Gerade wir Blogger kennen das ja aus eigener Erfahrung: Wenn es um verläßliche Analysen und gut recherchierte Berichte geht, führt an etablierten Nachrichtenmagazinen wie Spiegel Online und Co. kein Weg vorbei. Da können wir bloggenden “Nachfahren der Homepagebastler der Neunziger” einfach nicht mithalten:
“Wir sind Bestandteil eines großen Verlagshauses und verfügen daher über entsprechende Ressourcen. Wir haben deshalb deutlich mehr Hintergrundstücke, tiefere Analysen, Reportagen, Features, Berichte von Auslandskorrespondenten.”
— Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur Spiegel Online, im Interview bei Onlinejournalismus.de
Einen solchen Hintergrundbericht über den Völkermord von Ruanda brachte Spiegel Online zum Beispiel am 24. Januar Februar. Dumm nur, dass sich Spiegel Online bei diesem Stück Qualitätsjournalismus offenbar fremder Ressourcen bedient hat. Ein Großteil des faktisch fast vollständig aus gebrauchten Bits & Bytes recycelten Artikels stammt nämlich einmal mehr aus der Wikipedia. Inkl. Kommafehler, wie DonAlphonso bemerkt.
Zum Vergleich (via Copyscape):
Völkermord an den Tutsi
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Version vom 14:43, 23. Feb 2005.
vs.
Der Völkermord von Ruanda
Spiegel Online
24. Februar 2005
So langsam wird es ein klein wenig peinlich. Welcher Praktikant war denn dieses Mal schuld, Herr Blumencron?
via Mathias Schindler (per Mail)

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Kommentare
Das kommt mir alles sehr bekannt vor! Stellt man viele Quellen nebeneinander (z.B. http://www.ajondo.de/it-pc-news.php) dann kann man schnell sehen, wer von wem abschreibt. Leider also kein Einzelfall. Oft geht’s beim Spiegel wie folgt: Heise -> Spiegel! ;-)
06.03.2005, 14:49 Uhr, #
Und für alle, die es ein wenig grafischer mögen: der SPIEGEL-Artikel durchleuchtet von Copyscape.com… ;o)
06.03.2005, 15:05 Uhr, #
Danke “lieber M.”, Copyscape baue ich gleich mal oben mit ein.
06.03.2005, 15:55 Uhr, #
> zum Beispiel am 24. Januar
richtiger wäre: “zum Beispiel am 24. Februar” ;-)
06.03.2005, 18:16 Uhr, #
Inzwischen hat Spiegel Online den Artikel wohl zurückgezogen – ein Aufruf der URL liefert nur noch einen 404-Fehler – nicht gefunden. Auch eine Art, mit sowas umzugehen.
07.03.2005, 12:20 Uhr, #
Und wieder einmal hat Herr Blumencron Recht behalten:
Und hee, ist doch nur Spass ,)
07.03.2005, 17:09 Uhr, #
Hat sich schon mal jemand über die neue Spiegel Online Werbung aufgeregt? Sieht furchtbar schrecklich und amateruhaft aus, und macht zudem ca. an 40-60% der Seite aus, einfach nur schlimm….
08.03.2005, 00:15 Uhr, #
habe es gerade ausgemessen, es ist doch tatsächlich ein Verhältnis von ziemlich genau
60% < -> 40%..ihh..:D, sowas nennt man dann mangelndes Fingerspitzengefühl…oh weh…
08.03.2005, 00:33 Uhr, #
Da lobe ich mir doch meinen Proxomitron (Mehr als ein “Werbefilter”), ich habe von der neue SpOn-Reklame noch nichts gesehen ,)
08.03.2005, 03:07 Uhr, #
Das ist schon ein starkes Stück. Ich habe mal etwas vergleichbares bei Agenturmeldungen festgestellt. Ich bezweifle mittlerweile, dass es überhaupt noch Journalisten bei diversen Medien gibt. In Wirklichkeit kontrollieren 3 Presseagenturen was kommt und was nicht.
( Wo waren die Berichte zum Exit-Poll-Discrepancy von 5 % in den USA )
14.03.2005, 21:00 Uhr, #
Die Übernahme von Agenturmeldungen ist ja noch vergleichsweise harmlos (Ok, eigentlich nicht, weil ein Quasi-Monopol natürlich immer problematisch ist …).
Heftig wird es, wenn PR-Texte direkt übernommen werden. Zum Beispiel beim Herrn Markwort seinem Magazin, das Jamba!-PR 1:1 im redaktionellen Teil bringt.
Oder die zahlreichen Pseudo-Reportagen, die abends über bundesdeutsche Bildschirme flimmern. Da wird es definitiv unlustig.
Dagegen wirkt ein Kuschel-Interview wie letztens bei SpOn noch nett ,)
15.03.2005, 01:26 Uhr, #
In der Focus-Geschichte gibt es übrigens ein paar Updates, u.a. findet sich auf der betroffenen Focus-Webseite nun eine Entschuldigung:
Weiter im Notebook Onlinejournalismus …
Update (bzw. Nachtrag): Ich sollte definitiv öfter in der Blogbar mitlesen. Erschreckend, wie sich der verantwortliche Focus-Online-Blogger “Herr Schniede” (aka Alexander Schiechel), dort selbst demontiert.
Mein Gott, ist so schwer einen Fehler und die Endlichkeit des eigenen Fachwissens einzugestehen? Zumindest sich selber, muss ja nicht öffentlich sein? Muss man so eine Geschichte unbedingt mit aller Gewalt – und zum Schaden des Blattes – eskalieren? Nur um nacher mit heruntergelassener Hose dazustehen?
’nuff said.
Wobei, eine Frage habe ich nun noch, was bitte ist Psycholinguistik?
Und wie kann man ein Studium der Bayerischen Kirchengeschichte beim DSF anbringen? Als Ethikberater für die nächtlichen Sozialpornos vielleicht?
15.03.2005, 20:26 Uhr, #
Hallo,
vielen Dank für diesen Artikel – diente mir als Grundlage für einen Nachrichtenartikel: http://www.ttecx.de/files/news/article.php?article_file=1125521386.txt
Gruß
Tobias Topyla
Herausgeber TtecX.com
31.08.2005, 23:01 Uhr, #
Ich finde es richtig gut das ihr euch wieder zusammes gefunden habt!vorallem ,,Spiegel” ist richtig cool!!!!!!!!!! :.)
02.02.2006, 13:26 Uhr, #
Ihr seid gut und cool TSCHAU SAGT UND SCHREIBT EUCH EURE FRANZI!!!!
02.02.2006, 13:27 Uhr, #
ich finde euch richtig gut und cool ihr seid tausendmal besser als Tokio Hotel
02.02.2006, 13:33 Uhr, #
Ich soll euch sagen von FRanzi sagen das ihr scheiße seid und euch mal ficken
02.02.2006, 13:39 Uhr, #
kati will sich mit euch anbefreunden
02.02.2006, 13:40 Uhr, #
aber franzi ist so bekloppt aber egal hdl netti
02.02.2006, 13:40 Uhr, #