Also gut, dann eben weiter Müsli. Ausserdem noch Arbeitsteilung: Herr Gigold macht in Zukunft donnerstags und freitags Frühstück, ich am Dienstag und Mittwoch. Den Montag müssen wir noch auswürfeln oder jemanden aus dem Team zwangsverpflichten. A propos Müsli: Bin ich der einzige, der bei “Kellogs Special K” eher nicht an Müsli denkt?
Was Robbie Williams im Laufe seiner Karriere so alles geschluckt hat, will man eigentlich gar nicht wissen. Inzwischen soll er ja clean sein. Bei “Wetten, dass…?” gab es trotzdem einen kleinen Skandal, ganz ohne Drogen: Robbies Management hatte Pressefotos während der Show untersagt, das ZDF hat’s abgenickt um den Auftritt nicht zu gefährden, die Journaillie maulte: Robbie Williams verbietet Fotos (SpOn):
Es sei ein “Skandal”, dass sich das ZDF Williams Auflagen gebeugt habe, erklärte DJV-Chef Michael Konken heute in Berlin. Dabei sei Williams eine Person der Zeitgeschichte. [...] Ein derartiger Eingriff in das Recht auf freie Berichterstattung dürfe nicht akzeptiert werden, sagte Konken.
Resultat: Auf Bilder von Robbies “Gebalze” auf der Bühne mussten wir in der Tagespresse verzichten. Die Bild-Zeitung griff sogar auf “Videomaterial” zurück. Dramatisch, isn’t it?
Im Rahmen der Sendung hat Judith Lembke ZDF-Unterhaltungschef Manfred Teubner für die FAZ interviewt. Mit überraschendem Ergebnis: Das ZDF plant nun auch eine “Late Night”. Mit Thomas Gottschalk.
Wir erinnern uns: Supernase Thommie war 1993 “Host” der ersten deutschen Late Night auf RTL. Die Show war zwar teuer (Im Sinne von richtig teuer!), blieb aber – wie man so schön sagt – hinter den Erwartungen zurück und wurde schließlich nach 2 Jahren (damals war man noch geduldiger, gerade bei RTL) abgesetzt:
Auch “Gottschalk Late Night” brachte es auf keine drei Lebensjahre – die vereinbarten siebzehn Prozent Marktanteil seien nicht erreicht worden, hieß es zur Begründung bei RTL. Gottschalks Quoten schaffte später nie wieder eine Late-Night-Show.
Quelle: FAZ vom 17.05.2004
Kurzer Realitätsabgleich: Frau Engelke kam im Monatsmittel nicht über 10%, Harald Schmidt in seinen letzten Monaten bei Sat.1 immerhin auf 14%.
Eine Late Night für Gottschalk? Dumm gelaufen wäre das dann wohl vor allem für Johannes B. Kerner, dem ZDF-Unterhaltungschef Teubner damit durch die Blume FAZ klarmacht, dass er nur zweite Wahl ist:
Das ZDF wird sich in der Unterhaltungssparte noch stärker als bisher auf drei Personen konzentrieren: Das werden Thomas Gottschalk, Johannes B. Kerner und Carmen Nebel sein, und zwar in dieser Reihenfolge.
Ach, und weil das ZDF “jünger und dynamischer” werden will, setzt man in Zukunft verstärkt auf “authentische Realityformate”:
Wir haben gerade eine Reality-Sendung mit dem Titel „Die harte Schule” gedreht, deren Protagonisten Internatsschüler sind, die unterrichtet werden wie vor 50 Jahren.
Ach, historische Reality also? Das macht die ARD auch, allerdings schon seit 2 Jahren und durchaus erfolgreich. Bereits 2002 lief im Ersten Schwarwaldhaus 1902, eine “Adaption” (Der verlinkte Artikel “The Second Coming of Formats” von Susan Rayman über Formatentwicklung und Lizensierung ist übrigens hochinteressant, leider aber nicht mehr frei verfügbar.) des britischen “1900 House” – Auch wenn der SWR seinerzeit von einer Eigenentwicklung sprach …
Erst kürzlich lief “Abenteuer 1900 – Leben im Gutshaus” in der “Berlins Vorzeigegastronomin” Sarah Wiener als Mamsell Wiener die “Spülstein-Domina” gab, für das Nachfolgeformat werden zur Zeit Teilnehmer gesucht:
Sommerfrische auf einem Landsitz in den Goldenen Zwanzigern!
Für die einen Charleston und Bubikopf, Tennis und schnittige Autos, Picknicks am See und sogar eine Hochzeit – die anderen bewirtschaften das Haus, bedienen die Gäste, fahren die Herrschaften und verbringen lange Nächte an der Nähmaschine…
Wir suchen: Mutige und selbstbewusste Menschen mit Sinn für neue Erfahrungen. [...]
Quelle: zero film/DasErste
Erfolgreich trotz – oder gerade auch wegen – des Bild-Bashings war dieses Jahr auch Fatih Akins Film “Gegen die Wand”. Nach dem Goldenen Bären der Berlinale und dem Deutschen Filmpreis hat das Liebesdrama nun auch den Europäischen Filmpreis 2004 gewonnen. Und das gegen einen starken Konkurrenten wie Pedro Almodóvars “Schlechte Erziehung – La Mala Educación”. Eine kurze Presseschau gibt es bei der Interessengemeinschaft Filmproduktion film20.
Wer den „Gegen die Wand“ noch nicht kennt, kann bei der Zeit sein Glück versuchen. Gemeinsam mit Universal Pictures verlost ZEIT Online drei DVDs, drei Soundtracks und drei Bücher zum Film. Ansonsten gibt es ihn aber seit Ende September auch in jeder gut sortierten Videothek oder bei Amazon.de und Co.
Einen weiteren deutschen Gewinner gibt es mit Daniel Brühl (“Good bye, Lenin!”, “Schule”), der für seine Rolle in „Was nützt die Liebe in Gedanken“ den Publikumspreis als bester europäischer Schauspieler gewann.
Cut. Nicht ganz so rosig schaut es bei der BBC aus, wie Igor letzte Woche ja schon schrieb. Bei der Welt gibt es nun ein Update mit ein paar neuen Zahlen.
Sonst noch was? Heute Sport: Premiere wird alle 64 Spiele der Fußball-WM 2006 auch in HDTV zeigen. Die Entscheidung dürfte sicher einige Fußballfans bewegen, in ein Heimkinostadion zu investieren und ein Premiere-Abo abzuschließen. Ob es genug sein werden, um allein die 25 Millionen, die Premiere für die Übertragungsrechte zahlen darf, zu refinanzieren, darf jedoch bezweifelt werden.
Im Free-TV gibt es immerhin 56 der 64 Spiele zu sehen, unverschlüsselt. Dort werden wir dann wohl auch Herrn Kerner wiedersehen. Der ist nämlich eigentlich gar kein “hart nachfassender Rechercheur” bzw. “Arzt der öffentlichen Vernunft”, sondern Sportmoderator.
Der Doku-Link ist klasse! Ich als echter Fan von Dokus habe lange auf sowas warten müssen :-)
01.02.2005, 11:07 Uhr, #
Nachrichtenausklärung? Auch ein schönes Wort!
01.02.2005, 23:41 Uhr, #