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Neues aus der Anstalt

Das Sterben des “Scheibenwischer“, der prominentesten Kabarettsendung im Deutschen Fernsehen, kann man einteilen in drei Vorstufen und einen finalen Rettungsschuß, den “gezielt tödlichen Einsatz von Schusswaffen, um Gefahr von Dritten abzuwenden”. Gezielt und getroffen hatten, am Dienstag dieser Woche, Georg Schramm – die Stalinorgel des deutschen Kabaretts – und seine Kollegen mit der neuen Kabarettsendung des ZDF: “Neues aus der Anstalt“.

anstalt.gif

I. Nach dem altersbedingten Rückzug Dieter Hildebrandts aus “seinem” Scheibenwischer, übernahmen Mathias Richling, Bruno Jonas, Richard Rogler und – ja auch Georg Schramm die traditionsreiche Sendung. Doch was haben die ersten drei daraus gemacht? Eine biß- und geistfreie Comedyrevue mit billigen Politikerparodien und Pointen nach Massengeschmack. Wenn der Rentner und “Krawallbruder” Lothar Dombrowski, alias Georg Schramm, am Ende der Sendung nicht regelmäßig das Ruder herumgerissen und der eingetretenen wohligen Gleichgültigkeit, ob der lahmen Witzchen und augenzwinkernden Zeigefinger seiner Kollegen, mit seinen wohlplazierten kabarettistischen Splitterbomben wieder und wieder den Garaus gemacht hätte, man hätte den Scheibenwischer schon jetzt nicht mehr eingeschaltet.

II. Letzteres tat – oder besser unterließ – man dann endgültig, als Georg Schramm, Anfang des Jahres, dem Scheibenwischer den Rücken kehrte. Mit folgenden Worten:

Ich war für mehr Vielfalt bei den Moderationen.

Und ich wollte als Rentner Dombrowski nicht ständig allein den Krawallbruder machen. Immer nur am Ende der Sendung draufhauen – das wird dieser Figur, die ich einst für längere Bühnenauftritte entwickelt habe, auf Dauer nicht gerecht. Außerdem hätte ich gerne mehr auf die Unterschiedlichkeit von Bruno Jonas, Mathias Richling und mir gesetzt und da und dort auch mal Überraschungen eingebaut.

III. Der dritte entscheidende Tiefpunkt war der Auftritt der drei von der Schwankstelle, Jonas, Richling und Rogler, bei der Talksendung “Menschen bei Maischberger” am Dienstag der letzten Woche. Eingeladen war ebenfalls – und das, wie sich herausstellen sollte, ein glänzender Regieeinfall – der ostdeutsche Kabarettist Uwe Steimle.

Was sich in dieser Sendung zutrug, war ein Kammerspiel über die radikal entlarvte, saturierte Hybris der drei Scheibenwischer und das Verhältnis Ostdeutscher zu Westdeutschen en miniature et en gros. Hie der scheinbar ewiggestrige und offenbar unbelehrbar idealistische Steimle, der sich als Verschwörungstheoretiker verurteilt sah, weil er einen Zusammenhang zwischen dem Krieg im Irak und den dortigen Ölreserven herstellte – da die drei Großkabarettisten in überheblicher Abgeklärtheit und unerschütterlicher Meinungsführerschaft. Der Siedepunkt der kontinuierlich auf kleiner aber feiner Flamme köchelnden Sendung war erreicht, als sich folgender Dialog entspann:

Steimle: Ich find’ ja generell beim “Scheibenwischer” interessant, wer da alles mitmacht.

Richling: Was? Was kommst du denn jetzt?

Rogler: Das hat doch jetzt mit der Frage gar nichts …

Steimle: Na wegen Politik und “Scheibenwischer”. Ich empfinde manchmal “Scheibenwischer” – nich immer, nich immer, um Gottes willen, ihr macht das ja großartig, gibt’s gar keene Frage, aber die Tendenz liegt nahe, dass das manchmal ooch … eeh … Staatskabarett ist.

Richling: Bitte? Müssen wir uns das … Was ist Staatskabarett?

Steimle: Ja, das ist eben . . .

Jonas: Der meint’s nicht ernst.

Richling: Müssen wir uns das . . .

Bruno Jonas: Du . . .

Richling: Was ist Staatskabarett?

Jonas: Du, der meint’s nicht ernst.

Richling: Er meint es ernst. Und ich weiß auch, warum er’s ernst meint. Jetzt bist du dran.

Steimle: Ja Moment. Ja, warum reagierst du so? Bin doch ganz gelassen.

