Es war eigentlich schon beim Start von Elke Heidenreichs “Lesen!” als Web-Fernsehen zu erwarten. Eine Sendung über Bücher hat es schon im Fernsehen schwer, es dann allerdings mit dem gleichen Konzept nach dem ZDF-Rausschmiss auf einer vollständig neuen Plattform zu versuchen ist nahezu aussichtslos. Das musste man auch bei “Lesen!” bald erkennen und passte das Format nach wenigen Wochen an. Seit einiger Zeit gibt es “Lesen!” wöchentlich. Kein Gast, ein Buch, fünf Minuten Zeit. Das strengt an.
“Ich muss mal eine Pause machen, mit diesem Marathon-Lesen”, sagt Heidenreich nun am Rande der Buchmesse in Frankfurt bei Bayern 2 und kündigt so das Ende ihrer Sendung an.
Es war zu erwarten.
Hätte es etwas werden können? Eine lange Sendung wie “Lesen!” ins Netz zu bringen? Sind Internet-Streams und Bewegtbilder nicht das “nächste Große Ding”, das jetzt gerade stattfindet? Vielleicht könnte es “Lesen!” als langsames Magazin noch immer geben. Unter dem Hut von amazon. Oder dem Literatur-Café. Vielleicht unter dem Hut von Spiegel, Zeit oder .. Bild? So aber .. Auf einer neuen Plattform, die mir kaum mehr bietet als Heidenreichs Buchbesprechungen – egal ob mit, oder ohne Gast? Das vergisst der Interessierte nach einer Weile einfach aus Versehen deren Existenz.
Zugriffszahlen, die leider nur am Anfang hoch waren, hoher Aufwand, zuviel Lesestoff.
Aus. Aus. Aus. Das ist nur konsequent.
Und seien wir doch einmal ehrlich: Hätte die Heidenreich beim ZDF nicht zwangsgehen müssen und wäre deshalb bockig gewesen, hätte es “Lesen!” im Netz nie gegeben.
.. warum musste die Heidenreich damals eigentlich nochmal gehen? Ach ja .. deshalb
