Seit einem Jahr nun ist Murat Kurnaz, “der deutsche Guantánamo-Häftling” – wie der Stern einmal schrieb -, wieder in seiner Heimat Deutschland.
Nach diversen Medienschauläufen, Aussagen und einem Buch kommt Kurnaz scheinbar so langsam zur Ruhe – oder einem gewissen Alltag. Und in dem spielt ein Weblog auch eine Rolle.
Echt oder Fake?
- Update -: Ja, es ist ein Fake, wie Stefan Niggemeier berichtet.
Kurnaz’ Anwalt teilte mir dazu auf Anfrage mit: “Natürlich ist das nicht von Herrn Kurnaz, wir werden dagegen vorgehen.”
06.09.2007, 15:48 Uhr, #
Danke für die Info, Fietje.
Das Blog ist selbst bei der Wikipedia durch die Kontrollen gekommen, stellt sich die Frage warum sowas jemand fälschen sollte. Ich konnte jetzt keine “bösen” Inhalte entdecken.
06.09.2007, 16:39 Uhr, #
“Selbst bei der Wikipedia”? Oh, da haben wir dann doch andere Vorstellungen von im Zweifelsfall glaubwürdigen Quellen.
06.09.2007, 17:39 Uhr, #
Thomas: Die findest du bei Stefan.
Was die Wikipedia betrifft: Ein Blog mit gerade einmal 14 Einträgen, ohne gesicherte Erkenntnis, von wem es geschrieben wird? Da gab es keine Kontrolle, das ist einfach durchgerutscht. Die (gespielte?) Naivität des WP-Neulings, der es eingetragen hat, siehst du ja schon auf der Diskussionsseite zum Kurnaz-Artikel.
06.09.2007, 17:48 Uhr, #
Das Ding hat kein Impressum. Ich frag mich, warum Blogspot das nicht schließt?!
06.09.2007, 19:55 Uhr, #
Das war keine Rechtfertigung, dass es auch bei Wikipedia steht; sollte nicht so klingen.
Und Blogspot ist es egal ob das ein Blog Impressum hat oder nicht. Warum sollte es die auch interessieren, kein deutscher Bloghoster sagt: “Lege bitte erst ein Impressum an und identifiziere Dich per PostIdent-Verfahren” bevor man bloggen kann. Warum auch?
Zum Thema Authenzität und so nochmal zurück:
Ich hatte durchaus Bedenken ob der Authenzität – das bedingt meine Frage nach der Echtheit oder Fake (und anfänglich stand auch noch ein Fragezeichen in der Überschrift). Meine Intention allerdings war eher eine Diskussion zu starten – oder eben einen weiteren Artikel wie den von Stefan zu fordern. Hat allerdings wohl wirklich nur zwei Menschen auf diesem Planeten interessiert ob der Kurnaz bloggt oder nicht … Ich habe nicht behauptet das Ding sei echt – im Gegensatz zu anderen Bloggern sondern habe hier kollektiv gefragt (sorry, wenn das eine “unideologisch sinnlose” Nachricht ist, offenbar war sie wirklich in der Hinsicht sinnlos, dass es keine Sau interessiert ob sowas ein Fake-Blog oder ein echtes ist – worauf ich ja eigentlich hinaus wollte: Kann man auch als jemand der nicht beim Anwalt anruft solch einem Weblog trauen oder woran erkenne ich, dass es Fake ist?)
Ich gebe zu: Ich hatte keine Zeit um näher hin zu schauen und wollte dem Leser die Arbeit überlassen. Hat der Leser ja jetzt auch in gewisser Weise getan …
06.09.2007, 20:03 Uhr, #
Thomas: Manche Fragen sollte man sich auch selbst beantworten können.
06.09.2007, 21:14 Uhr, #
Thomas: Es war auch kein Vorwurf von mir.
Natürlich könnte man nun wieder über Blog- oder Medienmechanismen diskutieren. Ob wir sowas verantworten können, die Flüchtigkeit einer nicht weiter recherchierten Info usw.
Oder gar, ob man damit einen von PI und Co. initiierten Spin bedient. So groß würde ich es aber nicht aufhängen wollen.
Und bitte, wer nun mit der Selbstreinigungskraft der Bloggemeinschaft kommt, darf sich bitte gleich als Märchenschreiber in Hamburg bewerben ,)
06.09.2007, 21:17 Uhr, #
Ohne Stefans Artikel (oder gar ihn selbst) irgendwie in Abrede zu stellen – statt “wie Stefan Niggemeier berichtet” hättet ihr auch “wie in unseren Kommentaren steht” schreiben können. War immerhin 14 Minuten früher hier … ;-)
06.09.2007, 23:00 Uhr, #
@6:
Mir geht es auch nicht um das Impressum als solches. Dass viele Blogs keins haben, gerade bei Bloghostern, weiß ich und ich finde das auch nicht schlimm. Aber in diesem Fall beinhaltet die Existenz des Blogs eine gewisse Brisanz, und ich finde es einfach nicht seriös, das zu ignorieren. Die Inhalte legen halt die Vermutug nah, dass es eben in Wirklichkeit nicht Kurnaz ist, sondern dort jemand Rufmord oder üble Nachrede betreibt (ich bin kein Jurist) mit Kurnaz als Opfer. Das fehlende Impressum ist hierfür nur ein weiteres Indiz. Und so jemandem sollte man als Hoster keine Plattform bieten und das Ding lieber schließen.
So, ich sehe gerade, dass der Blogger sich “geoutet” hat. Es handelt sich nach seinen Angaben um einen Schriftsteller aus Berlin, der ziemlich viel mit Kurnaz gemeinsam hat. Ansonsten ist die Begründung, warum er als Kurnaz gebloggt hat, ziemlich verquast und erschließt sich mir nicht wirklich. Vielleicht hätte er das Ding besser stillschweigend geschlossen…
07.09.2007, 09:19 Uhr, #
[Ich fasse die Hinweise auf die Süddeutsche dann mal zusammen. Die Tippse]
Das ganze ist wohl PR in eigener Sache. Dazu auch:
http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/806/100706/
07.09.2007, 09:30 Uhr, #
Um zu verstehen, worum es in der SZ geht, sollte man evtl. vorher kurz bei Dieter Petereit vorbeischauen.
Der Autor des Kurnaz-Fakeblogs hat sich gestern mehr schlecht als recht geoutet.
08.09.2007, 03:56 Uhr, #
Wow, hier geht’s ja rund! Ist seit 10 Tagen in den Medien nichts passiert, oder wie?
15.09.2007, 10:33 Uhr, #
Schon strange, dass der jetzt mit nem eigenen Blog on air ist, oder?
18.09.2007, 23:46 Uhr, #