Richling: Du willst zu uns kommen.

Jonas: Ich möchte, daß er das noch’n bißchen erläutert

Steimle: Nein, ich finde es gibt so viele Kabarettisten, ich sprech jetzt nicht für mich, ich bin ausgebucht, es gibt so viele gute Kabarettisten, ooch im Osten, die es wert wären beim Scheibenwischer aufzutreten

Die Kollegen vom Scheibenwischer als Hofnarren? Das kann nicht sein. Doch damit hatte Steimle passgenau den Nagel auf den Kopf getroffen. Wer sich bisher wunderte, warum beim Scheibenwischer eigentlich nur noch die “aufs Korn genommenen” Politiker lachen konnten, hier hatte er seine Erklärung. Und da half es nicht, daß Jonas dem “modernen” Politiker eine “satirische Kompetenz” unterstellte. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Die Scheibenwischer haben die Lizenz zum Arschkriechen. Und die strapazieren sie bis zur Unerträglichkeit.

Nun könnte man natürlich fragen, woran das liegt. Man kann sich Motive, wie Altersbequemlichkeit, Besitzstandswahrung, Lustlosigkeit oder gar fehlende Anlässe aus den Fingern saugen. Daß letzteres nicht der Fall ist, hat man dann beim Todesstoß durch das ZDF-Kabarettensemble gesehen.

Was da – mit ein paar Anfangsschwierigkeiten – auf die Bildschirme kam, war Kabarett. Nicht nur Georg Schramm gab sich in Höchstform, wenn ihn, die wohl widerwillig geschluckte Kröte, Urban Priol, denn mal ließ, sondern auch Jochen Malmsheimer und Rainald Grebe überzeugten mit ihrem Geschrei.

youtube directlink

Wer schmerzlich fehlte, war der – auf der Webseite angekündigte – Volker Pispers.

Georg Schramm als Anstaltsleiter, Pispers und Steimle als stationäre, Grebe und Malmsheimer als ambulante Patienten, was wäre das für ein Kabarettabend!

Dieter Hildebrandt übergab persönlich den Staffelstab. Seit 1979 ist großes Kabarett damit wieder im ZDF angekommen. Seit 2003 wieder bei einem großen Sender.

Nachtrag:
Die komplette Sendung gibts hier als Videostream

Trackbacks

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Kommentare

  1. Die Politikerfreundlichkeit des Scheibenwischers war mir noch nicht so aufgefallen, wohl aber die Proll-Freundlichkeit.

    Insbesondere die letzte Sendung war eines der wenigen Male, dass man außerhalb von Karnevalssitzungen rechtspopulistisches Kabarett ertragen musste: Was wurde da doch über Ausländer, Osteuropäer und Muslime hergezogen, dass es für jeden Bildzeitungsleser nur so eine Freude war!

    Gutes Kabarett muss links sein. Das war zu allen Zeiten und in allen Ländern so.

    Man kann gerne rechts sein, meinetwegen, aber man kann nicht beides sein: rechts und witzig.

    haekelschwein
    25.01.2007, 17:21 Uhr, #
  2. Du sprichst mir aus der Seele, lieber Sven, habe auch beide Sendungen gesehen, war von der – naja sagen wir mal so – seltsamen Maischberger-Runde ebenso verwirrt und dachte mir, diesen Platzhirschen sollte mal das Handwerk gelegt werden, was ich finde, du hier und die Herren aus der Anstalt durchaus geschafft haben.

    Marcus
    25.01.2007, 21:51 Uhr, #
  3. Ich hatte bis jetzt nur Verrisse und Schmähungen über die Anstalt gelesen. Dann werde ich mir das aber auch mal ansehen, bin gespannt.

    halbereuro
    26.01.2007, 11:25 Uhr, #
  4. @haekelschwein:
    Herzlichsten Glückwunsch, das ist mit sicherheit der dämlichste Kommentar, den ich je gelesen habe.

    Dass man Leute nur zum Lachen bringen darf, wenn man ein Che-Guevara-Shirt hat, das war mir neu.

