Ein polemisches Stück, das vor allem mich als freien Mitarbeiter mit gewissem Abstand aufregt.
Seit einigen Tagen gibt es die Leipziger Volkszeitung auch als ePaper. Für Abonnenten versteht sich. Das machen Sächsische Zeitung und Freie Presse beispielsweise auch so. Neu ist allerdings, dass es mit Einführung des ePaper online keine Leipzig-Nachrichten mehr gibt.
Gratulation! Die einzige Tageszeitung dieser “Medienstadt” (BILD mal außen vor gelassen) verschließt sich komplett. Auf der Website heißt es dazu:
Wer kann das E-Paper im Internet lesen?
E-Paper ist ein zusätzliches Angebot für Abonnenten der Leipziger Volkszeitung. Sie können die Zeitung ab sofort auch am Bildschirm lesen – zum Beispiel im Urlaub.
Prima. Und Nicht-Abonnenten wissen ab sofort nicht, was diese Zeitung schreibt. Online verfügbar sind nun nur noch Veranstaltungstipps, dpa-News, Sport, Ratgeber und allerlei Spielereien wie Grußkarten und ein “Lotto-Kiosk“, der eigentlich als Anzeige gekennzeichnet werden müsste.
So generiert man keine neuen Leser. Bin gespannt, wie lange das hält.
Trackbacks
Kommentare
Dieser Schritt war doch nur eine Frage der Zeit, wie die Dresdner und Chemnitzer ja schon seit langem vormachen. Man kann darüber traurig sein (so wie ich, habe mich bisher auf diesem Wege über Leipzig informiert). Aber so ist es nun mal, Inhalt verschenken geht wohl auf Dauer nicht gut. Bleibt die Frage, ob aber epaper ein geeignetes Modell ist. Ein “echtes” Online-Abo ohne diese pdf´s wären mir lieber.
24.01.2006, 10:14 Uhr, #
Inhalt verschenken funktioniert hier in Deutschland ja nicht – siehe Kölner Zeitungskrieg. Das verlangt wohl auch keiner, Zeitungen müssen wirtschaftlich denken. Andererseits werden potentielle Neuabonnenten sich wohl auch im Netz informieren wollen ob die Zeitung was für sie ist – und die stehen dann halt vor verschlossenen Scheunentoren. Nun denn, warten wir es halt ab.
24.01.2006, 10:48 Uhr, #
Das scheint wohl eine Strategie der Zeitungen ‘auf dem Land’ zu sein – also dort, wo es die Konkurrenz nicht durch andere Lokalzeitungen, sondern durch überregionale und das Internet gibt. Die Leute sollen anscheinend dazu bewegt werden, das klassische Printabo zu behalten bzw. zu ordern. Als Exil-Paderborner im Rheinland habe ich kaum Möglichkeiten, an Paderborn-News zu gelangen. Schade eigentlich.
24.01.2006, 11:42 Uhr, #
Hehe – “auf dem Land” gefällt mir im Zusammenhang mit unserer “Medienstadt” besonders gut. ;-)
Wir brauchen noch eine zweite Tageszeitung in Leipzig. Wo sind die anderen Verlage? Hallo? Jemand interessiert? Bitte!
24.01.2006, 12:33 Uhr, #
In der ‘Stadt’ sieht es aber auch nicht besser aus. In Köln sind zum Beispiel alle Tageszeitungen in der Hand eines Verlages. Und das Angebot in Hamburg und München ist – soweit ich das überhaupt beurteilen kann – auch nicht vielfältiger. Und Daniel, tröste dich, die “Bundesstadt”, in der ich lebe, ist auch nur ein Dorf, allerdings ein Bundesdorf. ;-)
24.01.2006, 15:15 Uhr, #
ja, ich finde es auch sehr schade, dass die regionalen Infos nur noch per e-paper zu lesen sind. für Abonennten kostenlos, aber: beim Einwählen wollen die sofort deine Bankdaten haben. Mist ist sowas. Man könnte ja die Texte wenigstens zum Anlesen online stellen.
24.01.2006, 17:07 Uhr, #
“Nicht-Abonnenten wissen ab sofort nicht, was die Zeitung schreibt.”
