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Fernsehen: Professionelles Placement

Um es nochmal kurz aufzuschreiben: Schleichwerbung im Fernsehen ist eigentlich verboten. Ja, tatsächlich, Schleichwerbung & Product Placement sind nicht erlaubt:

Schleichwerbung [ist] die Erwähnung oder Darstellung von Waren, Dienstleistungen, Namen, Marken [...], wenn sie vom Veranstalter absichtlich zu Werbezwecken vorgesehen ist [...] Schleichwerbung und entsprechende Praktiken sind unzulässig. (Quelle: § 2 und § 7 des Rundfunkstaatsvertrags)

Eigentlich eindeutig, scheint inzwischen aber kaum noch jemanden zu interessieren.

Gut, dass man in Serien wie GZSZ (RTL) einen Überblick über das aktuelle Angebot von IKEA und H&M bekommt, ist man gewohnt. Dass bei “Lenßen und Partner” (Sat.1) bevorzugt Autos einer italienischen Marke bewegt werden, dürfte auch schon dem ein oder anderen Zuschauer aufgefallen sein. Bei “Formel Exclusiv” (RTL) fährt man neuerdings Volkswagen und nicht mehr Mercedes. Warum auch immer, aber sicherlich nicht zufällig. Been there, done that.

Alles mehr oder weniger harmlos, wenn wir kurz einen Blick über den großen Teich werfen. Zum Beispiel in die aktuelle Folge der mehrfach ausgezeichneten Serie “24″, die auch hierzulande recht erfolgreich bei RTL2 läuft (Heute Abend die 20. Episode der dritten Staffel).

Szenario:
Ein DOS-Angriff auf ein Computer-Netzwerk.
Chef: “did it do any damage yet?”
Chloe: “no, the cisco system is self-defending.”

Ahja. Das Cisco-System also. Und das alles vor diesem Hintergrundshot:

Cisco mit dem Holzhammer.

Hübsch, oder?

Geht aber noch besser. Schließlich bauen auch andere Firmen tolle Rechner. Alienware zum Beispiel. Kaum 20 Sekunden später sehen wir jemanden vor einem Alienware-Notebook sitzen:

Dieses Notebook ist übrigens von der Firma Alienware!

Randnotiz: Ja, der Alienware-Schriftzug ist eigentlich ein wenig dezenter. Aber dann könnte man ihn ja übersehen. Da muss man also nachhelfen.

Nein, Placement in US-Serien – und speziell bei 24 – ist nicht wirklich neu. Ich sammle nur gerade.

Vielen Dank für den Hinweis an Freddy Leitner.

Trackbacks

  1. ..:: Commy online ::..
    11.05.2005, 11:18 Uhr
  2. Flusskiesel-Weblog
    11.05.2005, 11:24 Uhr
  3. tomblog
    11.05.2005, 16:12 Uhr
  4. webseeings » Blog Archive » 24, Staffel 4
    03.07.2005, 10:06 Uhr
  5. das produkt platziert at iPhoneBlog.de
    11.03.2007, 15:59 Uhr

Kommentare

  1. Sorry kein Link, aber Kinofilme sind ja bekannt für die Trendy Verwendung von Apples. Wobei man sich manchmal fragt ob die Filmschaffenden das einfach Cool/Notwendig finden und die Kisten sogar kaufen? :)

    Jedenfalls assoziiere ich mit Sandra Bullock nur Powerbooks (und AOL).

    Gruss
    Bernd

    PS: Sie haben Pest.

    eckes
    11.05.2005, 02:49 Uhr, #
  2. Cisco ist heute aber nicht nur positiv ins Gespraech (BugMeNot) gekommen. Ironie des Schicksals wohl.

    Igor Schwarzmann
    11.05.2005, 02:59 Uhr, #
  3. Lustig ist in diesem zusammenhang auch, dass in der aktuellen US Staffel von ‘Alias’ ein schwarzer runder Aufkleber über den Leucht-Apfel der Power-Books gebappt ist…

    Lars
    11.05.2005, 08:34 Uhr, #
  4. Um die Open-Sourcler mal ein wenig zu erfreuen: Sutherland hat in “24″ und “Alias” auch schonmal aeltere KDE-Desktops bedient (1, 2). Und nein, das war ganz bestimmt nicht erkauft ;).

    Eike Hein
    11.05.2005, 09:40 Uhr, #
  5. Eike: Das ist cool, weil es keiner kennt. :p

    Igor Schwarzmann
    11.05.2005, 10:09 Uhr, #
  6. Bernd, es gab es mal einen Wired-Artikel über die Verwendung von Macs und normalen PCs im Falle von 24. Die Guten Jungs benutzen natürlich Macs, die Bösen sind Handlanger von Bill Gates und können nur Windows.

