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Karriereknick: Microsofts neue Suchmaschine verhindert Staatsexamen

Wer in Deutschland ein Lehramts- oder Medizinstudium erfolgreich abschließen will, sollte sich gut informieren, was ihn bei der Prüfung, dem sogenannten Staatsexamen, erwartet.

Das ist allerdings gar nicht so einfach, zumindest, wenn man Microsofts neu aufgelegte Suchmaschine “MSN Search” - derzeit im öffentlichen Betatest - nutzt.

“MSN Search” ist nämlich der Meinung, dass die Ergebnisse einer entsprechenden Suchanfrage den Nutzern der Suchmaschine nicht zuzumuten sind:

Bei der Suche nach Staatsexamen werden möglicherweise sexuelle Inhalte ausgegeben. Ändern Sie ihre Suchbegriffe, um Ergebnisse zu erhalten.

Was wie ein schlechter Scherz oder ein Problem bei der Justierung eines Spamfilters ausschaut, hat durchaus einen ernsten Hintergrund. Die “Regulierung” von Suchmaschinen steht schon seit geraumer Zeit weit oben auf der Wunschliste von Medienwächtern und Jugendschützern. Die Vermutung, Microsoft würde entsprechende Filter bei “MSN Search” von Anfang an implementieren, liegt daher nicht allzu fern.

Eine Möglichkeit, sich die möglicherweise sexuellen Inhalten dennoch anzeigen zu lassen, besteht derzeit nicht. Dass eine Suche nach den bei Filtertests oft bemühten “sieben schmutzigen Wörtern” ebenfalls erfolglos verläuft, verwundert nicht weiter, sei der Vollständigkeit halber aber erwähnt.

Spaß kann man mit MSN Search allerdings auch haben. So führen die beiden Suchabfragen “more evil than satan” (1. Google.com, 6. Microsoft) und “more evil than god” (2. GetFirefox.com, 3. Google.com) zu durchaus überraschenden Ergebnissen. Nun, zumindest Microsoft-Evangelisten dürften sowas lustig finden. Ein wenig Freude sei auch ihnen gegönnt.

Nachtrag:
Auch nett: Bei adhoc, einem unserer Mitnominierten beim BotB-Award, lese ich gerade, dass “MSN Search” unter Linux laufen soll.

adhoc liefert aber auch gleich eine Erklärung mit: Microsoft nutzt für das Hosting seiner Suchmaschine die Dienste von Akamai. Akamai wiederum setzt bevorzugt auf Linux-Lösungen. Nicht, um selber Webseiten zu hosten, sondern um Zugriffe möglichst effizient auf nachgeschaltete Webserver zu verteilen.

Bei einem Test, unter welchem Betriebssystem eine Webseite läuft, meldet sich daher zunächst ein Linux-System (nämlich obiger “Loadbalancer”), was regelmäßig zu missverständlichen Ergebnissen führt.

Update 18.11.: Mehr zum Thema nun auch bei Telepolis. Offenbar lag ich richtig. Danke für den Link .)

via IRC & intern.de

Autor: Jörg-Olaf Schäfers
Veröffentlicht am: 12.11.2004, 22:16 Uhr

Trackbacks

  1. abundant.twoday.net, 13.11.2004, 14:30 Uhr
  2. Publizistik in Berlin, 13.11.2004, 14:50 Uhr
  3. Geork's Notizen, 26.02.2005, 22:01 Uhr

Kommentare

  1. Hmm, diese Eastereggs tauchen in so vielen Blogs auf, dass sie nicht mehr funktionieren.

    wib
    13.11.2004, 20:28 Uhr, #
  2. komisch.. Staatsexamen geht nicht aber Sextet(t) geht. Muss man das verstehen?

    Martin
    13.11.2004, 22:03 Uhr, #
  3. Man kann auch nach Staatsexsamen suchen und schauen, wer sich alles blamiert (Ja, es sind auch Unis dabei).

    MSN Search fragt bei “StaatSexSamen” aber freundlicherweise nach, ob man nicht vielleicht doch “Staatsexamen” gesucht hat: “Haben Sie nach Staatsexamen gesucht?”.

    Wenn man dankbar auf den Hinweis reagiert und dem zugehörigen Link folgt, landet man wieder auf der Filterseite :)

    Joerg-Olaf Schaefers<
    13.11.2004, 22:53 Uhr, #
  4. “Staatsexamina” akzeptiert MSN Search auch.

    Monika Bargmann
    15.11.2004, 10:30 Uhr, #
  5. Vermutlich wird Staatsexamen gefiltert, weil hier sexuelle Inhalte (Sex) mit politischen (Staat) und religiösen (Amen) Inhalten vermischt wird - und das in einem Wort! So etwas gehört natürlich verboten - gerade bei einer Suchmaschine aus den USA.

    Sebastian Wolf
    15.11.2004, 12:10 Uhr, #
  6. nach “Statt Sex Amen” kann auch ohne Probleme gesucht werden. Is ja auch was positives :)

    Simon
    07.12.2004, 00:27 Uhr, #

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