Genau so ist das. Das haben Nicht-Abonnenten nun mal so an sich. Für interessierte potenzielle Neu-Abonnenten gibt’s bestimmt ein Probe-Abo. Und fast der komplette Zeitungs-Osten braucht eine zweite Tageszeitung.
Oder ein paar reiche und unterbeschäftigte Freiberufler gründen Lokalnachrichten-Blogs. So als Mini-Alternative.
24.01.2006, 16:16 Uhr, #
In München sind es immerhin zwei Verlage, die konkurrieren (die Süddeutsche und der Münchner Merkur), dazu kommt auf dem Boulevard die Abendzeitung, Bild und tz (letztere aus dem gleichen Verlag wie der Merkur).
24.01.2006, 16:28 Uhr, #
Schau hier schon seit einiger Zeit immermal rein. Man kann doch nicht vor allem die Augen verschließen. Wenn man so dicht an der Quelle arbeitet wie ich, kriegt man nicht nur die guten Dinge mit.
24.01.2006, 17:31 Uhr, #
Lokale gegenangebote aufzubauen ist mitunter nicht sehr einfach. man braucht nicht nur technik, sondern auch leute die das machen. :)
freie presse abo habe ich übrigens schon länger abbestellt. den überregionalen teil gibts an jeder ecke im www 3mal besser und die regionalen sachen wurden in den letzten jahren so drastisch eingeschränkt, dass sie nicht lohnenswert sind. vor allem nicht für 1,30 pro ausgabe.
24.01.2006, 16:46 Uhr, #
Grins. Danke, Kathrin, dass Du als Freie dieses Verlages ebenso denkst.. ;-)
Und schön, dass Du hier bist.
24.01.2006, 17:13 Uhr, #
Die Sächsische Zeitung verlangt sogar von Abonenementen noch Gebühr (allerdings nur die Hälfte).
24.01.2006, 18:03 Uhr, #
Es wird Zeit für ein gutes Blog aus und für Leipzig. Ganz einfach.
24.01.2006, 18:26 Uhr, #
wieso nicht gleich eine neue Zeitung für Leipzig auf die Beine stellen?? So ne Art Patchwork-Verlag. Mehrere Leute aus Journalisten, Kaufleuten etc. gründen was eigenes. Viel. unter der Schirmherrschaft eines bereits bestehenden Verlags oder einer Dachorganisation.
24.01.2006, 19:04 Uhr, #
@frank: Kein Blog aber vielleicht trotzdem interessant: http://www.lizzy-online.de
@kathrin: Weil es dazu mehr braucht als gute Ideen? Vor allem Geld. Und eine geeignete Druckerei, die nicht dem Verlag gehört, der die einzige Tageszeitung herausbringt…
24.01.2006, 21:19 Uhr, #
ja, das liebe Geld. aber mit nem guten Konzept gibt´s bestimmt einige, die sich dafür interessieren. LVZ ist ja nicht alles.
24.01.2006, 21:26 Uhr, #
es gab ja kurz nach der Wende mehrere Versuche, aber leider alle innerhalb von kurzer Zeit wieder weg. Ob es mangelndes journalistisches Vermögen war oder der “Geldbedarf” einer Zeitung unterschätzt wurde, vermag ich nicht mehr zu sagen.
Diese Stadt braucht mehr als eine Tageszeitung!
24.01.2006, 21:36 Uhr, #
Fein …
einfach mal wieder die Schotten dicht gemacht.
25.01.2006, 00:40 Uhr, #
Manueller Trackback:
http://handelsblatt6.blogg.de/eintrag.php?id=529
25.01.2006, 16:58 Uhr, #
@ matthias: “Diese Stadt braucht mehr als eine Tageszeitung!”
Genau das müssen nur sehr viele Leipziger aktiv denken. Sonst monopolisiert die LVZ munter weiter vor sich hin.
25.01.2006, 17:24 Uhr, #
@ Sebastian
aber was machen, wenn ihnen nur dieses eine Angebot bleibt. sich gar nicht informieren? lieber per LVZ Bescheid wissen, als überhaupt nicht. man müsste ihnen was bieten, dann wird auch über Alternativen nachgedacht u die Leute haben Vergleichsmöglichkeiten.
25.01.2006, 17:30 Uhr, #
@kathrin: Dann lass uns doch wieder eine “Wir in Leipzig” oder eine Leipziger Morgenpost gründen! :-) Oder fragen die Sächsische Zeitung, ob sie nicht Lust hat, grins..