    Ah, hab die Artikel (sogar zwei) wiedergefunden:

    hier und hier.

    Björn
    11.05.2005, 10:13 Uhr, #
  7. Gluecklicherweise laeuft KDE ja auch auf Macs ;).

    Eike Hein
    11.05.2005, 10:35 Uhr, #
  8. In dem aktuellen Kinofilm “Die Dolmetscherin” werden übrigens ausschliesslich ‘Dell’-Rechner verwendet. Jeder hat einen! Mal drauf achten!

    Carsten
    11.05.2005, 12:05 Uhr, #
  9. Apropos 24 und Produktplacement. War da nicht neulich was in Schneiers security Blog über einen Encryption Algorithmus?

    Ah hier. Irgendwie mußte ich daran gerade denken…

    chrisbra
    11.05.2005, 18:02 Uhr, #
  10. Das in Amerika erlaubte und uebliche Product Placement wird in den naechsten Jahren noch rapide zunehmen. Weil man mit dem TiVo Werbebloecke bequem ueberspringen kann, sinken die Werbewirksamkeit und ergo auch die Werbeeinnahmen. Daher werden noch mehr PCs und Autos und Softdrinks usw. in die Handlung fusioniert. Und auch das Placement via der etwas aus der Mode gekommenen Soap Opera (Persil praesentiert… und wird exklusiv in die Handlung eingebaut) soll wieder verstaerkt ins Abendprogramm kommen. Sauber!

    Juergen
    11.05.2005, 19:48 Uhr, #
  11. Juergen: “Persil präsentiert” vor/nach einer Sendung ist ja erstmal klassisches Sponsoring und grundsätzlich gestattet (Auch wenn die ursprünglichen Bestimmungen schon stark gelockert wurden).

    Wenn aber in der Soap mit Persil gewaschen wird und die Nachbarin ein blütenreines Waschergebnis bescheinigt, ist das schon eine ganz andere Geschichte (Truman Show, btw!)

    Mit letzterer Werbeform werden wir es in Zukunft wohl häufiger zu tun bekommen.

    In einem der Otto-Filme war es noch lustig (Da wurden massenhaft Zigaretten verstreut, statt sie zu rauchen), spätestens mit “Tomorrow never dies” (1997) wurde es im Kino dann penetrant.

    Joerg-Olaf Schaefers
    11.05.2005, 20:55 Uhr, #
  12. Joerg-Olaf: Ich meinte eigentlich auch weniger das offentsichtliche Sponsoring, dass eine Sendung einrahmt, und eher die Weiterentwicklung in Richtung Truman Show.

    Zur weiteren Klaerung: ich bin z.Zt. (noch) in den USA und habe mich auf die Entwicklung hier bezogen. Ein guter Ueberblick ueber die Trends in der Werbung befindet sich in einem Newsweek Artikel. (ueberraschenderweise!)

    http://msnbc.msn.com/id/4271874/

    Juergen
    11.05.2005, 23:15 Uhr, #
  13. Juergen: Danke, schaue ich mir mal an.

    Joerg-Olaf Schaefers
    12.05.2005, 09:36 Uhr, #
  14. Neu ist penetrante Schleichwerbung aber auch in Deutschland nicht. Ich erinnere mich noch an Schimanski-Tatorte aus den 80′ern, in denen er ständig Parolis lutschte, mit Marlboro-Packungen spielte und wie zufällig unter einem beleuchteten Bierschild in dunkler Nacht ein… Paroli lutschte.

    Anonymous
    12.05.2005, 22:50 Uhr, #
  15. In ?Die Dolmetscherin? hat der Charakter von Nicole Kidman ein Powerbook (15″)

    MC Hammer
    14.05.2005, 12:06 Uhr, #
  16. Kann mir einer eine Antwort darauf geben, warum deutsche Sender im Ausland hergestellte Sendungen, die voller Placements sind, ohne weiteres Ausstrahlen dürfen, aber deutsche Sendungen, die Placements enthalten, nicht? Wo ist da der Unterschied? Eigentlich müssten die Sender, wenn es streng nach dem Medienstaatsvertrag geht, die Placements aus amerikanischen Produktionen, wie z.B. “ER”, “Sex and the City”, “Allie McBeal” oder “24″, herausschneiden, weil hier doch auch eine Irreführung des Zusehers gegeben ist und auch Schleichwerbung vorliegt. Eine gute Antwort darauf würde mich sehr interessieren.

    Henning Pöhlsen
    16.06.2005, 11:59 Uhr, #

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Autor Jörg-Olaf Schäfers

Datum 11.05.2005, 02:04

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