Müsli am Dienstag
Einer kommt groß
Na was wird dass denn: Der Springer-Chef Mathias Döpfner hat sich laut Medienberichten (FAZ und Spiegel) am Wochenende in Los Angeles mit ProSiebenSat.1-Haupteigner Haim Saban getroffen. Dabei soll es - wie Verhandlungskreise bestätigen - um nichts geringeres als die Hauptanteilsübernahme der deutschen Sendergruppe.
Saban lädt allerdings nicht nur Springer zu Gesprächen ein: Auch Rupert Murdoch, Viacom und Warner dürfen das Werben eröffnen. Zur Disposition stehen wohl nicht nur Sabans Anteile an der AG, sondern auch die der Finanzinvestoren mit denen zusammen Saban vor 18 Monaten die ProSiebenSat.1 AG übernommen hatte.
Einer wechselt doch
Nun also doch: Der Handelskonzern Karstadt-Quelle wird - so das Handelsblatt heute morgen - beim Deutschen Sportfernsehen (DSF) und beim Internetportal Sport 1 aussteigen. Übernehmen wird die Anteile offenbar der derzeitige Mit-Anteilseigner EM.TV für 25 bis 28 Mill. Euro.
Eine redet …
Der Tagesspiegel hat ein kleines Interview mit der RBB-Intendantin Dagmar Reim über die ARD-Programmreform und den Umbau des eigenen Senders geführt.
Eine mehr …
Für Freunde von Dokumentationen haben wir eine besonderen Web-Tipp: Auf der Seite ‘Ich bin ein Doku-Freund‘ gibt Andreas Haible Fernsehtipps für interessante und sehenswerte Dokumentationen. So verpasst man als ‘Doku-Liebhaber’ kein Sahnestück mehr … Theoretisch zumindest.
Einer geht noch …
Die deutsche Medienlandschaft kommt im Grunde ja keinen Tag ohne Personalie aus. Heute gibt es gleich mehrere Personalien von Medienschaffenden die gegangen werden:
Bodo Kirchhoff darf die Sachen seiner Büchersendung “Parlando” packen, die der Hessische Rundfunk wegen anhaltender schlechter Quoten absetzt.
Ähnliches Schicksal erleidet auch Ulla Kock am Brink, deren “Talk am Donnerstag” ebenfalls abgesetzt ist.
Eine kommt doch …
Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (kostenpflichtig) von heute sieht sich Sarah Kuttner derzeit nach einem neuen Betätigungsfeld um. Angeblich steht sie mit dem WDR in Verhandlungen. Offiziell gab es zwar vom Manager Kuttners eine Bestätigung, der WDR will sich dazu allerdings nicht äußern.
Dem Bericht zufolge will Kuttner einer Kultur-Sendung moderieren, eine Pilotfolge sei bereits in Planung.
Einen haben wir noch …
Die Initiative Nachrichtenausklärung hat die Themen zusammengestellt, die es im letzten Jahr trotz hoher Wichtigkeit nicht in die deutschen Medien geschafft haben. Die taz fasst in einem gesonderten Artikel einige Gründe für diese Nicht-Themen-Wahl zusammen: Nachhaltiges Schweigen. [Ralph Segert]
Kommentare
Schreibe einen Kommentar
Bitte halte Dich an die Netiquette. Name und E-Mail sind Pflichtangaben, Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht.Müsli am Dienstag
Ich hoffe, dass jeder den gestrigen Montag auch ohne das gewohnte Frühstück gut überstanden hat. So eine unangekündigte Diät kann aber manchmal auch sehr befreiend sein.
Bevor wir allerdings mit dem Müsli richtig einsteigen, möchte ich um eine Schweigeminute für unsere Kollegen von IT&W bitten.
Diese rekonstruierten das 21 Jahre alte Video, in dem Apple den Macintosh vorstellt, um es der Öffentlichkeit in einer bisher nicht da gewesenen Qualität zu präsentieren. Das führte zu einer Erwähnung bei heise. Darauf folgte anscheinend auch ein Newsbeitrag bei Slashdot. Das wiederum führte zu einem sehr bekannten Effekt: IT&W wurde (ge)slashdoted. Alle die bisher nicht die Gelegenheit hatten, sich das Video anzugucken, werden sich also für eine Weile gedulden müssen - so manche Seite ist unter der Last der ersten Wellen schon für einige Tage in der Versenkung verschwunden.
