Facebook & Unternehmen: Wenn Deine Fans nicht Dir gehören.
Traumjob “Spieledrehbuchschreiber”?
“… ist in einer Beziehung” – die Welt und ihr Abbild im Netz
“Die können nicht einfach mein Haus ins Internet stellen!”
Deutschland jagt einen Mann

Gegenöffentlichkeit zum Klimawandel

Mit Wikis und Blogs will der Autor und Aktivist John Stauber gegen die “Propaganda der Public-Relations-Industrie” vorgehen. Das von Stauber gegründete Center for Media Democracy will nun die Gegenöffentlichkeit schaffen, zu der es der Journalismus nicht schafft: “Medienforscher hätten herausgefunden, dass heute mindestens 40 Prozent der als Nachrichten veröffentlichten Medieninhalte in Wirklichkeit von PR-Kampagnen stammen“, so Stauber.

Eingeschossen hat man sich dabei auf das Thema Klimawandel. Wie Al Gore in seinem – letzten Samstag in Deutschland erstmals im Free-TV gezeigten – Film “Eine unbequeme Wahrheit” sieht Stauber in der Berichterstattung um den angeblich nicht stattfindenden Klimawandel eine große, erfolgreiche PR-Aktion. Stauber uns sein Center for Media Democracy wollen mittels Blogs und Wikis nun erreichen, dass Menschen in aller Welt eine – ihrer Ansicht nach – neutrale und umfassende Berichterstattung zum Thema bekommen.

Trackbacks

  1. Klimawandel als Popkultur-medienblogger
    09.07.2007, 15:17 Uhr
  2. Hakuna matata | bio crash
    09.07.2007, 21:13 Uhr
  3. Nerdcore — links for 2007-07-09
    10.07.2007, 01:22 Uhr

Kommentare

  1. Habe ich es falsch verstanden? Ich dachte, er wollte dafür sorgen, daß insbesonders die Amis über den Klimawandel aufgeklärt werden anstatt wie bisher nur mit falschen Infos gefüttert zu werden?

    Bei uns sind die Klimaskeptiker zwar mittlerweile auch eine Erscheinung, allerdings gibt es bei uns immernoch eine Berichterstattung, welche die globale Erwärmung als Gefahr sieht (wobei ich da in letzter Zeit auch eine erschreckende Trendwende feststellen muß).

    rotfell
    09.07.2007, 17:25 Uhr, #
  2. @rotfell: Nein, Du hast es nicht falsch verstanden. Stauber kritisiert die “Berichterstattung um den angeblich nicht stattfindenden Klimawandel”.

    Ich musste aber auch zweimal hinschauen, bis ich es verstanden hatte.

    nils
    09.07.2007, 18:46 Uhr, #
  3. Ja, sorry … einmal zu wenig verneint ;-)

    medienrauschen, Thomas Gigold
    09.07.2007, 18:56 Uhr, #
  4. “40 Prozent der als Nachrichten veröffentlichten Medieninhalte in Wirklichkeit von PR-Kampagnen stammen”.

    Lächerlich, der Mann hat keine Ahnung. 80 Prozent oder mehr – und das ist an sich auch kein Problem, denn Public Relations heißt ja nicht zwingend “Lügen und Betrügen”. Aber irgendwer muss ja beispielsweise für Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen oder Parteien sprechen.

    Peter
    09.07.2007, 22:54 Uhr, #
  5. Das Problem nur bei diesen “PR-Nachrichten” ist eben die nicht vorhandene Unabhängigkeit, die ich aus dem “Qualitätsjournalismus” eigentlich erwarte … Aber auf der anderen Seite manipulieren Medien uns alle seit es sie gibt … :-)

    medienrauschen, Thomas Gigold
    09.07.2007, 23:33 Uhr, #
  6. Ich find gut, dass da ein Gegenpol geschaffen wird. Aber ich weiss nicht ob Fanboy-Diskussionen wie “Du Gut ich Böse” oder “Klima Ja Nein” jemals objektiv in einer “demokratischen”-Weise diskutiert werden können. Da kann anfürsich nur mittelmaß (Grau) rauskommen und angreifbar ist so ein System auch.

    HB
    10.07.2007, 02:10 Uhr, #
  7. Ich glaube, das mit dem nicht stattfinden Klimawandel ist entweder ein Missverständniss, oder einfach nur eine provokative Formulierung.

    Es gibt eine Reihe von Hinweisen darauf, dass das Kima seit der Entstehung einem ständigen Wandel unterliegt. Warum sollte dieser Wandel ausgerechnet auf einmal von einem natürlichen, lebenswichtigen Gas verursacht sein, welches in der Vergangenheit zeitweise in 10-facher Konzentration in der Atmosphäre vorhanden war?

    In die aktuelle Politik passt es aber besser, nur einen kurzen klimageschichtlichen Ausschnitt von etwa 80 bis 150 Jahren zu betrachten und den Menschen Schuldgefühle einzureden, Auflagen zu erteilen und einem modernen Öko-Ablasshandel zu betreiben.

    So kann man Entwicklungsländer und die eigenen Wähler auch an der kurzen Leine halten.