    Vielleicht liegt es ja auch daran, dass Linke konservativen bzw. liberalen Humor nicht lustig finden, weil sie nicht über sich selbst lachen können.

    chinaski
    26.01.2007, 14:16 Uhr, #
  5. mh, was ist denn bitte konservativer bzw. liberaler humor?
    gibt’s da beispiele? :o)

    Sven
    26.01.2007, 15:07 Uhr, #
  6. @Sven

    Konservativer Humor? Klar gibts den, guck dir einfach mal die meisten Büttenreden an …

    :-)

    Rodrigo
    26.01.2007, 15:31 Uhr, #
  7. Konservativer humor im Sinne von “Rechts”, den es ja ja angeblich nicht gibt.
    In Deutschland sieht es da leider sehr düster aus (teilweise Harald Schmidt), aber im angelsächsischen Raum gibt es da schon einige sehr lustige “Rechte”, wie z.B.:
    Comedian Chris Rock (in vielen Gebieten konservativ, nicht in allen)
    Publizist Christopher Hitchens
    diverse Webseiten wie coxandforkum oder blogs4bauer

    In absolute Schubladen kann man die Leute ja nie stecken, aber zu behaupten, Linke besäßen ein Monopol auf Humor, zeugt vom geistigen Horizont eines Goldfisches

    chinaski
    26.01.2007, 15:52 Uhr, #
  8. Ich sprach von politischem Kabarett, denn darum geht es in dem Blogeintrag, um nichts anderes.

    Rechtes Kabaraett? Ja, das erkennt man an dem “Tätä tätä tätä, wolle mer’n roilasse?” nach jeder Pointe.

    Witze erzählen, Comedy, was auch immer, das mag auch rechts funktionieren, aber gutes politisches Kabarett ist PER SE antiautoritär und daher wohl kaum rechts.

    haekelschwein
    26.01.2007, 17:29 Uhr, #
  9. @haekelschwein
    Ich muss mich entschuldigen, da gab es wohl ein Missverständnis, das rechts=unwitzig hatte ich allgemein verstanden, nicht nur auf Kabarett bezogen.

    Die Argumentation links=antiautoritär kann ich ehrlich gesagt auch nur bedingt nachvollziehen, aber dabei würde ich wohl zur sehr in eine absolut off-topic Diskussion driften (viele autoritäre Regime aktuell werden von “Linken” geführt, wie z.B. Kuba, China und Nord-Korea).
    Richtig ist, dass politischem Kabarett eine kritische Position gegenüber der Obrigkeit inhärent ist.

    Und, auch wenn das mal wieder ein bisserl Off-Topic ist, fraglich ist auch, ob im es im Sinne des Rundfunkstaatsvertrages ist (§2, Abs. 2, 1.), dass durch Zwangsgebühren finanzierte Kritik der Obrigkeit ausschließlich von links dem Bildungsauftrag gerecht wird.

    Aber nochmals Entschuldigung für das Missverständnis, falls Du (oder jemand anders) mit mir über das Thema weiter diskutieren will, einfach ne kurze mail an mich: henry{punkt}chinaski[aet]email(punkt)de

    chinaski
    27.01.2007, 01:58 Uhr, #
  10. Holla, der mit Abstand beste Artikel, den ich zu “Neues aus der Anstalt” und seiner Vorgeschichte gelesen habe. (… und ich habe reichlich gegoogelt)
    Dank dafür!

    Gringo
    28.01.2007, 10:17 Uhr, #
  11. dankeschön :o)

    … und ich dachte schon, als zunächst gar keine rückmeldungen kamen, “bringt doch alles nüscht” :o)

    Sven
    28.01.2007, 13:24 Uhr, #
  12. Die Sendung war ganz okay… Gemessen am Niveau des Senders…

    Mark
    29.01.2007, 10:12 Uhr, #
  13. Die beste Sendung die es gibt!!!! Wieso nur 1 mal im Monat??? :-(

    Pascal
    01.03.2007, 10:19 Uhr, #
  14. Lieber Sven,
    stimmt alles was Du schreibst !
    Als “Anstalt”s-Insassin kann ich das Urteil über den Scheibenwischer gut nachvollziehen !
    Und die Maischberger-Sendung war Spitze !

    L'Ecossaise
    29.03.2007, 11:50 Uhr, #
  15. Hi zusammen,

    ich war diese Woche in der Livevorstellung und muss sagen eine leider etwas schwache Leistung. Die Pointen an sich waren gut, aber (was man im TV nicht sieht) dass die Gastgeber Priol & Co alles vom Blatt ablesen finde ich für einen Comedy-Auftritt ein Armutszeugnis. Vor allem weil man als Zuschauer ja auch noch Eintritt gezahlt hat.

    Mein Rat:
    Ins Studio zu gehen und sich den Liveauftritt anzuschauen, lohnt sich nicht. :-(

    Schade.

