Facebook & Unternehmen: Wenn Deine Fans nicht Dir gehören.
Traumjob “Spieledrehbuchschreiber”?
“… ist in einer Beziehung” – die Welt und ihr Abbild im Netz
“Die können nicht einfach mein Haus ins Internet stellen!”
Deutschland jagt einen Mann

Milchmädchenrechnung, ich kann nicht anders.

Gerade lese ich in der Berliner Zeitung einen nettes kleines Feature über Ehrensenf. Klar, lustige Clips, mag ich auch, aber:

Bei Ehrensenf schalten regelmäßig 5 000 Zuschauer ein. [...] Die Preise für Speicherplatz und den Verkehr auf einer Website sind außerdem stark gefallen. Nicht mehr als 50 Euro kostet eine Ehrensenf-Show in der Herstellung. (Quelle: Berliner Zeitung, am Freitag schon)

Da wundert sich Olaf nun ein klein wenig. Aus zwei Gründen:

a) Die heutige Show kommt auf 13MB. Nicht viel, aber doch eine ganze Menge, wenn sie 5000x abgerufen werden. 5000x 13MB macht 65 Gigabyte, wenn ich mich nicht verrechnet habe.

Nun weiß ich freilich nicht, ob Ehrensenf bei der Domainfactory (dort steht der via/von Conserve betriebene Server) eine Trafficflatrate haben, aber: Üblicherweise wären für 65 Gigabyte alleine zwischen 30 und 300 Euro für den Traffic fällig.*

b) Vom technischen Equipment, Strom, Miete und anderen Nebensächlichkeiten mal abgesehen, arbeiten 3 Menschen an der Produktion einer Show.

Neben Moderatorin Katrin noch die beiden Redakteure und Ehrensenf-Gründer Carola Sayer und Rainer Bender, zwei ehemalige TV-Profis.

Mag mir jemand vorrechnen, wie man auf 50 Euro Produktionskosten für eine Show kommt, wenn die Produzenten nicht für Luft und Liebe arbeiten und keine Flatrate für den Server haben?

*Bei halbwegs zuverlässigen Providern ohne Trafficflatrates. Schon klar, dass es auch billiger geht. Geht ja irgendwie immer.

Kommentare

  1. 63.48 GB. aber im ernst; ?einschalten?? bei mir schalten sich auch regelmässig zehntausende zuschauer ein. über mehrere tage verteilt, selbstverständlich. mich würden die wahren zahlen, bzw. zahlen mit einer angabe wie sie zustande kommen, mal wirklich interessieren. 5000 tägliche (?regelmässige?) downloads wären schon ein ziemlicher hammer – ehrlichgesagt kaum zu glauben.

    abgesehen davon steht hier: ?Die Ehrensenf-Website wird mit selbstloser Unterstützung gehostet von Palmanet.?

    ix
    30.01.2006, 13:36 Uhr, #
  2. [12:12] * DNS resolved http://www.ehrensenf.de to 80.67.17.10

    80.67.17.10 liegt grundsätzlich im Netz der Domainfactory. Im Footer bei Ehrensenf gibt es dann noch den Hinweis auf das Video-Hosting durch Conserve.

    Jörg-Olaf Schäfers
    30.01.2006, 13:50 Uhr, #
  3. verwirrend.

    ix
    30.01.2006, 14:22 Uhr, #
  4. Olaf, Du bist gemein! Ich kannte die Website noch nicht und komm nun nicht mehr davon los. Katrin ist ja meeeegacoool. :-)

    Daniel Große
    30.01.2006, 15:16 Uhr, #
  5. Ehrlich gesagt: Ich würde die 5.000 Downloads täglich nicht für unmöglich halten. Ehrensenf hat sich selbst bei den Nicht-so-fürchterlich-Online-Affinen rumgesprochen wie die Hölle.

    tknuewer
    30.01.2006, 17:09 Uhr, #
  6. Daniel: Wir haben ehrensenf.de seit Urzeiten (mindestens) in der Linkliste. Unten links, unter den Synergielinks.

    Jörg-Olaf Schäfers
    30.01.2006, 17:16 Uhr, #
  7. Die Kosten einer Sendung bei Rocketboom.com[1] liegen laut Eigenangaben bei null Dollar (“$0 on promotion” und “$0 on distribution”).

