Mit Bewegtbildern aus der Amateurliga des deutschen Fußballs wollten die hartplatzhelden dem Lokalsport im Netz ein Publikum schaffen. Das schafft die Community durchaus auch, bis der DFB auf die Plattform aufmerksam wurde.
Vor dem Landgericht Stuttgart verklagte der Württembergischen Fußballverbandes (WFV) die Hartplatzhelden GmbH und – gewann.
Die Plattform darf nun keine Videos mehr von Wettbewerbsspielen aus der Region des WFV zeigen.
“Ein Sieg für die über 25.000 Amateurfußballvereine in Deutschland”, ist DFB-Vizepräsident Rainer Koch überzeugt. Schließlich geht es hier um die harte, ehrenamtliche Arbeit regionaler Fußball-Clubs, die durch Plattformen wie hartplatzhelden kommerziell ausgeschlachtet werde.
Dabei will die Plattform eigentlich nur über den Fußball sprechen und ihn würdigen. Oliver Fritsch, einer der Macher der “Hartplatzhelden”-Seite, vergleicht seine Seite eher mit einer Lokalzeitung und verweist darauf, dass auch diese mit der Berichterstattung Geld verdienen.
WFV-Präsident Herbert Rösch sieht das anders und streitet für den guten Zweck. Schließlich könnten die Amateur-Vereine die Online-Vermarktung ihrer Aktivitäten jetzt selbst in die Hand nehmen!
Die Hartplatzhelden kündigten Berufung an. Ob es was nützt?
Jaja, armes Deutschland.. Man klagt sich immer zu dem vermeintlichen Recht.. Schade um die Plattform.
08.05.2008, 16:59 Uhr, #
Mal wieder ein sehr schönes Beispiel dafür, das geltendes Recht die Probleme der neue digitalen Produktions und Distributionswege nicht vernünftig abdeckt. Zumal die Videos z.T. von den (Mit-)Spielern selbst hochgeladen werden.
Sehr schön auch die Pressemldung vom DFB:
“Es kann nicht sein, dass die Kosten des Spielbetriebes von 25.000 ehrenamtlich geführten Amateurvereinen von diesen selbst getragen werden müssen, mögliche Einnahmen aber von gewinnorientierten Unternehmen abgegriffen werden.”
Das ist so ein Blödsinn. Dem DFB geht es doch nur darum “mögliche Einnahmen” weiterhin selbst zu kontrollieren bzw. abzuschöpfen. Bleibt also abzuwarten ob es in Zukunft ein ähnliches Geschäftsmodell gibt das vom DFB abgesegnet ist. Ich vermute jedoch nicht. Denn wenn man auch noch irgendwelche Abgaben an den DFB oder sonstwen abtreten und zusätzlich die Organisation dieser Rechte übernehmen muss muss rechnet sich so eine Plattform nicht mehr.
Unterm Strich ist das dann ein echter Verlust. Keine Platform für (regionale) Spieler, Vereine und Unternehmen und eine lukrative Geschäftsidee weniger. Obwohl ich kein Fußball-Fan bin, ärgert mich sowas.
09.05.2008, 13:18 Uhr, #
Es ist eben nicht so, wie hier steht, dass der DFB irgendwann auf unsere Plattform aufmerksam wurde. Sondern er war immer eingeweiht. Anfangs hatten wir Oliver Bierhoff in unserer Jury, der sogar einen Video-Aufruf geschickt hat. Wir hatten zunächst die ideelle Unterstützung des DFB. Bis irgendwer auf ne andere Idee kam.
Das hätte man übrigens durch einen Anruf bei uns ganz einfach rauskriegen können.
Oliver Fritsch
hartplatzhelden.de
17.05.2008, 17:37 Uhr, #