, einige ungeplante Promille später und drei Kneipen weiter, alle anderen Gäste eines exklusiven Nightclubs durch so plötzliches wie konzertiertes Aufkreischen ohne Vorwarnung, ihrer buchstäblich letzten Sinne zu berauben … aber wir schweifen ab.
Jedenfalls geht man mit einem Grinsen aus dem Kino. Hugh Grant beim ledern werden zuzuschauen ist zwar … mtja … wie soll man sagen, informativ, vor allem was die eigene Vergänglichkeit angeht, aber nicht schön. Das weiß er wohl selbst, und spielt deshalb seit einigen Jahren, ganz unaufdringlich selbstironisch, ehemalige Stars oder deren verkommene Erben. In dem heute in den deutschen Kinos startenden Film “Mitten ins Herz” (engl. Titel: “Music and Lyrics”) gibt er den ehemaligen Partner, eines in den 80ger Jahren außerordentlich erfolgreichen Gesangsduos – man darf davon ausgehen, dass hier die Popgruppe „Wham!“ die Vorlage geliefert hat –

Pop! Goes My Heart

dessen andere Hälfte, nach der Auflösung der Band, eine erfolgreiche Solokarriere startete, während Alex Fletcher (Hugh Grant) sich nach und nach in der Tingelei zwischen Supermarkteinweihungen und Autohausjubiläen einrichtet. Bis sich das „wheel of fortune“ auch für ihn ganz plötzlich dreht. Er wird gebeten einen Song für die gegenwärtig angesagteste Sängerin, eine Mischung aus Christina Aguilera und Shakira, zu schreiben und er bekommt eine Blumenfrau (also jemanden, der sich eigentlich nur um seine Blumen kümmern sollte), gespielt von keiner geringeren als Drew Barrymore, was bereits darauf hindeutet, dass beide irgendwann gemeinsam unter dem Flügel liegen werden, an dem der Song für Shakuilera komponiert werden soll. Bis dahin gibt es natürlich noch einige vorhersehbare Filmklischees: die burschikose aber herzliche Schwester, die natürlich von Anfang an ein Riiiiesenfan von Alex Fletcher ist, oder der trottelige aber herzliche Manager, der eigentlich nur einen Künstler vertritt – Alex Fletcher, aber auch mit diesem schon heillos überfordert ist.
Fletcher ist natürlich völlig unbegabt im Texteschreiben und da fügt es sich wie Reißverschluss, dass die Blumenfrau auch gleich noch ein so unentdecktes wie außergewöhnliches Reimeschmiedetalent ist … der Rest ist nicht schwer zu erraten: Liebe. Trennung, überraschende Wendung … Heulerei …
Das Highlight – und der nie ermüdende running gag – dieses Films ist übrigens der Hüftschwung Hugh Grant’s, der in dem Film „Love Actually“ Premiere hatte und als einer der ganz großen Filmmomente, gleich neben „Play it again, Sam!“ in die Kinogeschichte eingehen wird:

Nicht zu vergessen das Video zu „Pop! Goes my heart“, ein wahrer kultureller Meilenstein.

Prädikat: Durchaus sehenswert! In meinem Jenaer Vorschaukino bekam der Film jedenfalls einen kurzen, aber herzlichen Schlussapplaus, von den Mädels, ein paar Plätze weiter.

Trackbacks

  1. BlogGlobal.org » Mitten ins Herz - 3/10
    08.03.2007, 14:41 Uhr

Kommentare

  1. Hm, kleine Fernsehspiele haben meistens ungewöhnlichere Themen und können sich deutlich mehr trauen, als die Großen. Man gibt den jungen Leuten nur anfangs weniger Geld und betreut sie stärker bei ihren ersten (lang-)filmischen Schritten.
    Insofern kein sehr gelungener Vergleich, sorry.

    Anja Habermehl
    09.03.2007, 09:32 Uhr, #
  2. ok, ich geb zu, das war keins meiner meisterwerke. aber zur fernsehspielkategorisierung stehe ich. auch wenn der film zeitweise reißbrettartig daherkommt, ein paar pointen sind neu, und das und den schlechten schnitt hat der film einfach mit vielen fernsehspielen gemein …

    Sven
    10.03.2007, 20:23 Uhr, #
  3. Hallo.
    Nebenbei sei mal bemerkt, dass ich den Film für sehr unterhaltsam für Menschen halte, die wie ich, schon ein wenig älter sind und sich gut an die 80er erinnern können. Sicherlich ist es eher ein Popcorn-film (also essen und vergessen), trotzdem sehenswert als anspruchslose Unterhaltungsware!

    Bauer
    11.03.2007, 09:37 Uhr, #
  4. Och, ich will nichts gegen deine Kritik sagen, die liest sich sehr unterhaltsam. :)
    Ich sage nur, dass du wahrscheinlich die falschen kleinen Fernsehspiele kennst, da sie nicht dem entsprechen, was du in der Kritik ansprechen wolltest. Große Fernsehspiele vielleicht. Das ist ein anderes Thema, nur die kleinen eben nicht. :)

    Anja Habermehl
    12.03.2007, 09:52 Uhr, #
  5. der film is einfach hammer!!!

    Mike
    02.04.2007, 09:54 Uhr, #
  6. Ich fand den Film ziemlich lustig. Hab ihn mit meinem Papa geguckt (falle also nicht in die “Mädels”-Kategorie ;)) und bei manchen Pointen lagen wir fast auf dem Boden vor lachen. Ein Film dieser Art muss doch auch nicht unbedingt etwas “Besonderes” sein. Mir reicht es, wenn ich einfach mal für eine Stunde einfach mal alles um mich herum vergessen kann… :)

    Melli
    11.05.2007, 15:39 Uhr, #
  7. Ich habe den Film vor einigen Tagen im Flugzeug auf einem Flug von Miami nach Paris gesehen und als nächtliche Unterhaltung war das genau richtig. Nicht anspruchsvoll aber sehr unterhaltsam und vor allem mit “gute-laune-musik” (Pop! goes my heart). Im Kino würde ich mir hingegen so einen Film nicht ansehen bzw ich würde für sowas kein geld ausgeben.

    Nils
    25.06.2007, 18:55 Uhr, #

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Autor Sven

Datum 08.03.2007, 11:31

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