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Jauch für Sabsi?

Manchmal habe ich den Eindruck, da draussen ist jemand, der mir – warum auch immer – zum Frühstück gezielt manipulierte Newsmeldungen unterschiebt.

Damit ich mich aufrege, das eventuell hier im Blog weitertratsche und schließlich von einem hinter der Zimmerpalme hervorspringendem Kamerateam ausgelacht werde.

Gerade wieder, in der Netzeitung:

Christiansen hört auf: Jauch übernimmt ARD-Polit-Talkshow

Günther Jauch übernimmt im September 2007 die ARD-Talkshow von Sabine Christiansen. Die Moderatorin werde sich nach fast zehn Jahren aus der Sendung zurückziehen, hieß es. [...]

Was ja zunächst nach einer durchaus erfreulichen Nachricht klingt, wird durch den ins Spiel gebrachten Jauch gleich wieder relativiert. RTL lässt Jauch ziehen? Seinen Universalmoderator für Quizshows, Sport und Magazine?

Unwahrscheinlich. Scheint laut Netzzeitung aber tatsächlich der Fall zu sein:

Die ARD zitiert Jauch mit den Worten: «Noch sind die Verträge nicht unterschrieben, aber die ARD und ich hoffen, dass uns gemeinsam ein ebenso anspruchsvolles wie beim Publikum erfolgreiches Format gelingen wird. Das ist sicher eine der spannendsten Aufgabe, die es im nächsten Jahr im deutschen Fernsehen geben wird.»

Trackbacks

  1. woweezowee
    23.06.2006, 15:03 Uhr
  2. zeineku.de » Jauch als Christiansen-Nachfolger
    23.06.2006, 22:27 Uhr

Kommentare

  1. SPON weiß dazu: “Nach Angaben von RTL bleibt Jauch aber auch dem Kölner Sender erhalten.” Und bestimmt auch den vielen anderen guten Unternehmen. ‘Jauch’, das ist ja inzwischen ein Namen wie ‘haben’ ein Verb ist…

    dirk.schroeder
    23.06.2006, 15:05 Uhr, #
  2. dirk: Damit hatte ich gerechnet, das war der eigentliche Grund meiner Verwunderung. Komplett ziehen lassen kann RTL Jauch einfach nicht. Einfach gehen kann Jauch auch nicht, da dürften auf eine längerfristige Zusammenarbeit ausgelegte Verträge im Weg stehen.

    Nun wird man ihn sich teilen müssen, was eine durchaus merkwürdige Konstellation ist (letztendlich auch für die Marke Jauch und dieses komische Dinge mit der Glaubwürdigkeit. Krombacher vs. Polittalk …). Ob und wie es sich auf den journalistischen Teil seiner Arbeit auswirkt, wird sich zeigen.

    Ich habe zum Beispiel bei Stern-TV öfter mal den Eindruck, dass er inhaltliche Lücken übermenscheln/boulevardisieren muss. Bei einem politischen Salon funktioniert das nur bedingt.

    jo (Office)
    23.06.2006, 17:53 Uhr, #
  3. Jetzt gerade berichtet ARD selbst in ihrer Tagesschau, dass Jauch diesen “begehrtesten Platz der deuschen Fernsehlandschaft” übernehmen wird.

    Ich begrüße es auf jeden Fall. Jauch ist in meinen Augen kompetenter als Frau Ceedeeuhnsen, und vielleicht bekommt er mal ein bisschen Disziplin in die Politikpolemiker…

    EmmJay
    23.06.2006, 19:15 Uhr, #
  4. Aber irgendwann enden auch längerfristige Verträge, oder? (Eine medienrechtliche Dissertation über Stern TV ist übrigens überfällig. Produziert von I&U TV, mit Jauch als Alleingesellschafter, nutzt aber offensichtlich die Marke Stern aus dem Hause Gruner & Jahr. Gesendet wird im Rahmen des RTL-Programm, aber nicht auf RTL, sondern über die Fenster-Lizenz von Alexander Kluges dctp. Hab ich was vergessen?)

    Alexander
    23.06.2006, 20:29 Uhr, #
  5. Die Netzeitung hat das sehr beeindruckt: Screenshot meines Feedreaders:
    http://img514.imageshack.us/img514/7317/sabsy9ff.png

    Torsten
    23.06.2006, 21:05 Uhr, #
  6. Talkshows (und ähnliche freie Formate) im ÖR sind gefälligst mit fest angestellten Mitarbeitern zu besetzen, die man mittles Abmahnungen davon abhalten kann, auf den Industiestrich zu gehen.

    Sofern die (ebenfalls inhouse anzusiedelnde) journalistisch!=PR arbeitende Redaktion solche Schweinereien nicht eh im Ansatz killt.

    Zahle ich meine Gebühren eigentlich dafür, dass irgendwelche Hackfressen und PKV-Stricher (wie der Beckmann) durch Medienpräsenz zur primetime ihren Verkehrswert für ihre private Bereicherung erhöhen können?