    SuMar
    18.04.2007, 14:28 Uhr, #
  16. @SuMar

    Ich habe alle vier bisherigen Ausgaben im Studio gesehen. Es stimmt definitiv nicht, daß bei
    den Live-Sendungen vom Blatt gelesen wird. (Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß z.B. Teleprompter
    zum Einsatz kommen, da sich im Normalfall keine der Kameras in einer dafür geeigneten Entfernung
    von der Bühne befinden.) Hast Du evtl. nicht die Live-Übertragung, sondern die öffentliche Generalprobe gesehen, die jeweils am Vorabend der Sendung stattfindet? Wie es da zugeht, kann ich nicht sagen, weil ich’s noch nicht erlebt habe. Deine Formulierung “diese Woche” legt diese Vermutung nahe, denn wenn Du in der Live-Sendung gewesen wärst, hättest Du vermutlich statt dessen “gestern” geschrieben.

    Im übrigen halte ich nichts davon, die “Anstalt” gegen den “Scheibenwischer” auszuspielen. Mir persönlich gefällt es, daß es jetzt ein Kabarett-Format mehr gibt. Ich sehe mir gern beide
    Sendungen an, auch wenn ich die Kritik an der ‘Institution’ Scheibenwischer gut nachvollziehen kann.

    Tequila
    19.04.2007, 11:52 Uhr, #
  17. Der König ist tot!!

    Es lebe der König!!!

    Habe die Zepterübergabe bei Maischberger gesehen!
    Sven hat in allen Punkten Recht!!

    Aguirre - Der Zorn Gottes
    23.04.2007, 19:42 Uhr, #
  18. Eine recht gute Analyse mit einem Fehler: Pispers war sehr wohl in der Sendung vertreten. Ein kurzer Auftritt zwar nur, aber doch eigentlich nicht übersehbar…Offenbar aber doch.

    Busco
    17.05.2007, 08:06 Uhr, #
  19. Bruno Jonas ist ein bayerischer Kleinbürger ohne Substanz aber mit viel Opportunismus. Opportunismus: charakterlich = kein eigenes Stehvermögen, den scheinbar leichtesten Weg wählend. Deutschland Gute Nacht.

    Dummheit.Allergiker
    03.06.2007, 13:53 Uhr, #
  20. Scheiberwischer nur noch mitleiderregend und abstoßend. Rogler und Jonas sind doch (versteckt) überzeugte Neoliberale, die erwecken den Eindruck nichts gehe denen über Geld … was die über Hartz4 und die Regierung zu sagen haben könnte von der Pressestelle der Regierung kommen, das stimmt schon !

    “Neues aus der Anstalt” ist die letzte Stelle im TV wo die Regierung überhaupt noch mit KLAREN WORTEN kritisiert wird – ansosnten wird doch überall in den Medien sogar die G8-Nullnummer als Erfolg gefeiert. Hat was von Staatsfernsehen der DDR !

    Gegen Gehirnwäsche
    28.06.2007, 23:12 Uhr, #
  21. Priwjet!

    Die letzte Ausgabe des “Scheibenwischers” (Juli) war meines Erachtens der vorläufige Tiefpunkt in der Geschichte dieser Sendung, aber letztendlich auch ganz interessant, weil ein schöner Widerspruch deutlich wurde: Man kann nicht die Regierung durch den Kakao ziehen, HarzIV kritisieren, den G8-Gipfel verdammen, um dann eine politische Kraft dieses Landes, nämlich DIE LINKE, mittels eines kabrettistischen Bühnenzaubers an den Pranger zu stellen, nur weil sie genau die Stichworte aufgreift, die Richling, Jonas und Co. Monat für Monat zum Besten geben. Hier biß sich die Katze in ihren eigenen Schwanz – abseits aller Kritik, die auch auf den äußerst mageren künstlerischen Gehalt der Senung geäußert werden muß. Der “Scheibenwischer” ist zu einer billigen “Comedy”-Sendung verkommen, in der höchstwahrscheinlich nur noch mit der Größe Lacher pro Minute gerechnet wird. Lustig soll es vor allem sein.

