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Traumjob “Spieledrehbuchschreiber”?
“… ist in einer Beziehung” – die Welt und ihr Abbild im Netz
“Die können nicht einfach mein Haus ins Internet stellen!”
Deutschland jagt einen Mann

Ohne Fernsehen wäre unsere Welt friedlicher.

[Erscheint bei lautgeben.de und medienrauschen.de]

Bei Spiegel Online stellt - der von mir ansonsten durchaus geschätzte - Holger Dambeck heute die rhetorische Frage, ob die Berichterstattung

Jetzt wissen wir, was die Stunde geschlagen hat: Antonia Rados berichtet aus Frankreich.
(Quelle: Astrid Paprotta)

… über die Krawallen in Frankreich die Gewalt befeuern würden.

Ein LCI-Kamerateam hörte die Worte “Das Fernsehen ist da, ihr werdet gefilmt”; danach wurden zwei Autos direkt vor den Augen der Journalisten angesteckt.

Rhetorisch deshalb, weil er sie umgehend und einseitig von professionellen Bedenkenträgern beantworten lässt. Selbstverständlich nur, um die “Debatte in Frankreich” abzubilden, nicht als eigener Kommentar: 

“Sie träumen davon, in die 20-Uhr-Nachrichten zu kommen”, zitiert “Le Figaro” einen Experten des Polizeigeheimdienstes RG. Jugendliche in den Vorstädten machen keinen Hehl daraus, dass die Ausschreitungen mitunter nichts anderes sind als ein Wettstreit unter verschiedenen Cliquen. Wer hat die meisten Autos auf der Liste? Wer eine Fabrik?

“Die Medien stimulieren die Randalierer”, sagte Jaques Myard, Abgeordneter der Regierungspartei UMP der Zeitung “Parisien”. Das Fernsehen habe die größte Wirkung, aber auch die Fotos in Zeitungen seien nicht zu unterschätzen. (Quelle: Holger Dambeck für Spiegel Online, 10.11.2005)

Randale um ins Fernsehen zu kommen? Bisschen einfach, diese Wahrheit, hmm?

Dabei weiß, spätestens der Eskalation im Irak oder der Verbreitung von Al Quaida-Pressemitteilungen in Videoform durch Al Dschasira, inzwischen auch der gemeine Fernsehzuschauer, dass eine proaktive Nutzung von TV-Berichterstattung und Internet-Distribution probate Mittel der - tja – asymetrischen Kriegsführung sind. Und selbstverständlich versucht sich auch Jaques Myard in angewandter Instrumentalisierung, wenn er “den Medien” eine Mitschuld an den Ereignissen aufzudrängen versucht.

“Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet” – nimmt man diesen Satz des Staatsrechtlers Carl Schmitt wörtlich, dann liegt die Souveränität in Frankreich derzeit auf der Straße. (Quelle: Rüdiger Suchsland bei Telepolis, 09.11.2005)

Problematisch wird es allerdings, wenn man – aus welchem Gründen auch immer, Herrn Myard mag man Absicht unterstellen, Holger Dambeck wohl nicht – Ursachen und Symptome durcheinanderdefiniert.

Selbstverständlich nutzen die Randalierer die Berichterstattung für ihre Zwecke, aber wäre es nicht weit bedenklicher, wenn die Medien die real existierenden Unruhen totschweigen? Das Beispiel zeigt doch gerade, dass die französische Regierung die Probleme vor der eigenen Haustür schon viel zu lange ignoriert hat.

Randnotiz: Wie unterschiedlich man die Situation in Frankreich wahrnehmen kann, zeigen dieses Interview mit Europa-Politiker und “Alt-68er” Daniel Cohn-Bendit und dieser Kommentar (hier als Windows Media-Clip, ca. 9MB) von Bill O’Reilly für den US-Senders Fox News.

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    04.01.2006, 14:47 Uhr

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Autor Jörg-Olaf Schäfers

Datum 10.11.2005, 12:33

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