25.01.2006, 19:31 Uhr, #
Leipzig News gibts auch bei http://www.mephisto976.de, bei http://www.mdr.de/sachsen/ und im täglichen Polizeibericht. Was willste mehr.
25.01.2006, 19:38 Uhr, #
@Sebastian(#23): Viele denken das auch, und selbst im Kreis der Abonnenten hat die LVZ einen sehr zweifelhaften Ruf. Ich denke, über eine Alternative wären hier nicht wenige dankbar.
@Daniel: warum nicht mit einem Blog anfangen? ;)
25.01.2006, 20:28 Uhr, #
@na irgendwie einen gegenpol zur LVZ zu gründen, wäre schon eine tolle Sache.
25.01.2006, 22:41 Uhr, #
so, und wenn jetzt noch 10 leutchen dazu kommen und jeder ein bisschen was weiß und kann, dann fangt doch einfach mal an. kostet euch einen gemütlichen visionären kneipenabend, ein wenig blog-justierung und ganz viel idealismus und spaß. und wenn auch keine konkurrenz zur lvz, dann doch (zunächst) wenigstens eine andockstation für surfende leipziger. in mv lese ich gerne schwerin-schwerin.de, obwohl ich da gar nicht wohne oder jemanden kenne. aber immerhin ein ordentliches stadtlog ausm bundesland.
26.01.2006, 15:15 Uhr, #
noch was frisches aus der faz:
“Der Erfolg des Blogs zeigt auch, daß vor allem regionale Inhalte ein interessantes Betätigungsfeld für die Blogger im „globalen Dorf” sein können. Arena mag zwar die Bundesliga-Rechte haben. Über das Faßdaubenrennen in Kinsdorf berichtet im Blog der Brauchtumsverein Maierdorf.”
26.01.2006, 15:17 Uhr, #
Also bitte, bevor hier alle dem unglaublichen Online Angebot der Leipziger Zeitung nachtrauern, habe ich mal eine Frage. Habt ihr euch ernsthaft über diese wahrscheinlich eher dünne Zeitung (in Format und Inhalt) informiert bzw. informiert gefühlt? Also die entsprechenden Zeitungen hier in Düsseldorf und NRW sind eher (in meinen Augen) trauige Erscheinungen.
Ich kann Frank (14.Kommentar) nur zustimmen, aber nicht glauben das es in Leipzig (dieser bekannten Kultur und Studentenstadt) und Umgebung niemanden geben sollte der diese Aufgabe nicht schon wahrnehmen würde.
26.01.2006, 21:11 Uhr, #
In Dresden gibt es zwar die Sächsische Zeitung (SZ) und den LVZ-Ableger Dresdner Neuste Nachrichten (DNN). Die Morgenpost lasse ich mal außen vor.
Weder bei der SZ, schon gar nicht bei der DNN, merkt man nicht wirklich etwas von einem Wettbewerb um die bessere Qualität.
Und ein Blog als Alternative? Mit Todesanzeigen, Baustellenkalender und Terminen für die Müllabfuhr?
26.01.2006, 23:15 Uhr, #
Peter: Soll ich dir Paderborn-News bloggen? ,)
Als Exil-Warburger hätte ich dann gern jemand, der mit Warburg-News schickt. Wobei, das macht ja schon meine Mutter – per Fax …
27.01.2006, 01:40 Uhr, #
@keiner: ja, habe ich. Umso weniger kann ich diesen Schritt nachvollziehen. Wie schon angeführt, wären nicht wenige glücklich über eine lesbare Alternative. Die bleiben nur bei der LVZ, weil sie mit Absicht nicht Bild lesen. Die 50% Beteiligung fallen da schnell weg.
27.01.2006, 01:49 Uhr, #
blogschreiber sind leute, die unwichtigen müll in die welt schleudern, weil sie sich selbst produzieren wollen.
27.01.2006, 18:20 Uhr, #
das hast du aus der wikipedia geklaut!
29.01.2006, 10:55 Uhr, #
Ist leider wahr, was da über die lvz gesagt wird, ich lese täglich so ca. 5-6 seiten, der rest ist zeitver-schwendung.
allerdings tauchen in letzter zeit ganz interessante beiträge auf – hoffentlich kein strohfeuer.