    Welch Kontrast zu “Neues aus der Anstalt”: Hier wird mit Analysen, Fakten und puren Wahrheiten gearbeitet. Wenn Georg Schramm, wie in der letzten Sendung, als Pharmareferent auftritt, und in perfekter Charakterdarstellung erzählt, daß von 400 neuen im letzten Jahr auf den Markt gekommenden Medikamenten nur ganze sieben einen neuen Wirkstoff haben, dann bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Und genau so muß Kabarett sein. Am Ende der Sendung sollte der Zuschauer nicht über die gelungenen “Witze” lachen, sondern über das, was er sah und hörte, nachdenken. Und Schramm, Priol und Co. gelingt dies seit der ersten Sendnung. Die Totenstille, die fast greifbar ist, wenn Georg Schramm seine “Stalinorgel” wieder losfeuern läßt, die nachdenklichen Gesichter des Publikums sprechen da eine eindeutige Sprache, während es beim “Scheibenwischer” zugeht wie auf einer Karnevallsveranstaltung. Der “Scheibenwischer” ist angepaßt – ein zahnloser Tiger, der keinem weh tut. Ich weiß nicht, aber wenn Ulla Schmidt bei Richlings – zugegeben gelungene – Parodie auf sie selbst herzlich lachen kann, so ist das eine bildgewordene Kapitulation des Kabaretts vor der Politik, und beweist, daß solch ein Kabarett erstens zum Feigenblatt einer angeblich pluralistischen Gesellschaft verkommt und zweitens wirkliche Fundamentalkritik, die Ursache und Verursacher nennt, gar nicht mehr stattfindet. Der “Scheibenwischer” ist zur puren Unterhaltung verkommen, und zieht nur noch mit billigem Klamauk, die sich selbst, wie in der Juli-Senung geschehen, ad absurdum führt.

    “Neues aus der Anstalt” ist Kabarett im besten Sinne: Bissig, Ehrlich und Treffsicher. Es nimmt schon fast Wunder, daß ausgerechnet der Dödel-Sender ZDF zum Refugium der Aufklärung wird. Denn was Schramm und Priol uns da bieten, ist Aufklärung, und zwar im besten Kantschen Sinne.

    “Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!” Immmanuel Kant

    NITUP
    09.07.2007, 20:33 Uhr, #
  22. Wahre Worte mutig ausgesprochen.
    Schramm ist vom Scheibenwischer gegangen – aus gutem Grund – und hat sich NICHT auf die faule Haut gelegt oder frustriert auf die Kleinkunstbühnen zurückgezogen. Er ist in die Offensive gegangen und beweist, dass politisches Kabarett noch immer möglich und gefragt ist.
    Die zerreißenden Kritiker sind jene Spießer, die als sog. Sozialdemokraten mit Jonas,Rogler und Riechling in einer parteipolitischen Reihe stehen und alles abnicken, was die Partei ihnen vorgibt. Der Scheibenwischer ist zur Comedy für Studienräte und Berufspolitiker geschmolzen und eine Schande für die Hildebrandtsche Tradition bissigen Witzes.
    Priol und Schramm geben mit Neues aus der Anstalt wieder Hoffnung, Hoffnung auf kritisches und unangepasstes Denken. Und erlauben ihren Gästen mit dem politik- und sinnbefreiten Slapstick der Samstagabend-Unterhaltung Schluß zu machen und etwas Neues oder besser: lang Vergessenes auszuprobieren. Politisches Kabarett.

    homer77
    22.07.2007, 11:14 Uhr, #
  23. Schröder hat die Sozialdemokratie erledigt, Jonas und Riechling den Scheibenwischer. Wer den Inhalten die beide einmal verkörperten nachtrauert findet sich automatisch bei “Die Linke” und “Neues aus der Anstalt wieder”. Wem die pure
    Fassade genügt bleibt bei SPD und Scheibenwischer. Steimle hat mit dem Begriff Staatskabarett den Nagel auf den Kopf getroffen.

    coma
    09.08.2007, 14:29 Uhr, #
  24. Eines kann ich hier festhalten,

    “Neues aus der Anstalt” ist das Beste, was ich seit langem gesehen habe!

    Ich verpasse keine Ausgabe mehr.

    Es ist wirklich beschämend, dass selbst große Nachrichtensendungen uns nur diesen Politikerbrei nachkauen. Keiner hinterfragt wirklich, jeder akzeptiert diese ganzen Parteispielereien da in Berlin als notwendiges Übel.

    Das dabei viele Karren unnötig gegen die Wand gefahren werden, die dann immer wieder auf den ohnehin schon krummen Buckel der Bürger gehieft werden, das scheint als normal zu gelten…

    Priol und Schramm sprechen das aus, was jedem vernünftigen Menschen durch den Kopf gehen müsste.

    Das Schlimme ist, dass dieses Kabarett
    so verdammt realitätsnah ist…

    Und auch wenn es für den Scheibenwischer als ausgelutscht gilt, Priols Parodieeinlagen würzen die Sendung ungemein und sorgen dafür, dass man nicht nur mit Sorgenfalten auf der Stirn zusieht!

