Leipzig wird ja immer ein Ruf als Medienstadt nachgesagt. Man mag darüber streiten, ob man gleich Medienstadt ist, wenn man nur zwei Tageszeitungen hat und sich ein großer Fernsehsender angesiedelt hat. Ab Oktober jedenfalls will Leipzig das Image als Medienstadt stärken: Unter dem Namen Masterprogramm Medien Leipzig (MML) werden künftig Master-Studiengänge angeboten. Zielgruppen sind Hochschulabsolventen mit Diplom oder Bachelor, sowie langjährige Medienschaffende. Dazu soll in einer Woche der erste Spatenstich für einen eigenen Mediencampus getan werden.
Initiatoren sind die Universität Leipzig, die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) und die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig.
„Zum Start bieten wir die Studiengänge ‚Web Content Management’ und ‘Technologies of Multimedia Production’ an“, teilen die MML-Geschäftsführer Annett Amberg und Mark-Steffen Buchele mit. Bei erst genanntem würden Fähigkeiten für einen umfassenden und professionellen Umgang mit Content-Management-Systemen aufgebaut. So umfasse die Ausbildung neben theoretischen und praktischen Grundlagen zur Informationsbeschaffung auch die Themen Netzwerke, Protokolltechniken oder Server- und Client-Technologien. Absolventen erhalten den Status des Masters of Science und könnten beispielsweise eine Führungsrolle in einer Online-Redaktion übernehmen.
Der Studiengang „Technologies of Multimedia Production“ würde sich nach Aussagen der Initiative auf die technische, gestalterische und inhaltliche Umsetzung von Multimediaproduktionen stützen. Spezialisierungen lägen im Video- und Audiobereich, beispielsweise in der 3D-Computeranimation. „Der Abschluss erfolgt ebenfalls als Master of Science und befähigt zur Führungs- und Managementrolle bei Produktionsfirmen, in der Film- und Fernsehbranche“, erklärt Buchele.
Die Studiengänge sind berufsbegleitend und dauern zwei Jahre. „Es wird verschiedene E-Learning-Module geben. Nur Freitags und Sonnabends ist die Präsenz der Studenten von Nöten“, sagt der Geschäftsführer. 10 000 Euro kostet ein Studium. „Das entspricht etwa 450 Euro im Monat. Wir haben uns am Markt orientiert und liegen mit dieser Gebühr im Mittelfeld“, sagt Annett Amberg.
Die theoretische Ausbildung erfolge in den Räumen der Medienstiftung der Sparkasse, der Villa Ida an der Menckestraße. Praktischen Unterricht gebe es zum Teil an der HTWK. Zukünftig soll es aber einen eigenen
Mediencampus geben. Am 13. Juli ist an der Menckestraße dafür Grundsteinlegung, Anschubfinanzierung leistet das Sächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur.
Das Interesse an den ersten beiden Studiengängen sei bereits jetzt groß. „Wir rechnen aufgrund der vielen telefonischen und persönlichen Nachfragen mit zahlreichen Bewerbungen“, meint Annett Amberg. Zur Rekrutierung von Studenten sollen trotzdem auch Medienunternehmen der Region angesprochen werden.
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Kommentare
oha. was lange währt … das konzept is schon ein paar jährchen alt und kursierte bereits in verschiedenen ansätzen (z.b. als “school of media leipzig”) durch die landen. schön dass es nun doch noch klappt ;)
06.07.2005, 09:46 Uhr, #
Nunja, wenn diverse Institutionen wie Uni, HTWK, Medienstiftung der Sparkasse dranhängen, dauerts halt etwas länger. Bemerkenswert finde ich den Mut, einen eigenen Mediencampus zu bauen – schöne Sache. Bin gespannt.
06.07.2005, 10:12 Uhr, #
ein eigener campus war, soweit ich mich erinnern kann, allerdings schon sehr früh geplant. und ob es an den einzelnen unis lag (übrigens ohne hgb) — oder an der politik — kann ich leider auch nicht mehr genau abschätzen. könnte mir aber vorstellen, dass das projekt für eine gewisse zeit “schlafen gelegt” wurde, weil halt andere, populärere dinge vorrang hatten (s-bahn tunnel, bildermuseum, stadion, olympia).
jedenfalls gut, dass es die einrichtung nun geben soll — wobei ich ehrlich gesagt etwas skeptisch bin mit dem studiengang “web content manager” .. das scheint mir mittlerweile etwas am bedarf vorbei — und sieht wirklich nach einem kompromiss der unterschiedlichen unis aus. aber kann man erst sicher sagen, wenn die genauen studien-inhalte bekannt sind.
06.07.2005, 11:28 Uhr, #
Schau mal auf mml-leipzig.de – dort gibts allerhand Infos dazu – auch Studieninhalte.
06.07.2005, 12:30 Uhr, #
Ein Master für Content Management? Wie schon gesagt, “Content-Manager” gibt’s doch schon mehr als nötig, und dann noch einen Master dafür?
Ich bin ja dafür, dass es vielfältige Studienrichtungen gibt, aber damit erodiert man den Master-Titel ja wohl nur noch. Was gibt’s als nächstes – einen Master für “Office Software Anwendung”?
06.07.2005, 13:38 Uhr, #
wird je ooch langsaam zeid, dass sisch amaal was duud in diehser dolln schdadd.
meedjien is genau rischdsch. des goenn die. da sinn die schbidse.
isch soochs ja… leibsisch gommd.
…so unn itz steigsch in mein borsche (daer is ooch von dordn) und flieesch widder heim.
dschauie!
07.07.2005, 20:09 Uhr, #
Dass sich immer die am Sächsisch versuchen müssen, die es garantiert nicht können. :-) Tom Gerhardt sagte heute in einem Pressegespräch, er liebt sächsisch. Vor allem bei Frauen. Das wäre säxy. :-) Hmm..
07.07.2005, 21:36 Uhr, #
saexisch!
hallo trendforscher: hier gehts lang!
07.07.2005, 23:33 Uhr, #