    Mein Standpunkt lässt sich besser verstehen, wenn man sich mal die Gegenargumente ansieht;
    http://video.google.de/videoplay?docid=-6472528345849109801

    Jochen
    10.07.2007, 10:25 Uhr, #
  8. @Jochen:

    1. Natürlich hast du recht damit, daß das Klima seit der Entstehung einem ständigen Wandel unterliegt. Eiszeiten und Wärmeperioden wechseln sich in regelmäßigen Abständen ab. Aber der Mensch greift in dieses funktionierende System künstlich ein. (siehe Punkt 3)

    2. Die Wissenschaft um den Klimawandel beschränkt sich nicht auf die letzten 150 Jahre, sondern ist durchaus in der Lage, auch frühere Daten zu analysieren, aber die Daten sprechen für eine drastische Klimaveränderungen, die sich durch die natürliche Entwicklung nicht allein erklären lassn.

    3. Der Mensch hat bekanntlicherweise Ende des 18. Jahrhunderts durch die Industrialisierung großräumig begonnen, die Emmissionen von einigen “natürlichen, lebenswichtigen” Gasen auf einen unnatürlichen Wert zu erhöhen und hat damit seitdem nicht wirklich aufgehört. Kohlenstoffdioxid kann in den Mengen, in welchen der Mensch es produziert, nicht von Pflanzen wieder aufgenommen und verwertet werden und führt somit nicht zum grünen Planeten. Viel Kohlenstoffdioxid = viel Pflanzenwachstum = viel Sauerstoff stimmt einfach nicht!Zumal auch hier der Mensch durch seine Agrarwirtschaft dagegen wirkt.

    4. “So kann man Entwicklungsländer und die eigenen Wähler auch an der kurzen Leine halten.” Dafür gab es schon immer andere wirksamere Mittel als an das schlechte Gewissen der Wähler zu appellieren.

    5. “welches in der Vergangenheit zeitweise in 10-facher Konzentration in der Atmosphäre vorhanden war?” sag mir doch bitte, wann es in einer 10-fachen Konzentration in der Atmosphäre war?

    rotfell
    10.07.2007, 11:58 Uhr, #
  9. @Jochen

    Bei der Aussage, dass die CO2-Konzentration in der Athmosphäre einmal 10 mal so hoch war wie heute, kann ich Dir (und dem von Dir verlinkten Film, der auch diese Aussage macht) nicht widersprechen. Schätzungen gehen davon aus, dass dies im Devon-Zeitalter (vor rund 360 Millionen Jahren) tatsächlich der Fall war (vgl. z.B. http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Phanerozoic_Carbon_Dioxide.png )

    In diesem Zeitalter machten gerade Tiere an Land ihre ersten ungeschickten Gehversuche. Die Kontinente waren noch völlig anders über den Globus verstreut. Außerdem war der Meeresspiegel hoch und große Teile des Landes wurden von flachen Gewässern bedeckt (vgl. z.B. http://en.wikipedia.org/wiki/Devonian )

    So finde ich es doch etwas gewagt, mit der historischen CO2-Entwicklung gegen die Existenz eines Klimawandels zu argumentieren.

    Die Sache verdeutlicht aber ein Ausgangsproblem, das in diesem Blog-Eintrag angesprochen wurde: PR-Kampangen (und der von Jochen verlinkte Film kann auch als Teil von sowas verstanden werden) zeigen grundsätzlich nur eine selektive Wahrheit, die gerade dem gewünschten Zweck dient.

    Zugegebenerweise halte ich es für auch nicht unwahrscheinlich, dass es bei Gores “Unbequemen Wahrheit” auch einige selektive Sichtweisen gibt.

    Immerhin wird dadurch die Diskussion angeregt. Ob sie zielführend sein wird oder dann doch nur Schaumschlägerei bleibt, mag ich nicht zu beurteilen.

    nils
    10.07.2007, 13:38 Uhr, #
  10. Wie hier bereits schon einmal geschrieben, wird die wahrheit wohl irgendwo in der Mitte liegen.

    Jedoch wird die Mehrheit der Bevölkerung durch geschickte PR-Aktionen auf die “klimakatastrophe” hingewiesen. (egal ob nun verhanden oder nicht, wie gesagt liegt irgendwo in der mitte).

    Das Problem daran ist, dass druch den Klimawandel ein riesiger Markt entstanden ist. Seien es Bio-Produkte oder alternative Energien.

    Natürlich wollen sich die bisher etablierten Firmen dadruch ihre Marktanteile nicht streitig machen lassen.

    So entstehen wiederum PR-Kampagnen, welche den Klimawandel leugnen.

    Klimawandel Deutschland
    26.11.2007, 20:29 Uhr, #

Kommentar verfassen

Bitte an die Netiquette halten. Name und E-Mail sind Pflichtangaben,
E-Mail wird nicht veröffentlicht

Autor Thomas Gigold

Datum 09.07.2007, 13:45

Tags

Share  auf Facebook teilen via twitter teilen auf delicious.com speichern

medienrauschen.de ist eine Veröffentlichung der medienrauschen UG (haftungsbeschränkt), medienrauschen.com
2004-2010, Alle Rechte vorbehalten. Die Rechte der einzelnen Einträge liegen bei den jeweiligen Autoren.
Datenschutzrichtlinien. Weitere Informationen: Medienrauschen, Archiv, Impressum, Kontakt