Es klingt ein wenig seltsam. Ungefähr so, als würde man für einen Zeitungskiosk Eintritt verlangen. Aber genau das schlägt Hubert Burda in der Printausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung heute vor.
“Wer die Leistung anderer kommerziell nutzt, muss dafür bezahlen”, schreibt Burda da, und blickt in Richtung Google. Dass der Primus nämlich Geld verdient, indem er in seinen Suchergebnissen Teile journalistischer Arbeit im twitter-Stil abbildet und dem Suchenden hilft, das Gesuchte zu finden, ist Burda ein Dorn im Auge.
Leider vergißt er dabei, welch hohen Anteil Besucher auf den Webseiten haben, die ohne Google nie auf ein Angebot Burdas geschaut hätten. Oder hätten Sie gewußt, dass man im Focus beispielsweise einen Test von 50 Abnehm-Diäten findet? Ohne Google. Eben!
Burda hingegen sieht schon die “schleichenden Enteignung der Inhalte-Produzenten” durch Google und fordert eine Partizipierung an den Einnahmen – wenn es sein muss, dann auch gesetzlich verordnet. Die Regierung ruft man dieser Tage ja gern einmal zu Hilfe.
Nun kann und muss man Google wirklich kritisch sehen. Aber ich glaube, da will der Herr Burda die falsche Geldquelle für die Probleme der Verleger anzapfen …?!
UPDATE: Mittlerweile ist der Artikel von Burda in seiner ganzen Pracht in diesem Internetz. Hoffentlich sieht das Google nicht!

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Kommentare
Na da würde ich an googles Stelle einfach mal eine Proforma Rechnung an Burda stellen: “Für XXX-Tausend vermittelte Interessenten und Leser ihrer Internetangebote (fragen Sie mal Ihren Webmaster nach sogenannten “Referers”) erlauben wir uns hier XXX Tausend Euro in Rechnung zu stellen. Sollten Sie an weiteren Leser-Vermittlungen kein Interesse haben stellen wir diesen Service auf Ihren Wunsch selbstverständlich gerne ein…”
30.06.2009, 14:10 Uhr, #
Da müsste der gute Herr Burda nur mal schaun, was da vor einiger Zeit mit Google/Youtube und den Plattenfirmen lief. Da hat Google auch gesagt: Bevor wir euch bezahlen, nehmen wir lieber Eure Videos von der Plattform. Für Verlage: Bevor wir Burda Geld geben, nehmen wir lieber alle seine Seiten aus dem Index. Viel Spaß dann, so ganz ohne Nutzer…
30.06.2009, 14:20 Uhr, #
Eine bessere Analogie würde ich z.B. darin sehen, dass Theater, Kino und Restaurant das Geld, das sie wegen des Wettbewerbs unter ihresgleichen nicht mehr verdienen, von der Touristeninformation verlangen würden. (Alternativ: Vom Stadtplanhersteller)
30.06.2009, 14:31 Uhr, #
Ganz schlimm sind auch die, die Kritiken schreiben und damit die Leute evtl. davon abbringen, einen bestimmten Film zu sehen etc.
30.06.2009, 15:08 Uhr, #
Kann bitte mal jemand Herrn Burda das Internet erklären? Ganz kurz?
30.06.2009, 18:26 Uhr, #
Vielleicht sollte Google die Burda-Seiten mal eine Woche komplett auslisten, danach dürfte sich das Thema dann gegessen haben. =)
01.07.2009, 09:10 Uhr, #
Das hängt doch vom Charakter ab, ob ich mich beeinflussen lasse, etwas mir nicht anzuschauen weil es eine schlechte Kritik gab. Das kommt für nicht in Frage!
05.07.2009, 09:08 Uhr, #
Der Burda hat doch echt nicht mehr alle Latten am Zaun. Versteht der überhaupt rchtig was vom Internet? Ich würde vorschlagen, seine Sachen zu speeren,damit Ihn keiner mehr Googln kann.
22.11.2009, 07:51 Uhr, #