    Sein Stoiber oder seine Merkel… Vorzüglich!
    Guter Gegenpol zu Schramms wirklich oft nachdenklich stimmenden Worten…

    Stephan
    26.10.2007, 19:08 Uhr, #
  25. Wo im öffentlich rechtlichen Fernsehen wird George Dabbelju Bush als das bezeichnet, was er ist, nämlich als Psychopat ? Und wo wird Wolfgang Schäuble als “Eva Herman auf Rädern” tituliert ? Natürlich bei der grandiosen politischen Kabarettsendung “Neues aus der Anstalt”. Danke für die gestrige Sendung, die sich wieder einmal als wunderbarer Fels in der Brandung im Meer des neoliberal geprägten medialen Einheitsbreis präsentierte. Ob es beim CDU-ZDF eigentlich Redakteure gibt, denen diese Sendung langsam zu heikel wird….Abwarten. Mir erspart sie jedenfalls den Gang zum Nervenarzt

    Thomas
    21.11.2007, 13:44 Uhr, #
  26. Ich kann die Kritik an Priol nicht ganz verstehen. In der “Anstalt” kann er seine Stärken (lange vorbereitete satirische Zusammenhänge herzustellen) zwar nicht ausspielen, aber wer seine (besonders zu Zeiten von Rot-Grüns wirklich ausgezeichneten) Rückblicke der letzten Jahre ansieht, der sieht einen scharfzüngigen, beißenden Gegner des Opportunismus, der sich oft genug auch nicht mit Kritik an seinem eigenen Publikum zurückhält, wenn auch ohne Zeigefinger. Es liegt wohl an dem Format, das wesentlich stärker auf Schramm zugeschnitten ist, der sich ja ohnehin mit seinen Charakterwechseln wesentlich kürzer fassen muss und eher episodisch arbeitet. Priol als Gastgeber, dem als Moderator immer nur Häppchen vom gleichgroßen Stück des Bühnenzeitkuchens gegönnt werden, KANN da garnicht so zur Geltung kommen.

    Matthias Noe
    21.11.2007, 14:12 Uhr, #
  27. Wie wäre es mit einer web-adresse “neues aus der Anstalt”? Wenn irgend möglich mit einem Nachrichten-Tikker, der da weiter macht, wo die staatstragenden Nachrichten aufhören.
    Ein Beispiel: Allgemeinverbindlichkeit des Posttarifs, von Merkel gekippt. Das kommt ein- höchstens zweimal in den Nachrichten, also nur solange, bis der “verantwortliche” Redakteur merkt (oder gemerkt wird), daß das niemand sagen darf. “Neues aus der Anstalt” holt es dann nach – aber alle vier Wochen einmal – da kann ja keiner von leben.

    Gerhard
    24.11.2007, 22:39 Uhr, #
  28. Neues aus der Anstalt !

    Das Beste was es zur Zeit gibt. Wenn möglich seh ich die Sendung gleich noch ein zweites mal.
    Einfach Grandios.

    Hans123
    06.03.2008, 10:44 Uhr, #
  29. Ich habe keinen Fernseher, weil die Programme einfach unerträglich sind. “Neues aus der Anstalt” habe ich bei Freunden entdeckt, seitdem sehe ich mir alle Folgen an. Die Politik in Deutschland und Österreich hat vieles gemeinsam, daher gefällt mir die Sendung. Hier in A gibt es nur den neoliberal geprägten medialen Einheitsbrei. Konformismus pur. Jetzt bin ich erleichtert. Danke Priol und Schramm.

    Cecilia
    24.03.2008, 19:16 Uhr, #
  30. Jetzt online !

    http://WWW.NEUES-AUS-DER-ANSTALT.DE

    Ich würde mich über eure Beteiligung freuen …

    Gruss

    Dirk

    Dirk
    18.09.2008, 11:08 Uhr, #
  31. Scheibenwischer ist eine ganz tolle Sendung,besonders der Mathias Richling, von denen ich besonders angetan bin, wenn er nicht wär, so wäre alles nur halb so lustig, – ich persönlich fände es toll, – wenn er auch mal bei der Anstalt mit mischen könnte.

    Peter
    24.02.2009, 22:35 Uhr, #
  32. “Gutes Kabarett muss links sein. Das war zu allen Zeiten und in allen Ländern so.”

    Ja, auch früher in der DDR.

