Werbeblogger Patrick Breitenbach (Damals übrigens einer der ersten Autoren bei Medienrauschen) hat Post bekommen. Von Günther Klum, Vater des Supermodels Heidi Klum. War allerdings keine Anfrage für ein Candlelight-Dinner (geht ja eigentlich auch nicht, wg. Seal) sondern ein Hinweis der eher unerfreulichen Art:
Guten Tag,
da der Name Heidi Klum gesetzlich geschützt ist (R) und TM, bitte ich Sie den Namen aus Ihrer URL zu entfernen und die Werbung mit dem Namen Heidi Klum einzustellen. Als Termin hiefür habe ich mir den 2. Januar 2006 Notiert. [...]
(Quelle: Werbeblogger, Fehler auch im Original.)
Herrje, nach dem Sozialgericht Bremen nun also noch der Pappi (die Mail scheint authentisch*) unserer Katjes- & Kamelle-Prinzessin Heidi?
Allerdings hatte Patrick gar nicht mit Heidi Klum oder ihrem Namen geworben, sondern lediglich im November 2004 einen kurzen Blogeintrag über ihren neuen Job als McDonalds-Werbefigur in den USA verfasst.
Natürlich inkl. “Heidi Klum” (Warum schreibe ich eigentlich immer “Heide Klum?”) im URL/Permalink. Was ja auch Sinn macht.
Wenig Sinn hingegen macht es, pauschal die Nennung eines (Promi-)Namens in einem journalistischem Beitrag – oder auch nur einer persönlichen Meinungsäusserung in einem Blog – untersagen zu wollen. Das sieht man der Weblawg-Szene erfreulicherweise ebenso:
- Kanzlei Dr. Bahr: Shopblogger: Absurde Behördenpost wegen Namensverletzung
- Udo Vetter/Lawblog: Heidi Klum und ihr Vater
- Sascha Kremer/Vertretbar: Der Vater von der Klum …
Merke: Es geht immer noch ein wenig lächerlicher. Man muss es nur wollen.
Was die Direktorin des Sozialgerichts Bremen und Herr Klum übersehen: Die Blogeinträge bei Shopblogger Björn Harste und Werbeblogger Patrick Breitenbach wurden inzwischen so oft verlinkt & kommentiert, dass Google gar nicht mehr an ihnen vorbeikommt. Eigentor mit Anlauf, sauber verwandelt.
*Nachtrag, 03.01.: In diesem Kommentar erklärt Andreas Rodenheber, warum man beim Werbeblogger nicht an einen Fake glaubt.

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Kommentare
Ist nicht das erstemal…
http://www.hitkarussell.de/www-news/nachrichten/H1036675182.html
Darf man zu einer markengeschützter Person keine Informationen mehr ins Netz stellen, ist das dann auch Werbung? Wahrscheinlich ist der Blogeintrag in Werbeblogger Werbung weil das Wort Werbung in der URL vorkommt *kopfschüttel*
01.01.2006, 14:58 Uhr, #
Was Vewandtes: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Diskussion:Tron_%28Hacker%29&diff=prev&oldid=12026673
01.01.2006, 21:24 Uhr, #
Heidi: Foren/Fanseiten sind problematischer, u.a. aus urheberrechtlicher Sicht. Siehe das Hickhack um Rammstein-Fanseiten ,(
Torsten: Frau Klum ist allerdings wesentlich prominenter, als es Tron je war (ausgehend von weltlichen Maßstäben, nicht von feuchten Hackerträumen).
Tron war damals durchaus eine relative Person der Zeitgeschichte, ist es inzwischen aber sicher nicht mehr.
Wobei es im Fall Tron ja noch schlimmer ist.
Nüchtern betrachtet gibt es kaum eine Berechtigung, sein Leben (und seine Familie) noch über den Tod hinaus in die Netzöffentlichkeit zu zerren. Gedenken und Würdigung seiner Arbeit gern, aber doch bitte nicht diese sorgsam gepflegte (und – aus CCC-Sicht – auch konstituierende) Legendenbildung.
Es würde reichen, wenn man dem Hacker-Nachwuchs klarmacht, dass es da draussen Menschen gibt, die wirklich unangenehm werden können und die man nicht wegklicken kann.
Dafür braucht es keine Legendenbildung und erst recht keine kruden Verschwörungstheorien. Ganz im Gegenteil, hin und wieder ein Realitätsabgleich kann nicht schaden.
01.01.2006, 23:32 Uhr, #
@Jörg: Ich hab jetzt nicht anchgelesen, aber bei Tron ist es ja der Fall, dass über jemand berichtet wird, der einen ‘Markennamen’ als Alias benutzt. D.h. wenn ich jetzt unter dem alias ‘McDonalds’ bloggen würde… so etwa.
02.01.2006, 10:24 Uhr, #
OG: Warte, ich kann es fix vorlesen:
Nicht Walt Disney Pictures schwingt die Keule, weil sich jemand Tron nannte, sondern die Eltern, die, so nehme ich an, endlich Ruhe haben wollen. Was ich nachvollziehen kann.
Das Ruhe haben wollen, wohlgemerkt. Nicht die Art und Weise des Vorgehens. Aber ich kenne die Hintergründe auch nicht.
02.01.2006, 13:43 Uhr, #
Bin über den Spiegel hier drauf gekommen. Aus geschäftlichem Interesse müßte Günther Klum doch eher Google verklagen, die den Namen ‘Heidi Klum’ ja etwa 1,9 millionenmal nennen.
Daraufhin sperrt Google alle ‘Heidi Klum’- Einträge und die Klum muß dann fürs Ranking bezahlen. Aah, ein schöner Gedanke, hab’ ich doch Google Aktien.
Gruß aus blackforest
08.01.2006, 13:31 Uhr, #