
Mitte November ging es Schlag auf Schlag: Harald Schmidt will seine kreative Pause beenden. Er kehrt zurück zur ARD. Scheibenwischer droht Verdrängung. Beim Scheibenwischer bleibt alles beim Alten. Polylux droht Verdrängung – gar die Absetzung. Doch bleibt bei Polylux alles beim Alten? Vorgestern habe ich mit Tita von Hardenberg, der Moderatorin und großen Schwester von Polylux gesprochen. Obwohl noch keine endgültige Entscheidung über das Fortbestehen ihrer Sendung gefallen ist, war sie guten Mutes: Schließlich ist Polylux in einem Zusatand der Hochspannung und vor allem eins – höchst Lebendig. Was ja keine Selbstverständlichkeit in diesen Zeiten ist.
Tita von Hardenberg hat sich aber vom ersten Moment an auf Harald Schmidts Rückkehr gefreut. Im Team war man sich schnell einig, dass er der ideale Vorlauf für Polylux sei. Schließlich hätte die ARD dann, dank gleichen Humor und gleichen Fans, endlich mal soetwas wie einen Audience Flow. Für den RBB hat sie auf jeden Fall Verständnis, dass er sich Polylux nicht leisten kann, wenn Polylux einen Sendeplatz nach Mitternacht zugewiesen wird. “Der RBB hat gerade drei Sendungen eingestellt und er hat zur Zeit wirklich gar kein Geld. Das ist eine riesige finanzielle Anstrengung Polylux zu finanzieren, obwohl im Vergleich zu anderen ARD-Sendungen unser Budget lächerlich ist. Aber ich kann das schon verstehen, dass die sagen, für Nach-Mitternacht können wir einfach nicht so viel Geld raushauen, was normalerweise drei Sendungen kosten. Insofern kann man den RBB da weniger einen Vorwurf machen.” Den ARD-Programmchefs, jedoch auch nicht. Denn die sind auch für Polylux. Nur es gibt ja auch die Programmdirektoren der Dritten, wie Frau von Hardenberg erklärt, die selber scharf auf den Programmplatz sind. Die entschieden nicht nach dem, was funktioniere, sondern was sie dort lieber sähen. “Wir kommen in eine Region deutlich vor Mitternacht, wo wir nicht mehr so der Exot sind, der hinten dranhängt, sondern wo wir auch mit scharfer Konkurrenz kämpfen müssen. Um solche Plätze wird hart gerungen und das kriegen wir jetzt zu spüren.” Viel Überzeugungsarbeit muss gemacht machen – und irgendwann kommt dann der Anruf, welche Entscheidung getroffen worden ist.
Solange zehrt das Polylux-Team von den Reaktionen der Fans - und die sind super. Eine Schwemme von Gedichten erreicht täglich die Redaktion. Die besten liest Manfred Dumpke am Ende der Polylux-Sendungen vor. Auch auf der Polylux-Webseite ist die Hölle los. “Das ist Balsam für die Seele – das ist ja klar”, schwärmt die Berlinerin und fordert uns Zuschauer auf: “Gedichte schreiben! Und wenn Sie im Forum vielleicht äußern dass es schade ist – das hilft schon. Je öfter das gesagt wird, desto besser.” Und in einem Jahr, da sehen wir uns vielleicht wieder – dann direkt im Anschluß an Harald Schmidt. Das wünscht sich Tita von Hardenberg.
Das Interview habe ich für Medienrauschen und Was mit Medien auf Radio Q geführt. Den Wortlaut könnt ihr in meinem Weblog nachlesen. Gedichte und Kommentare zum Ende von Polylux könnt ihr auf der Webseite der Sendung loswerden.
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14.12.2004, 12:38 Uhr, #