Derweil empfehle ich allerdings eine andere kurzweilige Unterhaltung. Steve Ballmer wirbt für Windows 1.0 (830KB, WMV). Manche finden es lustig, ich fands eigentlich ziemlich erschreckend.
Glück für Pro7
Glücklich müssen einige Leute bei Pro7 sein. Über 20 Prozent für “Die Burg”? 1,82 Millionen Zuschauer in der werberelevanten Zielgruppe? Ja, seit wann gibt es denn sowas noch? Nach der Übernahme durch Haim Saban und der starken Rotation in der Management-Ebene waren Erfolge für den angeschlagenen Konzern eher eine Seltenheit. Immer mehr verkümmerte die Programmgestaltung in München zu einer Kopie von RTL und dazu mit sehr zweifelhaften Teilerfolgen.
Friedliche Kooperation bei ARD und ZDF?
Die Programmdirektoren der beiden Sender haben sich auf eine engere Kooperation bei der Programmgestaltung einigen können. Damit endet ein seit Wochen andauernder Streit zwischen den beiden öffentlich-rechtlichen Sendern, der unter anderem mit der geplanten Verschiebung der Tagesthemen auf einen neuen Sendeplatz anfing.
Zukünfig sollen vierteljährlich Abstimmungsrunden statt finden, um Genreüberschneidungen zu vermeiden. Heute werden in einem Spitzengespräch noch die geplanten Schemaveränderungen der ARD besprochen.
Für wen hört sich das sonst noch nach Gebührenverschwendung an?
Google auf Abwegen?
Was genau ist Google eigentlich? Also, was stellt sich der normale Google-Suchmaschinen-Benutzer vor, wenn er an den Namen Google denkt? Vor dem Börsengang dachten vermutlich die Meisten nur an die Suchmaschine. Eine kleine Seite, mit vielen Antworten, auf die jeder vertrauen kann.
Nach dem Börsengang sieht das Ganze vielleicht ein wenig anders aus. Immer öfter wird Google von den Medien als Thema aufgegriffen, immer genauer wird jeder Schritt des Unternehmens beobachtet. So bleiben selbstverständlich auch die neuesten Schritte nicht unbemerkt. Was genau will ein Unternehmen, welches seine Brötchen hauptsächlich über Werbung verdient, mit Glasfaserleitungen?
Eine Antwort kam eventuell schon viel schneller, als viele erwartet hatten. Laut einem Artikel der Times plant Google einen kostenlosen VoIP-Service in Großbritannien. Das Ganze soll wohl so ähnlich wie Skype funktionieren.
Damit würde sich zumindest der Bedarf nach dermaßen viel Bandbreite erklären. Ob Google allerdings wirklich den Einstieg ins Telekommunikationsgeschäft plant oder diesen gar erfolgreich schaffen wird, bleibt vorerst Spekulation.
Napster …
… kommt nach Deutschland. Genaue Details gibt es leider noch nicht. Es wäre aber sicherlich interessant zu erfahren, wie der erste Abo-Dienst in Deutschland aussehen wird. In den USA bietet Napster drei verschiedene Modelle. Für zehn Dollar lassen sich beliebig viele Songs auf den Rechner laden, für 15 Dollar lassen sich diese Songs auch auf den MP3-Player übertragen oder auf CD brennen. Wer sich allerdings überhaupt nicht binden lassen möchte, kann jeden Song einzeln für 99 Cent downloaden. Ich gehe davon aus, dass wir ein sehr ähnliches Modell hier zu Lande erwarten können.
Doch das ist nicht alles. Anscheinend denkt man bei Napster laut über die Erweiterung der Dienste nach. In Zukunft soll das Angebot auf Filme, TV-Serien und Spiele erweitert werden. Auch in diesem Fall soll der Kunde primär über einen Abo-Dienst gebunden werden, bei dem er einen unbegrenzten Zugriff auf die jeweilige Datenbank hat.
