Wo bleiben die Verlage?, fragt sich Wulf D. von Lucius, Chef des Lucius & Lucius Verlag in Stuttgart, in einem Beitrag für das Börsenblatt.
In seinem Text wirbt der Alt-Unternehmer für eine gesunde Mischung von journalistischem Kernprodukt und Web 2.0-Community. Nicht um damit zwangsläufig Geld zu verdienen, sondern vor allem um “das alte Kernprodukt im Markt abzusichern und für die neue Nutzergeneration attraktiv zu halten.”
Die Zeiten, in denen wenige Menschen ein Meinungsprodukt für viele publizierten sind vorbei. Das bedeutet nicht zwangsweise eine Abwanderung der Menschen in Richtung Wikipedia und Co, auch wenn die Nutzer von heute – so von Lucius – sowieso “gar nicht mehr unbedingt am alten Paradigma gesicherten Wissens” interessiert seien. Die Chance, die das neue Web bietet sei, die eigenen Nutzer kennen zu lernen. Beispiele MySpace oder StudiVz: Die beiden Social Networks ziehen Marktwert aus den Nutzerprofilen ihrer Mitglieder, die hier gewonnenen Daten werden für Marketing- und gezielte Werbeeinsätze genutzt.
Verlage müssen verstehen lernen, dass “Web 2.0″ nicht beisst; es nicht das Böse ist, für das es manche Journalisten halten. Das sinnvolle nebeneinander von journalistischer Arbeit, erweiterten Blickwinkeln in Weblogs, Wikis und Foren sowie die Einbeziehung des Lesers in die Erlebniswelt der eigenen (Zeitungs-)Marke sind die einzigen Überlebenschancen alter Print-Titel, die zunehmend unter Auflagenschwund leiden.
Die jungen Leser die man für das Überleben des eigenen Print-Produktes benötigt findet man heute nicht am Kiosk sondern im Internet.

Vielleicht wäre ja aus Goerge Dabbelju ein ganz normaler Mensch geworden, wenn er damals solche Bücher hätte lesen können (dürfen?).
11.07.2007, 15:20 Uhr, #
Oups… falscher Artikel… *umpf*
11.07.2007, 15:21 Uhr, #
Es wird noch etwas dauern bis die Verlage das verstehen – das Börsenblatt hat ja auch erst unlängst relauncht, wobei es da auch Blogs gibt. (Will aber selber taggen, ts.)
Seltsamerweise sind Bibliotheken da schon teilweise weiter – teilweise…
Ad Astra
14.07.2007, 03:11 Uhr, #
veränderungen in der medientechnologie ziehen ja wohl offensichtlich konsequenzen (gleich, ob postiv oder negativ) auch im sozialen system einer (global vernetzten) gesellschaft mit sich. relevant ist die wirkung auf die gelebte realität – und dies impliziert in unserer postmodernen welt scheinbar einen umschwung: die verlagerung von gedruckten seiten auf die online-präsenz derselben. das “paradigma des gesicherten wissens” wirkt in der sich immer rascher wandelnden informationsgesellschaft antiquiert – dennoch sollte man den neuen gegebenheiten nicht zu negativ gegenüber stehen. eine verschmelzung von alter und moderner welt scheint notwendig, um eine ebnung ins neue medienzeitalter zu finden – und warum dabei nicht die gegebenen, vielseitig-gestalteten möglichkeiten des fein gesponnenen web2.0-netzes nutzen?
02.11.2007, 16:47 Uhr, #