    Calamitas
    22.11.2009, 10:21 Uhr, #
  33. Bisher immer für ziemlich gut befunden. Wundere mich jetzt aber w a r u m in Folge 32 u n i f o r m i e r t e Männer im Publikum sitzen?!? Sind wir jetzt soweit, dass in “sympathischen” Sendungen, und g e r a d e in kritischen Sendungen uniformierte Menschen mit einer Selbstverständlichkeit “gezeigt” werden, damit wir uns dran gewöhnen? Oder w a s soll das Ganze?
    W i e v i e l e Gründe gibt es sich in so eine Sendung mit Uniform zu setzen??
    Soweit ich weiß finanziert sich die Sendung mit öffentlichen Geldern..
    Bestehen da etwa doch Verpflichtungen gegenüber der Politik? Ich bin jetzt jedenfalls auch bei dieser Sendung skeptisch. Mist.

    Lee
    06.04.2010, 02:20 Uhr, #
  34. Das war hochkarätiges Kabarett gestern Abend – (noch) keine Spur von Zurückhaltung wegen der politischen Veränderung bei Regierung und ZDF – und vielen aus “dem Herzen gesprochen”. Wenn ich die Bedenken des Vorredners lese – es wäre ein böses Zeichen, wenn die Uniformen gewollt. Aber Freunde, dem intellektuellen Witz eines Schramm ist keiner der derzeitigen Regierungsmitglieder gewachsen. Deshalb weiter so!

    Gilbert Belo
    14.04.2010, 13:55 Uhr, #
  35. leider alle links tot :-/

    weder die maischberger sendung, noch der youtube link bzw. der tdf mediathek link sind vorhanden. gibts die noch irgendwo zu sehen?

    (ne email wäre echt toll)

    NX
    16.05.2010, 15:49 Uhr, #
  36. Offener Brief.

    Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler. Hannover, 20.06.2010

    Herr Rösler,

    Wir brauchen keine 300 Krankenkassen mit ihrem Wasserkopf, Palästen und aufgeblähter Verwaltung. Stattdessen brauchen wir eine Krankenkasse, die im Notfall für ihre Versicherten da ist.
    Unsere Eltern haben dieses Land in den schweren Jahren wieder aufgebaut
    (Trümmerfrauen etc) und nicht die Sozialschmarotzer.
    Aber wer vor dem Fernseher ruhig gestellt ist, geht nicht auf die Barrikaden und schreit:
    Wir sind das Volk! Unfähige politische Parteien und degenerierte Politiker bestimmen was für ein Wahnsinn in Deutschland abgeht.
    Korrupte Manager belohnt man für ihr Unvermögen mit Millionenabfindungen
    und buttert Milliardensteuergelder in bankrotte Banken.
    “Nie wieder darf ein deutscher Soldat mit einer Waffe
    fremden Boden betreten“ beteuerten Nachkriegspolitiker.
    Und heute muss man „Deutschland am Hindukusch verteidigen“.
    Nicht genug, dass Deutschlands Steuerzahler den finanziellen Hauptteil des gesamten EU-Etats schultern und für die griechischen Schulden aufkommt.
    Zahlen deutsche Soldaten mittlerweile auch noch mit ihrem Blut für Unverstand und bodenlose Unfähigkeit unserer „Volksvertreter“.
    Was interessiert die Politikerkaste, warm und abgesichert im Bundestag thronend, ihr ätzendes Geschwätz von gestern oder ihr Versagen von heute? Maßlosigkeit und Gier
    sind angesagt. Da werden innerhalb eine Woche im Parlament die Diäten um 9,4 Prozent erhöht noch nie wurde ein Gesetz so schnell verabschiedet. Dafür werden die Ärmsten der Armen wieder zur Kasse gebeten.
    Ist das deutsche Volk, ein Volk von Idioten, das von schizophrenen Politikern regiert wird?