Oscar
Für alle Freunde des Films eine kleine Erinerung an dieser Stelle. Heute werden die Nominierungen für die 77. Oscar-Verleihung bekannt gegeben. Wer Interesse hat und nicht die überlastete Oscar-Seite aufsuchen möchte, sollte regelmässig bei IMDb vorbei schauen - dort wird eine entsprechende Liste mit Sicherheit zeitnah publiziert werden.
Damit entlasse ich alle in den bevorstehenden Alltag und wünsche einen angenehmen Tag.
Trackbacks
- lemming, 25.01.2005, 12:08 Uhr
- Alex's Blog, 06.02.2005, 20:47 Uhr
Kommentare
-
Wieso soll es Gebührenverschwendung sein, wenn die Empfänger/Verwalter/Verwender dieser Gebühren miteinander darüber reden, was sie mit ihnen anstellen? Falls bei diesen Gesprächsrunden zwischen ARD und ZDF nicht nur heiße Luft rauskommt, sondern z.B. die Vermeidung von zeitgleich Volksmusik oder parallele royale Hochzeiten auf beiden Sendern, dann ist damit doch allen gedient.
-
Falls. Genau das ist mein Punkt, Thomas.
Igor Schwarzmann
25.01.2005, 16:24 Uhr, # -
“Für wen hört sich das sonst noch nach Gebührenverschwendung an?”
Könnte auch Torschlusspanik sein, diese Abstimmungsgespräche, weil man bei ARD und ZDF vermutlich bereits ahnt, das es dank EU-Gesetzen bald aus ist mit dem Geld der Gehirn-Einzugs-Zentrale.
Schreibe einen Kommentar
Bitte halte Dich an die Netiquette. Name und E-Mail sind Pflichtangaben, Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht.Müsli am Dienstag
Ja ist es denn schon wieder soweit? Japp. Keinen Hunger? Gibts nicht, hier wird aufgegessen!
Golden Globe 2005
Anfangen will ich mit etwas Seichtem. Gestern wurden die nicht so ganz begehrtesten Trophäen vergeben. Pro7 war wieder dabei. Wahrscheinlich auch wieder mit Anke. Kann das jemand bestätigen?
Aber zurück zu den Gewinnern. Die üblichen Verdächtigen, würde ich sagen. Bis auf die Tatsache, dass Leonardo DiCaprio gewonnen hat. The Aviator - Best Motion Picture - scheint aber auch eine gute Vorlage zu sein. Eventuell die Möglichkeit für Martin Scorsese nach der Pleite mit Gangs of New York einen Preis zu bekommen. Ein Oscar fehlt ihm noch.
Blogger-Probleme
Ich mag Johnny ja sehr. Der Jamba-Artikel, den ich nun wirklich nicht mehr verlinken werde, hats mir angetan und der Presserummel war ihm von ganzem Herzen zu gönnen. Doch warum muss er Planetopia ein Interview geben, obwohl er die Sendung gar nicht kennt? Um sich später über die legendäre Sendung besser aufregen zu können vielleicht? Probleme dieser Art braucht die Welt heute wirklich nicht. Deswegen kann ich auch die helle Aufregung gar nicht verstehen.
Das bringt mich aber auf die Idee, über richtige Probleme zu berichten. Wir in Deutschland / Europa sind ja bekanntlich immer ein wenig langsamer, deswegen sind auch die Blogs in den USA viel wichtiger. Dort stieg die Zahl der Blogs im Jahr 2004 um 58%. Das macht dann 32 Millionen insgesamt.
Das ist dann auch genug um Blogger zum Beispiel dafür zu bezahlen, dass sie einen Präsidentschaftskandidaten schön reden. Nein, John Kerry weiß nichts von Blogs. Es geht natürlich um Howard Dean. Der oder besser gesagt seine ehemalige Internetkampagnen-Managerin Zephyr Teachout schrieb offen über die Vorgänge hinter den Kulissen. Es wäre ja fast schon eine unwichtige Geschichte für uns, wenn es nicht um Blogger ginge. (Danke, Spindoktor!)
Ausschnitte …
… aus einem Buch über Blogs, dass es leider so nicht geben wird. Schade. Dafür gibts nun einen Ausschnitt von Mario. Sehr informativ, für so wenig Text. Lesebefehl!
