Facebook & Unternehmen: Wenn Deine Fans nicht Dir gehören.
Traumjob “Spieledrehbuchschreiber”?
“… ist in einer Beziehung” – die Welt und ihr Abbild im Netz
“Die können nicht einfach mein Haus ins Internet stellen!”
Deutschland jagt einen Mann

plebsTV.com – Leser-Reporter 2.0?

Die Aufregung war schon ziemlich groß, als die BILD den so genannten BILD-Leser-Reporter vorgestellt hat. Verletzung der Privatsphäre und etliche andere Schlagwörter sind, berechtigterweise, gefallen. Schließlich weiß jeder, dass die BILD jeden Tiefpunkt erreicht, wenn die professionelle BILD-Redaktion es nur will und der richtige Stoff vorhanden ist. Mit dem BILD-Leser-Reporter hat man sich einen konstanten Strom an Informationen, für vergleichsweise wenig Geld, gewährleistet. Prima Sache das. Für die BILD.

Doch wenn ich mir plebstv.com anschaue, so fürchte ich, dass der BILD-Leser-Reporter dagegen wie ein Spielzeug aus vergangener Zeit aussehen wird. Dort gibt es nämlich einige – nein, viele Hürden – bis ein Foto in der BILD-Zeitung landet. Es muss a) wirklich hoch brisant oder extrem peinlich / erniedrigend / irgendwas anderes unnettes sein und b) gibt es eine Flut an solchen Einsendungen von denen nur die wenigsten auch nur annährend in Frage kommen. Offensichtlich gibt es also eine Vielzahl von Menschen da draußen, die bereit sind, auf Kosten von anderen zu ein wenig Taschengeld oder mehr zu kommen. Was passiert also mit den ganzen Fotos, Videos und Berichten? Na klar, sie könnten auf plebsTV landen.

Und es wird noch besser. Mit Hilfe von offener Google Maps API entsteht ein kleines, süßes Mashup, das nicht nur dazu einlädt, die Privatsphäre von anderen bloß zu stellen, sondern dies auch noch mit Geotags zu versehen. Die Kombination aus diesen Daten wird, laut der plebsTV Pressemitteilung (PDF), Folgendes ergeben:

PlebsTV hat es sich zum Ziel gesetzt, die Berichterstattung zu demokratisieren und sich weltweit zum unterhaltsamsten und größten Online-News-Portal zu entwickeln.

Demokratisieren wollen sie. Versteh schon. Und weil man sich so sehr darüber sorgt, unabhängig von externen Einflüssen zu sein, um diesen Demokratisierungsprozess zu schützen, hat man gleich auch das Unternehmen auf den British Virgin Islands eröffnet. Offshore galor!

Trackbacks

  1. medienlese.com » Blog Archiv » 6 vor 9
    10.08.2007, 09:00 Uhr
  2. medienlese.com » Blog Archiv » Web 2.0-Hype Stecknadel-Nachrichten
    15.09.2007, 11:42 Uhr

Kommentare

  1. Köstlich! :) Man müsste es mal sehen, um zu schauen, obs wirklich so ist, wie Du vermutest. Aber die Anzeichen deuten darauf hin. Wenn man schon mit einer Meldung eines explodierten Wohnhauses wirbt. Und man dann sofort sieht, wo dieses Wohnhaus steht. Grenzwertig…

    Daniel Große
    09.08.2007, 21:17 Uhr, #
  2. Hilfe! Warum benutzen nur so viele Menschen die Formel “Demokratisierung der Berichterstattung” mit positiver Konnotation? Und warum soll “ungefiltert” ein Qualitätskriterium sein? Dienste wie PlebsTV führen das Prinzip Journalismus (Selektion, Verfizierung und Aufbereitung von Informationen) ad absurdum und verkaufen das dann auch noch als erstrebenswert. Die “Nachrichten”-Plörre, die da (vielleicht) enstehen wird, löffel ich jedenfalls nicht.

    Stefan
    13.08.2007, 15:02 Uhr, #

Kommentar verfassen

Bitte an die Netiquette halten. Name und E-Mail sind Pflichtangaben,
E-Mail wird nicht veröffentlicht

Autor Igor Schwarzmann

Datum 09.08.2007, 12:33

Tags ,

Share  auf Facebook teilen via twitter teilen auf delicious.com speichern

medienrauschen.de ist eine Veröffentlichung der medienrauschen UG (haftungsbeschränkt), medienrauschen.com
2004-2010, Alle Rechte vorbehalten. Die Rechte der einzelnen Einträge liegen bei den jeweiligen Autoren.
Datenschutzrichtlinien. Weitere Informationen: Medienrauschen, Archiv, Impressum, Kontakt