01.02.2006, 13:23 Uhr, #
zu 38. :
…meinst sicher die affären um tschense und Co??
01.02.2006, 13:24 Uhr, #
Ich lese seit einiger Zeit die Leipziger Internet Zeitung lizzy-online.de. Ist schon mal ein ganz guter Anfang. Da fehlen nur noch ein paar gute Leute, da kann das was richtig Gutes werden. Macht doch da mit … Wer weiß was draus wird?
10.02.2006, 06:18 Uhr, #
nee, nee, nee: LIZZY is`es auch nicht. Leider steht fest: Eine halbwegs auflagen-, und damit reichweitenstarke Zeitung zu machen, braucht es Geld. Ziemlich viel sogar. Oder einen starken Partner. Und damit ist dann Schluß mit Unabhängigkeit. Leider. Investigativen und guten, aufregenden und meinungsbildenden Journalismus unter die Leute zu bringen geht m.E. nur, wenn sich kluge Menschen mit einem “Investor” zusammentun, dem man noch Idealismus unterstellen kann. In Leipzig fällt mir da Kölmel ein. Einen Versuch wäre es wert. Der hat doch eigentlich keinen Bock mehr, sein Geld im viertklassigen Fußball zu versenken.
28.04.2006, 08:55 Uhr, #
Als Abonnent lese ich das e-paper der LVZ. Leider stehen nur die letzten 6 oder 7 Ausgaben zur Verfügung. Kennt jemand eine Möglichkeit an e-paper-Ausgaben ranzukommen, die nicht mehr online verfügbar sind? Mir fehlen nämlich noch einige in meiner Sammlung.
Das wäre prima?
10.06.2006, 12:07 Uhr, #
leute, engagiert euch. ich weiss, das sagt jeder zu oft, aber das macht es nicht falscher. lizzy IST ein anfang, vor allem was die news-grundversorgung angeht. auch die mephisto-website hat das potential, die leute, und bietet auch schon eine menge. und wir versuchen (arbeitsteilung spart dringend nötige kraft aka. zeit und geld) auf derleipziger.de die prozessaktualität / magazinthemen aufzugreifen.
klar haben all diese projekte mängel. zuviel pr, teilweise unprofessionelle recherche und/oder schreibe, zuwenig geld. bis auf das geld sind das auch, bei lichte betrachtet häufig sichtbare probleme der lvz, wenn wir ehrlich sind. und der einzelkind-status ist auch der einzige grund, weshalb die lvz ernsthaft solche Qualität liefern kann. Beleben wir doch deren Geschäft!
bei all den genannten projekte kann JEDER jederzeit mitmachen. dafür geht mal ein samstag drauf, ja, oder auch nur ein halber abend. aber ich brauche euch nicht zu verklickern, dass es an uns, den aufmerksamen bzgl. dieses problems liegt, da etwas zu ändern. sonst, und das klingt ekelhaft pädagogisch, aber wir wissen, dass es stimmt, tut es niemand.
mit entsprechendem linkage und der angesprochenen arbeitsteilung können lizzy, mephisto, nettv, derleipziger, meinetwegen leipzig blog und andere blogger (die pawlowsche kritik an der gattung mal bitte ne sekunde zurückstellen :p) ein durchaus sehenswertes gegenangebot erzeugen. wir können diese stadt doch nicht ewig mit diesem, sorry, wurstblatt darben lassen.
aber dann eben: nicht nur wohlfeil reden!
beste grüsse, dirk
ps: ein treffen aller monat und eine site, die die inhalte all dieser projekte vernünftig und uU auch automatisch aggregiert – und schwupps steht ein recht demokratisches (weil von mehreren initiativen getragenes) und ausreichend umfassendes netzmedium für diese stadt.
uU. mit später zu entwickelndem gemeinsamen qualitätmanagement. interesse, anyone?
17.08.2006, 19:16 Uhr, #
Inzwischen findet man im Internet durchaus Alternativen zur LVZ, wie zum Beispiel die Leipziger Internetzeitung
http://www.lizzy-online.de oder die Leipzig Nachrichten vom Leipzig Stadtmagazin http://www.leipzig-sachsen.de/leipzig-medien/
24.07.2007, 12:10 Uhr, #