Musikshops + Werbebanner
Gehört Ihr auch zu der Gruppe, denen die 99 Cent für eine MP3 einfach zu teuer ist? Für den Preis bestell ich mir lieber meine CDs bei Amazon. Dabei gibt es mehr als genug Menschen da draußen, die das anders sehen. iTunes ist deswegen auch so erfolgreich. Doch Erfolg alleine reicht nicht um Geld zu verdienen. Die groß angelegte Werbekampagne für den iPod - kurz: iTunes - bringt kaum Geld ein - da kann es noch so viele Songs verkaufen, es wird sich bei dem derzeitigen Modell selten bis gar nicht rechnen.
Deswegen wollen nun die Betreiber von Musikplattformen Werbung einführen. Ob RealNetworks oder Musicmatch - es wird laut über Werbung als Mehrwert für den Kunden nachgedacht. Nur Napster scheint wieder keine Probleme mit den Finanzen zu haben. Dort muss der Kunde nur noch 79 Pennies (Großbritanien) für einen Song bezahlen.
Polemik
Was der Spiegel kann, können wir natürlich auch. Ab jetzt machen wir das immer so. Jedes Mal wenn wir im Titel irgendwo “Polemik” rein schreiben, können wir machen was wir wollen.
Das schöne daran ist eigentlich, dass wir das auch ohne die Polemik können. Das ist der Unterschied zwischen uns und den Profis. Genauer genommen geht es um Herrn Broder. Dieser, so scheint es, fühlte sich durch die Ungerechtigkeit in der Welt gepackt, eine Abhandlung zu schreiben, wie mediengeil doch alle sind und dass keiner dieser Stars auch nur ein wenig selbstlos handelt. Alles PR. Jawohl, Herr Broder! Was sie nicht sagen, Herr Broder! Vielleicht etwas Neues, Herr Broder?
Gefallen hats mir trotzdem - das Ganze war recht amüsant zu lesen und das obwohl es erst im letzten Absatz so richtig böse wurde.
So wird die Katastrophe zum Allzweckhobel. Jeder Sextourist versteht sich inzwischen als Aufbauhelfer, schließlich wäre es unter den gegebenen Umständen moralisch nicht zu verantworten, wenn er einen Puff in der Schorfheide besuchen würde.
Trackbacks
- E-Business & Media, 18.01.2005, 09:51 Uhr
Kommentare
-
“Nur” 79p sind immer noch mehr als 99c ,)
Marmelade
18.01.2005, 02:12 Uhr, # -
“iTunes - bringt kaum Geld ein - da kann es noch so viele Songs verkaufen, es wird sich bei dem derzeitigen Modell selten bis gar nicht rechnen”
Quelle?
So ausm Bauch heraus würde ich einfach mal genau das Gegenteil behaupten. Die Musikindustrie bekommt nämlich nur 30 Cent ab, iTMS hat soviele MP3s verkauft, wie alle MP3-Stores der gesamten Welt jemals zusammen verkauft haben. Und das innerhalb von 1,5 Jahren.
Also: Quelle?
-
Marmelade: Sicherlich, nur wurde es eben billiger. Es geht alleine um die Preissenkung.
Frank: Danke fuer die Info. Sowas wuerde ich mir auch fuer die Oscar-Verleihung wuenschen aber nein, da kriegt der werte Zuschauer ja mehr Service fuer die viele Werbung.
Matthias:
Es ist kein Geheimnis, dass sich mit Online-Musik kaum Geld verdienen lässt. So hat Apples Chef Steve Jobs wiederholt erklärt, dass iTunes praktisch keine Gewinne abwerfe.
via netzwelt
Igor Schwarzmann
18.01.2005, 09:24 Uhr, # -
Zum Thema Plantopia tut sich Herr kantel noch viel mehr leid als Johnny. Er versteigt sich sogar darin, dass er überhaupt “keine Chance” hatte herauszufinden, was Planetopia ist.
Zum Thema Polemik: Aus Sicht des Autors ist Polemik einfach bequem. Man muss nicht einmal mehr zum Telefon griefen, nicht in Archiven stöbern, keine Notizblöcke füllen. Man füllt einfach den vorverdauten Brei der anderen in eine Form, bis es hübsch aussieht.
und es gibt ja überhaupt keine schlechte Polemik: Wenn jemand die Polemik lohnt, ist er halt ein Kenner - regt sich jemand drüber auf, ist er enttarnt. Wenn es keinen juckt, ist das Publikum nicht mehr fähig, das hochgeistige Erzeugnis zu verarbeiten.