    Ein transsexueller Brite erhält auf Kosten einer deutschen Krankenkasse eine
    Brustoperation. Der Ex-Soldat hatte geklagt und bekommt nun die Geschlechtsumwandlung bezahlt.
    Jeder Fixer oder durch geknallte Typ kann sich mehrere Psychologen leisten und wird solange therapiert bis er Sozialhilfe- Harz 4 erhält. Bestes Beispiel ist der Türke Mehmet (München). Der Typ erhielt einen Sonderpädagogen und kostete den Steuerzahler 300.- Euro pro Tag.
    Abzocke der Sozialleistungen
    “Euro-Döner” (Kette) schleust türkische Männer in die BRD. Diese bekommen einen Job auf 600,-¤-Basis, kriegen aber nur 200 Euro im Monat ausbezahlt. Als Rattenschwanz bringen sie Frau und eine große Anzahl an Kindern mit. Durch die Arbeitserlaubnis, die diese Personen ohne Probleme erhalten, ist der Nachzug erlaubt. Das Sozialamt nimmt die 600,-¤ als Berechnungsgrundlage und füllt den Rest auf die Anzahl der Personen der “Familie” auf (oft mehrere tausend Euro pro Familie). Alle Mitglieder der Familie sind außerdem familienangehörig mitversichert. Das heißt: Sie lassen sich die Zähne hier erneuern, impfen und behandeln. Alles das, was sie in der Türkei niemals gemacht hätten und auch nicht bekommen!
    Jetzt kommts: Die Eltern der eingewanderten Türken werden nach Begründung durch den Antragssteller AUTOMATISCH mitversichert, auch wenn sie niemals deutschen Boden betreten haben!!! Die lassen sich dann in der Türkei behandeln und der deutsche Steuerzahler kommt dafür auf – in der Not (große OP´s) werden sie sogar auf Steuerzahlerkosten in die BRD geflogen! Zum Vergleich:
    Ein Deutscher kann seine Eltern ohne Mehrkosten NICHT mit versichern lassen.
    Alleine die “Dönermafia” kostet den Staat jährlich einige Milliarden Euro. Jeder höhere Krankenkassenmitarbeiter weiß darüber Bescheid. Wer dies aber öffentlich ausspricht, wird versetzt oder gekündigt! Im Namen der Bundesregierung bestätigt:
    In der Türkei, in Bosnien und Herzegowina, Serbien und Montenegro lebende Eltern eines in Deutschland krankenversicherten ausländischen Arbeitnehmers haben Anspruch auf Leistungen aus der Krankenversicherung.
    Der Kreis der Anspruchsberechtigten richtet sich nach den Rechtsvorschriften des Wohnsitzstaates der Familienangehörigen. Grundlage seien, so Thönnes, ein deutsch-türkisches Abkommen vom 30. April 1964 sowie ein deutsch-jugoslawisches Abkommen vom 12. Oktober 1968.
    Im Namen der Bundesregierung bestätigte der Staatssekretär Franz Tönnes , auf Anfrage der CDU Abgeordneten Erika Steinbach , diesen Tatbestand. Über die Höhe der ins Ausland fließenden Mittel konnte der Staatssekretär keine Angaben machen.
    1999 wurde der türkischen Krankenversicherung für die Betreuung von 33.630 Familien ein Betrag von ca. 7,1 Millionen EURO von der deutschen Krankenkasse überwiesen.
    1999 für Bosnien , Herzegowina , Mazedonien , ca. 1,22 Millionen EURO .
    2000 für Serbien und Montenegro ca. 0,21 Millionen EURO .
    2000 für Kroatien und Slowenien ca. 1,87 Millionen EURO .
    Gesamt : 10,40 Millionen EURO in nur einem Jahr.
    Für 2010 ist diese Summe auf 30,10Millionen erhöht worden
    Dazu kommen die erfundenen Krankheiten wie die Schweinegrippe. Impfen das Geschäft von Morgen. Auf diese Weise werden jetzt ¤ 600.000 000,- gesamt aber ¤ 2. 000 000 000 getätigt. Krankenkassen, wie auch der Staat werden von Chemiekonzernen genötigt
    diese Impfung durchzuführen
    Wie bekannt ist, werden die Versicherungskarten inzwischen im Schwarzhandel verkauft, und jeder der will, kann sich kostenlos behandeln lassen oder Medikamente beziehen. Dabei währe ohne großen Aufwand das sofort zu stoppen, mit der Anweisung nämlich das die Karte nur in Verbindung mir dem Ausweis/ Pass gilt .Durch die Untätigkeit der verantwortlichen Politiker kostet uns das jedes Jahr einige hundert Millionen Euro.
    Eine Volksabstimmung gibt es nicht. Die Bürger werden in keiner Weise gefragt. Sie haben zu zahlen und das Maul zu halten. Das Volk wird als zu dumm betrachtet, um über seine eigenen Angelegenheiten befinden zu können. Die Deutschen werden als große dumme Masse nur als Stimmviehs gebraucht. Alle 4 Jahre dürfen sie teilhaben an der nächsten großen Volksverblödung.

    Deutschland wird ohne Krieg total vernichtet. Diese Politiker wirken mit am Untergang unseres Landes, unserer Kinder und unserer Zukunft. Vielleicht hat Der Bundespräsident
    Horst Köhler, deshalb das Handtuch geworfen, weil er diesen Wahnsinn nicht mehr ertragen konnte,

    Wann wacht Deutschland endlich auf.

    Harri Schittkowski

    Harri Schittkowski
    19.06.2010, 21:44 Uhr, #

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Autor Sven

Datum 25.01.2007, 13:26

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