    Lohn gibt es bei den erfolgreichen Internet-TV-Sendungen scheinbar nicht, da das eher als professionelles Hobby gesehen wird, oder? Redakteure arbeiten kostenlos (Praktikum), Inhalt wird teilweise aus der Community geliefert, Arbeitsmaterial ist meist schon vorhanden und Räumlichkeiten stehen auch zur Verfügung (entweder privat oder ein kleiner Bereich des Arbeitsplatzes).

    [1] http://www.rocketboom.com/vlog/about.html

    Christian
    30.01.2006, 17:16 Uhr, #
  8. Vielleicht sollten Ehrensenf ihre Sendungen parallel zum Server-Download als Torrent anbieten. Wäre eine weitere Gelegenheit, der Welt zu zeigen, dass P2P nicht strafbar ist.

    Herr Schwaner
    30.01.2006, 19:08 Uhr, #
  9. Die heutige Sendung[1] von Rocketboom.com beschäftigt sich passend zum Thema mit Werbung in der eigenen Internet-TV-Sendung.
    Rocketboom hat vor eine Mitgliedschaft anzubieten, die dem willigen User ermöglicht die Clips in HD-Qualität zu sehen und Zugang zu Zusatzmaterial und anderen Anreizen ermöglicht.
    Bei etwa 70.000 bis 100.000 Zuschauern pro Tag sind bestimmt einige dabei, die gern für mehr Inhalt zahlen. Alle anderen werden eine Werbung am Ende jedes Clips eingeblendet bekommen.

    [1] http://www.rocketboom.com/vlog/archives/2006/01/rb_06_jan_30.html

    Christian
    30.01.2006, 19:45 Uhr, #
  10. naja, statt bitorrent könnten die die sendungen ja auch erstmal als enclosures anbieten. machen se aber nicht weil sie einem die werbung auf der seite präsentieren wollen. obwohl die produktion ja angeblich fast nix kostet.

    ix
    30.01.2006, 20:37 Uhr, #
  11. Warum sind 50¤ denn so unrealistisch, abgesehen von den Traffickosten, die man aber nicht zwangsläufig in die Produktionskosten einrechnen muss?

    Aus 50¤ pro Tag kämen 1500 bei einem 30tägigen Monat raus, was für Miete, Strom etc. ausreichend wäre. Equipment gibt es ja kaum, es wird afaik mit einer normalen Digitalkamera (jedenfalls keiner tv-professionellen) gedreht. Auch mit 1000, oder 700¤ könnte man die Kosten glaube ich mehr als decken und somit würde etwas für Katrin abfallen. Es ist natürlich schwer zu sagen ob der Betrag ordentlich ist, denn wir kennen nicht die genaue Produktionszeit.

    Die Produzenten werden sich ja nicht selbst bezahlen, weshalb es auch nicht in die Prdk. eingerechnet wird und da sie auch scheinbar die Recherche erledigen fällt dieser ansonsten nicht unerhebliche Kostenpunkt weg.

    Schlussendlich finde ich 50¤ nicht unrealistisch; im Monat sind 50¤ für eine fünfminütige Sendung nun auch wieder nicht allzuwenig, zumal es hier um schlichte Präsentation von Links geht.

    gk
    30.01.2006, 21:54 Uhr, #
  12. gk: Wenn man alles rausrechnet, was man gemeinhin als Produktionskosten bezeichnet, kommt man sicher auch mit 50 Cent/Tag hin, ja ,)

    Was ich eigentlich sagen wollte: Ich kann mir nun nicht so recht vorstellen, dass 2 Fernsehprofis ihren Job schmeissen, um die Netzwelt mehr oder minder in Vollzeit uneigennützig mit lustigen Clips zu bespaßen.

    Und bitte, sie sollen gut und glücklich leben. Gerne auch im verdienten Reichtum.

    Nur die realen Kosten würden mich halt interessieren. Weil ich neugierig bin. Und weil ich dieses “Machen wir zum Spaß”/”Kostet nix”-Gefasel ein klein wenig realitätsfern finde.

    Jörg-Olaf Schäfers
    30.01.2006, 23:43 Uhr, #
  13. Man kann die Clips runterladen? ;-) Ich lasse die immer streamen… Das wird sicherlich auch noch auf die Transferrater draufschlagen, aber ich weiß nicht ob ein normaler Download mehr Traffic macht als ein Stream. *grübel*
    Irgenwann gibts sicher alle Ehrensenf-Sendungen auf DVD in bester Qualität zum Kaufen, wetten?
    Ad Astra

    Prospero
    31.01.2006, 07:23 Uhr, #
  14. @Prospero:
    Den Clip zu streamen oder runterzuladen verursacht den gleichen Traffic. Der einzige Unterschied liegt darin, dass du beim Streamen das Video während des Downloadvorgangs anschauen kannst.