Torsten
18.01.2005, 10:37 Uhr, # -
Herr Kantel ist niemand, denn ich zu verstehen versuche. Ich weiss gar nicht, wie der Mann all das schafft, was er macht. Der Papst muss ihm einen achten Tag in der Woche gewaehrt haben …
Igor Schwarzmann
18.01.2005, 10:58 Uhr, # -
So pauschal zu schreiben iTunes wäre teurer würde ich nicht teilen. z.B. kostet das Album Remixes 81-04 von Depeche Modem bei Amazon EUR 18,97, iTunes EUR 9,99 - und das für 37 Tracks. Zudem gibt es auch viele Interpreten wo man eben nur einen oder zwei Tracks einer CD kauft, wenn nur diese Tracks gefallen, und muss nicht die ganze CD dazu erwerben.
-
Natuerlich gibt es auch gute Angebote bei iTunes. Ich spreche der ganzen Sache auch nicht ihre Existenzgrundlage ab. Es liegt mir nur viel daran meinen schon ueberfuelten CD-Staender mit noch mehr CDs voll zu stopfen. Dafuer bin ich auch bereit mehr zu zahlen.
Igor Schwarzmann
18.01.2005, 18:28 Uhr, #
Schreibe einen Kommentar
Bitte halte Dich an die Netiquette. Name und E-Mail sind Pflichtangaben, Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht.Müsli am Dienstag.
Das Glöckchen klingt, das zweite Müsli im Jahr wird serviert. Vorab aber eine kleine Info. Wir haben seit neustem für jeden Autor ein kleines Kontaktfeld, welches direkt über den Autorenlink unter dem Beitragstitel zu erreichen ist oder über “Kontakt”-Seite, wo alle Autoren gelistet sind. Wie immer freuen wir uns über jegliche Post, die bei uns ankommt!
Bill Gates gibt ein Blog-Interview
Unser Kollege vom DIENSTRAUM meldet, dass Bill Gates zum ersten Mal die Fragen eines Blogs beantwortet. Das bestätigt natürlich die Theorie des Spiegels, dass Blogs eine kritische Masse erreicht haben.
Premiere hin oder her, Herr Gates spricht bei Gizmodo über allerlei interessantes - unter anderem auch über den Verkauf vom Slate Magazine an die Washington Post.
TuneTribe
Legale Musikportale gibt mitlerweile es wie Sand am Meer. Kaum eines hebt sich durch besondere Qualitäten hervor und kaum jemand kommt auch nur annährend an die Zahlen von iTunes heran. Soweit also nichts neues. In England denken die aber ein wenig weiter und kommen mit einer doch etwas anderen Idee auf den Markt. Bei TuneTribe bestimmen die Künstler selbst den Preis und erhalten dafür auch 80% der Einnahmen aus dem Verkäufen. Das wird vermutlich nicht nur für Künstler aus dem Independent-Bereich interessant sein. Laut nicorla sind unter anderem The Libertines und Morrisey interessiert.
Mit ein paar großen Namen und einem guten Nischen-Marketing könnte TuneTribe sogar eine nette Zukunft haben. Jetzt muss das ganze nur den Sprung von der Insel aufs Festland schaffen. Das wäre fast heißes Wasser mit Milch - nur ein wenig besser.
Blue-Ray oder nicht Blue-Ray?
Diese Frage entscheiden womöglich weder die Befürworter (Sony, Philips, Fox) der Technologie, noch die Gegner (NEC, Toshiba, Warner) auf Seiten der HD DVD. Laut ZDnet ist die Pornoindustrie, welche jährlich 11000 neue Titel auf den Markt bringt, schon immer ein wichtiger Entscheidungsfaktor gewesen, wenn es um neue Technologie für den Home-Entertainment-Bereich geht.
