
Was sind Geburtstagsgrüße und Glückwünsche in Zeiten des Social Web eigentlich noch wert? Oder: Welche Bedeutung messen wir virtuellen Glückwünschen heute bei?
Wir haben heute mehr “Freunde” als je zuvor – 130 im Schnitt, glaubt man Facebook und twitter. Das sind Menschen mit denen wir verbunden sind, die uns interessieren oder die wir interessant finden, als Freunde würden wir – unter normalen Umständen – die wenigsten im Leben bezeichnen. Wir interagieren mit ihnen, tauschen uns aus und gratulieren zu Meilsteinen – Geburstagen, Kindern, Beföderungen .. Das ist soziale Interaktion. Das, was Social Media ausmacht – Kontakt zu Menschen zu haben, mit denen uns etwas verbindet.
Dank sozialer Netzwerke wie Facebook, XING und twitter erfahren wir, wann Menschen Geburtstag haben. In wahrscheinlich 90% der Fälle, in denen wir von ihren Geburtstagen erfahren hätten wir es ohne die Hilfe von Freunden oder Tools wahrscheinlich verpasst. Tun wir heute aber nicht mehr. Und so summieren sich die Glückwünsche am Ehrentag schnell auf 50, 100 oder mehr, wo früher vielleicht nur drei gute Freunde gratuliert hätten.
Glückwünsche ehren uns als Empfänger, sie erfreuen uns. Sind die virtuellen Glückwünsche über Blogs, twitter, Facebook und Co nun mehr wert als der Gruß per Telefon vor 10 Jahren? Oder weniger? Wiegen die Glückwünsche von Onkel und Tante mehr, wenn sie im Briefkasten, Mail-Postfach oder auf der Facebook-Wall stehen?
Ich glaube, das kommt auf den Bekanntheitsgrad an. Glückwünsche von Freunden und näheren Bekannten sind unabhängig von der Übertragungstechnik mehr “wert” als die von entfernteren Kontakten, die eher zufällig vom Anlass erfahren haben (metoo).
(Aber das ist ja nichts neues: im Büro bekommt man auch häufig Geburtstagsglückwünsche von zufällig in Hörweite stehenden Kollegen. Das ist durchaus vergleichbar. Nur das Medium hat sich mal wieder geändert)
18.03.2010, 11:22 Uhr, #
Ehm, du gibst tatsächlich deinen echten Geburtstag in diesen “Netzwerken” an? Huiuiui…
Meine Glückwünsche sind heute noch genauso viel wert wie vor 10-15 Jahren noch. Auch die, die ich selbst bekomme.
18.03.2010, 11:40 Uhr, #
Der Begriff “Freunde” ist in diesem Zusammenhang nicht richtig. Die Wenigsten meiner Web-Kontakte sind Freunde. Und da ich nicht von Glückwünschen überhäuft werden will, tu ich das bei anderen auch nicht. Das gebietet auch irgendwie der Anstand.
22.03.2010, 19:26 Uhr, #
ich gebe aus diesem Grund schon lange keine Geburtstagsdaten mehr an. Die Glückwünsche nerven mehr als dass sie mich freuen und sind (nach meinem Empfinden) vollkommen bedeutungslos.
Dafür ist es umso schöner wenn gute Freunde anrufen oder vorbeischauen, weil sie den Geburtstag im Kopf haben / sich selber darum kümmern es nicht zu vergessen.
23.03.2010, 18:43 Uhr, #