Inzwischen hat man bei Sony BMG offenbar eingesehen, dass es doch keine so gute Idee ist, CD-Käufern heimlich Software unterzuschieben. Wer sich bei Sony registriert, erhält im Gegenzug einen Uninstaller, der die fragwürdige Programme vom eigenen Rechner löscht.
Verseuchte CDs, die den von der Firma First4Internet entwickelten Kopierschutz nutzen, lassen sich anschließend nach Angaben von Heise Online allerdings nicht mehr abspielen:
Die Software putzt den Kopierschutz angeblich rückstandsfrei von der Platte; Sony BMG behauptet aber, dass danach die CD, die den Kopierschutz installierte, mit dem Computer nicht mehr zu benutzen sei. (Quelle: Heise Online, 03.11.2005)
Fein raus sind in diesem Fall auch Nutzer alternativer Betriebssysteme wie Apple OSX und Linux.
Die nämlich betrifft das Problem erst gar nicht, da sich das “Sony-Rootkit” nur auf Windows-Systemen installiert. Mehr zum Thema:
03.11.2005:
Uninstaller für Sony BMGs Kopierschutz-Rootkit (Heise Online)
“Rootkit”-PR-GAU: SonyBMG bietet Tool zur Kopierschutz-Entfernung (Spiegel Online)
Deinstaller für das versteckte DRM-System von Sony BMG (Golem)
Sony BMG zieht den Schwanz ein (nicorola)
02.11.2005:
Kopierschutz: Sony hat keine Bedenken (nicorola)
01.11.2005:
Sony verbreitet Viren (renephoenix.de)
Sony Music: DRM reicht nicht mehr, nun wird gehackt. (medienrauschen)
Sony BMGs Kopierschutz mit Rootkit-Funktionen (Heise Online)

Trackbacks
Kommentare
Sie verseuchen erst den Computer – für deren Beseitung fordern sie eine Registrierung. Aus Datenschutzaspekten halte ich diese Haltung für sehr bedenklich (ok, es muß ja nicht die Hauptadresse sein).
03.11.2005, 23:35 Uhr, #
Ein ganz klares Statement von mir: ich werde keine Sony BMG-CD’s mehr kaufen. Der Kunde ist König und hat die Wahl.
04.11.2005, 00:31 Uhr, #
Der Uninstaller deinstalliert übrigens wohl nicht den mit installierten Filter-Treiber fürs CD-Laufwerk. Also bleiben immer noch Drecksreste im System.
04.11.2005, 10:58 Uhr, #
Meine Reaktion…. keine PNP oder Playstation 3 für die Kinder …. nur XBox
04.11.2005, 11:47 Uhr, #
weil MSFT so vertrauenswürdig ist, was den umgang mit daten und datenströmen betrifft?
04.11.2005, 12:03 Uhr, #
Nun einen Generalboykott anzuzetteln wäre sicher dumm. Demnächst genauer hinzusehen, auf welchem Label der Lieblingskünstler veröffentlicht, kann aber nicht schaden.
04.11.2005, 15:15 Uhr, #
Achso, die Sache mit der Cheaterei, die nun durch diverse Blogs und Listen geht und inzwischen sogar die SpOn-Netzwelt erreicht hat.
Ja, man kann mit dem Rootkit noch ganz andere Dinge mache, als Sony ursprünglich im Sinn hat. Zum Beispiel bei Netzwerkspielen wie “World of Warcraft” mogeln (ohne das entsprechende Kontrollsoftware es bemerkt).
Man kann, einmal erlangte Kontrolle über einen fremden Rechner vorrausgesetzt, auch noch ganz andere Dinge tun – unschöne inkl.
Ich habe gestern überlegt, ob ich Links zu entsprechenden Foren und Diskussionen mit in den Blogeintrag nehme. Ich habe es nicht getan. Ist ja auch kein Hackerforum hier.
Ob es eine sinnvolle Entscheidung war? Keine Ahnung, nun aber ohnehin egal, da die Links quer durch’s Netz gepustet werden. Bitte, hier ist einer: http://www.wowsharp.net/forums/viewtopic.php?t=7251
Bleibt sauber. Cheater haben keine Schwänze …
04.11.2005, 20:57 Uhr, #
..keine Eier, dachte ich?
Bei dieser Gelegenheit ein Lesetipp ganz abseits vom Hauptthema: das Interview mit Tim Mälzer in der aktuellen Galore. Er redet auch davon, wie’s ist, wenn man keine Eier hat, und dass er sich manchmal auf seine Bolo (Spaghetti mit Bolognese) freut, die “hinten in der Küche auf dem Herd simmert”. Simmern ist ein klasse Wort, ich versuche, es mir anzugewöhnen..
04.11.2005, 21:44 Uhr, #
Tim Mälzer ist mir leider zu peinlich, als das ich aussergewöhnliche Wörter mit ihm teilen will.
04.11.2005, 23:04 Uhr, #
Dass Sony eine Registrierung verlangt, um Hilfestellung zu bekommen, den von Sony angerichteten Schaden selbst beheben zu dürfen, zeigt meiner Meinung nach, dass Sony ziemlich unbeeindruckt davon ist, ein schlechtes Image zu bekommen.
Sonst hätte Sony den geschädigten Nutzern sicherlich angeboten, Schadensersatz und Wiedergutmachung zu leisten und selbstverständlich die schadhafte CD zurückgenommen.
Wenn Sony das nächste mal darüber klagt, dass weniger Kunden CDs kaufen, dann wird sich Sony nun anhören müssen, potentielle Kunden selbst vergrault zu haben.
Wer kauft sich schon freiwillig CDs, die den Computer kaputt machen?
07.11.2005, 11:32 Uhr, #