Bedauerlicherweise sind sich die Porno-Produzenten auch nicht ganz so einig. Die Großen wollen die neue Technik und scheuen auch die Investitionskosten nicht. Es sind Features wie veränderbare Kamerawinkel für den anspruchsvollen Kunden im Gespräch. Dagegen sind die kleineren Fische der Meinung, dass die DVD als Grundbaustein solange wie möglich beibehalten werden sollte. Wer wohl am Ende das größere Durchhaltevermögen haben wird?
People’s Choice Award
Michael Moore hat zwar George W. Bush nicht aus dem Weißen Haus vertrieben, doch wenigstens trösten ihn das Volk mit dem Peoples Choice Award. Da hat Fahrenheit 9/11 nämlich noch vor The Passion of the Christ gewonnen. Zusammen mit den Golden Globes ist dies immerhin eine gute Vorschau für die Oscar-Verleihung. Ende Februar wird der begehrteste aller Entertainment-Preise verliehen - jetzt muss Moores politisches Werk nur noch für die Kategorie “Bester Film” nominiert werden, damit Preisverleihung ein wenig spannender wird.
Frankreich vor dem Untergang
Wo wir doch gerade beim Film sind: Der Untergang ist nicht nur hier zu Lande, was durchaus nachvollziehbar ist, erfolgreich gelaufen - nein - er ist auch im Lieblings-Nachbarland des Kanzlers ein großer Erfolg. 168.718 Zuschauer sollen den Film am ersten Wochenende gesehen haben. Platz 6 in den Charts. Dabei war der Erfolg alles andere als garantiert - “La Chute” (Der Sturz) wurde unter anderem von Libération und Frances-Soir recht schlecht bewertet.
SPIEGEL ist meistzitiert
Laut Medien Tenor, dem Bonner Institut für Medienanalyse, bleibt der SPIEGEL auch dieses Jahr das meistzitierte Medium in der BRD. Dicht gefolgt von BILD. Einen deutlichen Sprung konnte auch die WELT verbuchen, die zu den meistzitierten Abo-Tageszeitungen zählt. Details gibt es bei Kress und Medien Tenor. Allerdings nur mit Anmeldung.
Ich gehe jede Wette ein, dass der Spiegel auch einen Spitzenplatz bei Blogs aus deutsch sprachigem Raum einnimmt. Oder gibt es dazu auch schon eine Untersuchung?
62% der Deutschen lesen medienrauschen.de
Was? Gelogen? Ok, vielleicht ein wenig. Gemeint war eigentlich, dass 62% der erwachsenen Deutschen einen Internetzugang haben und damit in der Lage wären, medienrauschen.de zu lesen. Das ist deswegen interessant, weil die Zahl nach wie vor steigt - wenn auch nicht so schnell wie zuvor. Wer mehr Details haben möchte und auch durch den Artikel vom heise newsticker nicht befriedigt wird, kann gerne bei FGW Online vorbeischauen.
Kommentare
-
Ende Februar wird der begehrteste aller Entertainment-Preise verliehen - jetzt muss Moores politisches Werk nur noch für die Kategorie “Bester Film” nominiert werden, damit Preisverleihung ein wenig spannender wird.
Soweit ich weiß geht das doch gar nicht mehr weil der Film schon im TV lief…
Weiss da jemand mehr?Christian
11.01.2005, 05:03 Uhr, # -
Stimmt. Auf die Oscar-Nominierung und den damit wohl auch auf den Dokumentarfilm-Oscar hat Moore verzichtet, um “Fahrenheit 9/11″ vor der US-Wahl im Fernsehen zeigen zu können:
Nach den Regeln der US-Filmakademie, die die Oscars vergibt, können Dokumentarfilme nicht für den Preis eingereicht werden, wenn sie innerhalb von neun Monaten nach dem Kinostart im TV zu sehen sind. (Quelle: Tagesblatt/dpa
-
Laut dem Spiegel tritt er in der Kategorie “Bester Film” an.
Igor Schwarzmann
11.01.2005, 10:04 Uhr, #
Schreibe einen Kommentar
Bitte halte Dich an die Netiquette. Name und E-Mail sind Pflichtangaben, Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht.Müsli am Dienstag.
Also gut, dann eben weiter Müsli. Ausserdem noch Arbeitsteilung: Herr Gigold macht in Zukunft donnerstags und freitags Frühstück, ich am Dienstag und Mittwoch. Den Montag müssen wir noch auswürfeln oder jemanden aus dem Team zwangsverpflichten. A propos Müsli: Bin ich der einzige, der bei “Kellogs Special K” eher nicht an Müsli denkt?
