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Deutschland jagt einen Mann

Im Öffentlich-Rechtlichen darfst Du Alles. Nur nicht das Programm kritisieren.

Elke Heidenreich hätte es gewußt; wenn Fernsehkritiker Holger Kreymeier sie nur einmal gefragt hätte … Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk darf man Alles. Selbst Scheidensekret verteilen. Nur kritisieren darf man den ÖR nicht. Dann droht nicht nur der Intendant vom Sessel zu kippen, sondern auch die Entlassung.
Und so erwischt es nun Kreymeier, tätig als freier Mitarbeiter des NDR und verantwortlich für die Kampagne “Dafür zahl? ich nicht!” die derzeit für ordentlich Wirbel sorgt.
In dem Spot zur Kampagne greift Kreymeier die Werbespots der GEZ auf, kritisiert die zunehmende inhaltliche Verflachung bei ARD und ZDF und rät: Dafür nicht zahlen!

Der NDR entläßt Kreymeier nun nach zwei Jahren TV-kritisierens aus seiner Mitarbeit. Eine offizielle Verlautbarung über die Gründe gibt es vom NDR derzeit trotz Nachfrage bei der Pressestelle nicht.

UPDATE, 19 Uhr: Der NDR weist die Vorwürfe in einer offiziellen Stellungnahme zurück: “Zum einen war Herr Kreymeier für den Norddeutschen Rundfunk nur in geringem Umfang tätig. Sein Einsatz wurde jeweils fallweise für einzelne Schichten vereinbart. Ein festes Arbeitsverhältnis, aus dem Herr Kreymeier hätte entlassen werden können, existierte nicht“. Zum Anderen wäre die Zusammenarbeit keinesfalls beendet, sondern lediglich ausgesetzt, bis man die derzeitige Kampagne des Kritikers überprüft habe.

Trackbacks

  1. Quasipresseschau 206 | NIGHTLINE
    05.03.2009, 19:37 Uhr
  2. Dafür zahl’ ich nicht! | netzfeuilleton.de
    07.03.2009, 21:14 Uhr

Kommentare

  1. So kritikwürdig das ÖR-Programm häufig auch sein mag und so berechtigt damit die satirische Kampagne ist – Verständnis für den NDR habe ich trotzdem. Es gehört sich nicht, öffentlich Stunk zu machen gegen denjenigen, der einen mit Arbeit versorgt, unabhängig davon, in welcher Branche man arbeitet.

    Wenn jemand Kampagnen gegen den Printjournalismus initiiert, würde er bei der Zeitung, für die er bisher als Freier schrieb, auch nicht mehr viele Artikel abliefern dürfen.

    Niels
    04.03.2009, 19:43 Uhr, #
  2. Der Herr Kreymeier hat nicht als freier TV-Kritiker beim NDR gearbeitet, sondern hat dort als freier Mitarbeiter u.a. Videotextuntertitel geschrieben. Die ganze Entlassungsstory ist eher ein Werbegag für seine Produktionsfirma.
    Auch wenn seine Kritik nicht ganz unberechtigt ist.

    Seba
    04.03.2009, 20:24 Uhr, #
  3. @niels @seba: was seid denn IHR für Welche!?!

    Wohl Günstlinge von NDR und ARD!

    Kreymeiers Kritik nicht ganz unberechtigt???

    Weltmeisterin im dreisten Untertreiben, diese Seba…

    FÜR UNBEGRENZTE MEINUNGSFREIHEIT!!!!!!!

    M.Schrödl
    06.03.2009, 17:01 Uhr, #
  4. Herrje, ist heutzutage jeder Fernsehkritiker, der eine lausige Kopie von “Kalkofes Mattscheibe” (Ja, noch schlechter. Das muss man – zugegeben – auch erstmal schaffen) ins Web stolpert?

    @M.Schrödl: Seine Meinung sei ihm unbenommen. Ich finde, jeder sollte das Recht haben, sich weböffentlich zum Horst zu machen.

    Jörg-Olaf Schäfers
    07.03.2009, 15:26 Uhr, #

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Autor Thomas Gigold

Datum 04.03.2009, 15:32

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