    Felix Deutsch
    23.06.2006, 23:09 Uhr, #
  7. Felix: Sabsi produziert ihren Salon auch frei. Über die TV21 GmbH, wo sie geschäftsführende Gesellschafterin ist.

    Harald Schmidt produziert bekanntlich auch selber, Putenaufschnitt-Kerner ist beim ZDF auch “nur” freier Mitarbeiter.

    Natürlich erhöhen alle durch ihre Medienpräsenz auch ihren Marktwert für externe Produktionen (Oder Auftritte, oder Moderationen, oder …).

    Finde ich aber nicht problematisch, da allzu offensichtliche Interessenkonflikte bisher schnell öffentlich thematisiert wurden (Beckmann eben, Christiansens CDU-Mitgliedschaft bzw. immer wieder unterstellte Nähe zur INSM, usw.).

    Weit problematischer geht es Abseits der großen Bühne zu. Mein Lieblingsbeispiel: Fernsehkoch Lafer, der ebenfalls frei produziert und nebenbei ein beachtliches Merchandising-Imperium aufgebaut hat.

    Der hat mit seinen Rezepten zwar keinen direkten Einfluß auf die politische Meinungsbildung, erreicht über öffentlich-rechtlich Vertriebskanäle aber auch ein paar Millionen Zuschauer (Analog Wetterfrosch Kachelmann, wo es letztens ja auch einen kleinen Skandal gab …).

    Der Wunsch solche Formate senderintern mit festangestellten Mitarbeitern zu produzieren ist verständlich, aus produktionsökonomischen Gesichtspunkten aber einfach unrealistisch. Literaturtipp:

    Jörg Sydow, Arnold Windeler: Organisation der Content-Produktion (2004)

    Jörg-Olaf Schäfers
    24.06.2006, 00:48 Uhr, #
  8. Passend zum Thema: Stern TV sendet gerade einen lupenreinen Werbeclip für die e-Plus-Tochter Symio, aufgemacht als redaktioneller Beitrag. Perversion am Rande: Von Jauch abmoderiert als “Werbung beim Wort genommen”.

    Jörg-Olaf Schäfers
    24.06.2006, 02:32 Uhr, #
  9. Der Wunsch solche Formate senderintern mit festangestellten Mitarbeitern zu produzieren ist verständlich, aus produktionsökonomischen Gesichtspunkten aber einfach unrealistisch.

    Moment mal, was ist die angebliche Existenberechtigung der ÖR? Gebühren werden doch gezahlt, damit man sich Unabhängigkeit leisten kann.

    Geschickt, wenn gewisse Kreise versuchten, über diese Schiene die ÖR zu unterwandern und sie damit in Frage zu stellen. Und bei Weiterexistenz bekommt man auch genau die gesteuerten Inhalte wie von SAT1 & Co.

    Clever. Win-Win, oder so.

    Felix Deutsch
    25.06.2006, 00:17 Uhr, #
  10. Man kann sich auch fragen, warum die ÖRs erstmal jede Menge Geld in Formate hineinbuttern, bis sie endlich am Markt etabliert sind und diese dann den – von Ihnen prominent gemachten – Moderatoren zur gefälligen Absahne überlassen?

    Woher kommt diese Betriebsblindheit gegenüber Klasseleuten im eigenen Haus? Was nützt es, wenn es dem WDR gelingt, eine Sendung wie ‘Hart aber Fair’ trotz jeder Menge politischen Drucks nicht nur am Leben zu erhalten, sondern bei den Zuschauern zu etablieren, wenn nicht in solch einer Situation wie dieser der Plasberg (Moderator der Sendung) automatisch erste Wahl als Nachfolger ist. Jauch mag ein populärer Unterhaltungsprofi sein, aber wo hätte sich der Mann jemals als profunder Kenner der politischen Landschaft hervorgetan?

    Alles sehr merkwürdig :|

    PW Fischer
    25.07.2006, 13:16 Uhr, #
  11. PW Fischer: Plasberg selber hat mal ziemlich gut auf den Punkt gebracht, warum eher jemand wie Jauch geeignet ist (Davon ab, dass er “Hart aber fair” inzwischen eigenverantwortlich produziert und diesbezüglich wohl auch nicht ganz so flexibel wäre):

    “Frau Christiansen macht einen überaus erfolgreichen politischen Salon [...] Mich würde das nicht interessieren, ich bin eigentlich Journalist.” (Bei Jürgen Domian, 25. Mai 2005)

    Ansonsten will WDR-Chef Pleitgen “Hart aber fair” ja schon länger mehr Reichweite verschaffen. Für das Erste ist das Format mit 90 Minuten wohl zu sperrig (Und da wird sich Plasberg ganz sicher nicht reinreden lassen), nun soll es halt auf mehreren Dritten parallel laufen.

    Jörg-Olaf Schäfers
    25.07.2006, 14:48 Uhr, #

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Autor Jörg-Olaf Schäfers

Datum 23.06.2006, 13:25

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