Was Robbie Williams im Laufe seiner Karriere so alles geschluckt hat, will man eigentlich gar nicht wissen. Inzwischen soll er ja clean sein. Bei “Wetten, dass…?” gab es trotzdem einen kleinen Skandal, ganz ohne Drogen: Robbies Management hatte Pressefotos während der Show untersagt, das ZDF hat’s abgenickt um den Auftritt nicht zu gefährden, die Journaillie maulte: Robbie Williams verbietet Fotos (SpOn):
Es sei ein “Skandal”, dass sich das ZDF Williams Auflagen gebeugt habe, erklärte DJV-Chef Michael Konken heute in Berlin. Dabei sei Williams eine Person der Zeitgeschichte. […] Ein derartiger Eingriff in das Recht auf freie Berichterstattung dürfe nicht akzeptiert werden, sagte Konken.
Resultat: Auf Bilder von Robbies “Gebalze” auf der Bühne mussten wir in der Tagespresse verzichten. Die Bild-Zeitung griff sogar auf “Videomaterial” zurück. Dramatisch, isn’t it?
Im Rahmen der Sendung hat Judith Lembke ZDF-Unterhaltungschef Manfred Teubner für die FAZ interviewt. Mit überraschendem Ergebnis: Das ZDF plant nun auch eine “Late Night”. Mit Thomas Gottschalk.
Wir erinnern uns: Supernase Thommie war 1993 “Host” der ersten deutschen Late Night auf RTL. Die Show war zwar teuer (Im Sinne von richtig teuer!), blieb aber - wie man so schön sagt - hinter den Erwartungen zurück und wurde schließlich nach 2 Jahren (damals war man noch geduldiger, gerade bei RTL) abgesetzt:
Auch “Gottschalk Late Night” brachte es auf keine drei Lebensjahre - die vereinbarten siebzehn Prozent Marktanteil seien nicht erreicht worden, hieß es zur Begründung bei RTL. Gottschalks Quoten schaffte später nie wieder eine Late-Night-Show.
Quelle: FAZ vom 17.05.2004
Kurzer Realitätsabgleich: Frau Engelke kam im Monatsmittel nicht über 10%, Harald Schmidt in seinen letzten Monaten bei Sat.1 immerhin auf 14%.
Eine Late Night für Gottschalk? Dumm gelaufen wäre das dann wohl vor allem für Johannes B. Kerner, dem ZDF-Unterhaltungschef Teubner damit durch die Blume FAZ klarmacht, dass er nur zweite Wahl ist:
Das ZDF wird sich in der Unterhaltungssparte noch stärker als bisher auf drei Personen konzentrieren: Das werden Thomas Gottschalk, Johannes B. Kerner und Carmen Nebel sein, und zwar in dieser Reihenfolge.
Ach, und weil das ZDF “jünger und dynamischer” werden will, setzt man in Zukunft verstärkt auf “authentische Realityformate”:
Wir haben gerade eine Reality-Sendung mit dem Titel „Die harte Schule” gedreht, deren Protagonisten Internatsschüler sind, die unterrichtet werden wie vor 50 Jahren.
Ach, historische Reality also? Das macht die ARD auch, allerdings schon seit 2 Jahren und durchaus erfolgreich. Bereits 2002 lief im Ersten Schwarwaldhaus 1902, eine “Adaption” (Der verlinkte Artikel “The Second Coming of Formats” von Susan Rayman über Formatentwicklung und Lizensierung ist übrigens hochinteressant, leider aber nicht mehr frei verfügbar.) des britischen “1900 House” - Auch wenn der SWR seinerzeit von einer Eigenentwicklung sprach …
Erst kürzlich lief “Abenteuer 1900 - Leben im Gutshaus” in der “Berlins Vorzeigegastronomin” Sarah Wiener als Mamsell Wiener die “Spülstein-Domina” gab, für das Nachfolgeformat werden zur Zeit Teilnehmer gesucht:
Sommerfrische auf einem Landsitz in den Goldenen Zwanzigern!
