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Outsourcing im Journalismus

Während größere Unternehmen langsam wieder entdecken, dass im Outsourcing nicht zwangsläufig das Heil des Produktlebens steckt und ehemals ausgelagerte Buchhaltungs-, Technologie- und Fertigungsvorgänge wieder zurück ins Unternehmen holen geht der Journalismus geradewegs den anderen Weg.
Outsourcing, das ist, wenn man denkt, das eigene Kerngeschäft könnten andere billiger, und keiner merke es.
So zumindest denkt man bei der Pasadena Now, deren Lokalseiten das Herzstück der Zeitung sind – die allerdings von einem halben Dutzend Menschen gefüllt werden, die nicht in Kalifornien, sondern Indien sitzen.

Das ist nur das überspitze, aber reale Beispiel, für den Ausverkauf der Kernkompetenzen der strauchelnden Print-Medien. Statt sich auf die ihr gegebene Stärke zu konzentrieren und guten Journalismus – auch mit den von Menschen noch immer stark nachgefragten lokalen Inhalten – zu machen, werden Stellen gestrichen, verlegt oder zusammenaddiert.

Die Print-Branche steht nicht erst seit 2008 vor großen Herausforderungen, die sicherlich nicht ohne Entlassungen zu bewerkstelligen sind. Das man allerdings beim schielen auf sichere Häfen das Schiff verkauft um seine Waren transportieren zu können ist paradox.

Über den “Glokaljournalismus” der Padadena Now:
New York Times, Dirk Manthey bei Meedia, Focus, Onlinejournalismus

Trackbacks

  1. onlinejournalismus.de - Das Magazin zum Thema » Blog Archive » “Glokal-Journalismus” konkret
    06.01.2009, 18:48 Uhr
  2. links for 2009-01-08 « Nur mein Standpunkt
    08.01.2009, 13:04 Uhr
  3. Verlinkt am Freitagnachmittag | Texte auf Cornflakespackungen
    09.01.2009, 15:31 Uhr
  4. Post aus Fernost - Texte und Anzeigen zu Sonderpreisen (Lena Belz) « movingmedia
    14.01.2009, 13:00 Uhr

Kommentare

  1. Ich finde es irgendwie faszinierend, wie in den letzten Tagen plötzlich das Beispiel “Pasadena Now” aus der Mottenkiste geholt wurde und wird. Über die in Indien verfassten Lokalnews für Amerika habe ich bereits am 12.05.2007 – also vor fast 2 Jahren – in der Readers Edition etwas geschrieben:
    http://www.readers-edition.de/2007/05/12/die-zukunft-des-lokaljournalismus/

    Michael Gisiger
    05.01.2009, 15:04 Uhr, #
  2. Michael, ja die Geschichte ist alt. Aber sie versinnbildlicht eben, was andere Medienhäuser aktuell nachmachen – sie zerstören nämlich ihre eigene Stärke.

    medienrauschen, Thomas Gigold
    05.01.2009, 15:18 Uhr, #
  3. Auf die Idee die kerngeschäftsferne Buchhaltung auszulagern kommen die nicht?

    Es ist wie beim Bäcker um die Ecke, der Industrie-Backmischungen verbackt: Am Ende schmeckt alles gleich und ich kaufe meine Brötchen beim Discounter. Nicht weil sie billiger sind, sondern weil ich einen Weg spare.

    Marc
    05.01.2009, 16:44 Uhr, #
  4. Seit ich per RSS golem/heise/… lese, geht mir dpa/reuters-Einheitsbrei auf den Keks. Wer keinen Mehrwert liefert, ist ein vermeidbarer Kostenfaktor. Und es kann überall ruhig derselbe Artikel vom selben (mal ct, mal golem, mal computerwoche, mal mix von denen) sein. Aber unreflektiert nachplappern ist keinen Redakteur wert.

    Und die AboVerwaltung/PaymentControl auszulagern fände ich nett. Dann verlöre man nur 1 Monat oder keinen, wenn die Zeitschrift eingestellt wird, man aber 12 Monate im Voraus bezahlt hat.

    Siga
    05.01.2009, 18:03 Uhr, #
  5. Leider ist Dein erster Link zu Brandeins kaputt…wäre schön, wenn Du uns sagen könntest, auf welchen Artikel Du hier linken wolltest.

    Danke
    Rosey

    Rosey
    06.01.2009, 15:50 Uhr, #
  6. Diesen hier -> http://www.brandeins.de/ximages/1318460_160b11208o.pdf
    Text von Andreas Unger über die abebbende Outsourcing-Welle.

    medienrauschen, Thomas Gigold
    06.01.2009, 17:47 Uhr, #

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Autor Thomas Gigold

Datum 05.01.2009, 14:25

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