    Christian
    31.01.2006, 10:48 Uhr, #
  15. dank medienrauschen werden spätestens jetzt die 5000 downnloads bei ehrensenf wirklich realistisch sein ;-)

    bluejax
    31.01.2006, 13:30 Uhr, #
  16. 50 Euro sind vollkommen unrealistisch. Sowas textet man nicht in 10 Minuten, sowas nimmt man nicht in 10 Minuten auf, allein das Einlesen, bis es so gut sitztm braucht sicher eine halbe Stunde, auch ein Vollprofi braucht, wenn der Input aus der Community kommt, alles in allem locker 5, 6 Stunden, bis das Ding fertig ist. Kosten würde sowas für einen TV-Sender mit Praktieinsatz so um die 600 – 1000 Euro kosten. Selbst für 3 Minuten Radio zahlen ÖRs schon 180 Euro…

    Vermutlich rechnen sie anders: Im Internet gross machen und dann als Format im TV vermarkten, und dadurch einen guten Ruf bekommen. Die 50 Euro sind wohl eher dem Untergrundcharme geschuldet. Aber wenn sie Erfolg haben, wer sollte es ihnen neiden?

    Don Alphonso
    02.02.2006, 03:29 Uhr, #
  17. Selbst, wenn der Spaß am Ende sogar 150 oder 200 Eur am Tag kosten sollte, also bei 22 Monatstagen ca. 3.500 Eur im Monat, vielleicht rechnet es sich auf lange Sicht doch. Ich tippe mal, dass die monatlichen Kosten eher die Häflte betragen.

    Das können sich die Produzenten vermutlich erlauben, schließlich sind sie meines Wissens gut im Geschäft.

    Vielleicht wollen die Produzenten derartige Formate später verkaufen und die ganze Ehrensenf-Geschichte ist dann ein Stück weit angewandtes Prototyping?

    Vielleicht glauben sie, man könne Rocketboom-mäßig abgehen und damit sogar kommerziellen Erfolg im Internet landen (was ich eher nicht glaube)?

    Die Personalkosten sind m.E. gering. Die Gags werden schnell geschrieben bzw. kommen von Praktikanten, die auch auf der Pirsch nach den Gadget- und Internet-Tralala sind. Das kostet nicht viel. Ich glaube, dass die Produzenten das ziemlich nebenbei machen.

    Katrin macht ggf. ihr Praktikum inkl. Zuverdienst, keine Ahnung – und vielleicht gewinnt sie so Chancen auf einen besseren TV-Job.

    Dr. Dean
    04.02.2006, 00:49 Uhr, #
  18. Don: Ja, so in etwa hatte ich es auch überschlagen. Nur mit einem etwas angenehmeren Kurs für die zwodreissig.

    Ich bin auch gar nicht neidisch, sondern freue mich ganz ganz über jedes Projekt, das es schafft. Nur an die 50 Euro, an die glauben wir wohl alle nicht ,)

    Dr. Dean: Natürlich kann man – entsprechenden Kapazitäten vorausgesetzt – alles irgendwie nebenbei mit Praktis machen.

    Sogar pro bono-Kampagnen für 30 Millionen Euro. Dann sag’ ich aber auch nicht, dass der Spaß für 50 Euro pro Show zu machen wäre.

    Jörg-Olaf Schäfers
    04.02.2006, 15:30 Uhr, #
  19. und 0 $ pro rocketboom show müssen wir aber alle glauben? weils irgendwie cooler ist? nur damit ichs verstehe.

    nilz
    05.02.2006, 19:28 Uhr, #
  20. Gähn, diese Rechnerei, für was?

    roman libbertz
    05.02.2006, 20:33 Uhr, #

Kommentar verfassen

Bitte an die Netiquette halten. Name und E-Mail sind Pflichtangaben,
E-Mail wird nicht veröffentlicht

Autor Jörg-Olaf Schäfers

Datum 30.01.2006, 12:48

Tags , ,

Share  auf Facebook teilen via twitter teilen auf delicious.com speichern

medienrauschen.de ist eine Veröffentlichung der medienrauschen UG (haftungsbeschränkt), medienrauschen.com
2004-2010, Alle Rechte vorbehalten. Die Rechte der einzelnen Einträge liegen bei den jeweiligen Autoren.
Datenschutzrichtlinien. Weitere Informationen: Medienrauschen, Archiv, Impressum, Kontakt