Für die einen Charleston und Bubikopf, Tennis und schnittige Autos, Picknicks am See und sogar eine Hochzeit – die anderen bewirtschaften das Haus, bedienen die Gäste, fahren die Herrschaften und verbringen lange Nächte an der Nähmaschine…
Wir suchen: Mutige und selbstbewusste Menschen mit Sinn für neue Erfahrungen. […]
Quelle: zero film/DasErste
Erfolgreich trotz - oder gerade auch wegen - des Bild-Bashings war dieses Jahr auch Fatih Akins Film “Gegen die Wand”. Nach dem Goldenen Bären der Berlinale und dem Deutschen Filmpreis hat das Liebesdrama nun auch den Europäischen Filmpreis 2004 gewonnen. Und das gegen einen starken Konkurrenten wie Pedro Almodóvars “Schlechte Erziehung - La Mala Educación”. Eine kurze Presseschau gibt es bei der Interessengemeinschaft Filmproduktion film20.
Wer den „Gegen die Wand“ noch nicht kennt, kann bei der Zeit sein Glück versuchen. Gemeinsam mit Universal Pictures verlost ZEIT Online drei DVDs, drei Soundtracks und drei Bücher zum Film. Ansonsten gibt es ihn aber seit Ende September auch in jeder gut sortierten Videothek oder bei Amazon.de und Co.
Einen weiteren deutschen Gewinner gibt es mit Daniel Brühl (”Good bye, Lenin!”, “Schule”), der für seine Rolle in „Was nützt die Liebe in Gedanken“ den Publikumspreis als bester europäischer Schauspieler gewann.
Cut. Nicht ganz so rosig schaut es bei der BBC aus, wie Igor letzte Woche ja schon schrieb. Bei der Welt gibt es nun ein Update mit ein paar neuen Zahlen.
Sonst noch was? Heute Sport: Premiere wird alle 64 Spiele der Fußball-WM 2006 auch in HDTV zeigen. Die Entscheidung dürfte sicher einige Fußballfans bewegen, in ein Heimkinostadion zu investieren und ein Premiere-Abo abzuschließen. Ob es genug sein werden, um allein die 25 Millionen, die Premiere für die Übertragungsrechte zahlen darf, zu refinanzieren, darf jedoch bezweifelt werden.
Im Free-TV gibt es immerhin 56 der 64 Spiele zu sehen, unverschlüsselt. Dort werden wir dann wohl auch Herrn Kerner wiedersehen. Der ist nämlich eigentlich gar kein “hart nachfassender Rechercheur” bzw. “Arzt der öffentlichen Vernunft”, sondern Sportmoderator.
Kommentare
-
Nein, bei Special K muss ich auch immer an was anderes denken.
Zonenkeks
14.12.2004, 08:57 Uhr, #
Schreibe einen Kommentar
Bitte halte Dich an die Netiquette. Name und E-Mail sind Pflichtangaben, Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht.- Zeitung aus Blogs gegossen
- Ein Leben nur mit twitter und Facebook?
- Google will Freiheit für China (Update)
- Pauschal abgerechnet
- Das Ende der Netzeitung ist hausgemacht.
- Kai Diekmann startet das einzig wahre BILD-Blog. Über sich.
- Endgültig Ausge-Lesen!
- Spredder: Qualitätsjournalismus für alle
- “Wir waren Franz Müntefering”
- 140 Zeichen reichen nicht. Meistens.
Willkommen bei medienrauschen!
Seit 2004 kommentiert medienrauschen die Medienszene und liefert Momentaufnahmen dessen, was die Szene und deren Konsumenten derzeit bewegt und interessiert. Mehr …
Hinweise zu Artikeln? Links für uns? Tipps? Dann einfach E-Mail an redaktion@medienrauschen.de
Stellenangebote und Jobs für die richtige berufliche Tätigkeit am richtigen Arbeitsplatz.
Immobilien, Liegenschaften oder Grundstücke mit notariell beurkundeten Kaufvertrag.


Der Doku-Link ist klasse! Ich als echter Fan von Dokus habe lange auf sowas warten müssen :-)
01.02.2005, 11:07 Uhr, #
Nachrichtenausklärung? Auch ein schönes Wort!
01.02.2005, 23:41 Uhr, #