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Die Woche der sterbenden Magazine

Erst Broadcast Magazine, heute trueffeljaeger. Wie gut steht es um die Medienmagazine in diesem Land? Broadcast Magazine war angetreten, das Standardwerk für Radio- und TV-Macher zu werden. Knapp anderthalb Jahre haben die Gesellschafter dem Redaktionsteam in Düsseldorf Zeit gelassen. Am Montag kam das aus. Sofort die Arbeiten einstellen. Das ist bitter. Anzeigenumsätze und Abo-Buchungen klemmten – unterm Strich stand eine Zahl, die dem börsennotierten Informa-Verlag offenbar gar nicht gefiel. Die Redaktion bedankte sich diese Woche nochmals mit einer EMail. Mehr Durchhaltevermögen hätte man sich seitens der Geldgeber gewünscht. Frühestens nach zwei Jahren hätte man erste Erfolge gesehen, drei Jahre waren realistisch. Dass nun alles so schnell ging, das hätte keiner geglaubt.

trueffeljaeger stützte sich auf die alleinige Verbreitung als PDF-Magazin. Was nicht schlimm ist. Inhaltlich und layouttechnisch war es gut gemacht, wenn auch andere das Gegenteil meinten. Irgendwo zwischen W&V, Kress und Horizont lag das Magazin. Auch hier reichten die Umsatzerlöse aus dem Anzeigenverkauf offenbar nicht. Heute kam die Nachricht vom Aus per Mail an die Leser. Ob’s generell das falsche Konzept war, ein Magazin für 89 Euro jährlich anzubieten, das erst nach Zahlung gedruckt werden kann? Traurig ist es trotzdem.

Trackbacks

  1. Geschriebenes - frische Referenzen von Daniel Große, freier Journalist Leipzig » Noch ein Medienmagazin ging von uns
    19.05.2006, 14:03 Uhr
  2. Campus hier, Campus da, medienrauschen
    14.10.2006, 02:57 Uhr

Kommentare

  1. ‘netter’ Ansatz aber wer wollte, konnte auf Broadcast Magazine oder trueffeljaeger auf keinen Fall verzichten? Kein Kunde hat mich ‘gezwungen’ die Magazine zu lesen.

    Und ersten Ausgabe konnten mich nicht konditionieren, mir den Luxus / das Vergnügen zu leisten für diese Magazine ohnehin knappe Zeit zu reservieren, zu investieren …

    Hugo E. Martin
    19.05.2006, 17:43 Uhr, #
  2. Bei trueffeljaeger ist das Aus aber wohl auch damit verbunden, dass die beiden Macher zu viel Auftragsarbeit auf dem Tisch liegen haben, weil zwei Großverlage sie mit der Entwicklung von PDF-Magazinen beauftragt haben.
    Das Aus von trueffeljaeger ist also das Aus für trueffeljaeger, nicht aber das der Magazinform PDF …

    medienrauschen, Thomas Gigold
    21.05.2006, 08:55 Uhr, #
  3. Richtig. So lange das professionell gemacht ist und schickes Layout nicht durch hirnrissigen Werbeschwafel-Inhalt kaputt gemacht wird, wird man PDF-Magazine gern lesen. trueffeljaeger war ein gutes Beispiel, wie es gehen kann.

    Daniel Große
    21.05.2006, 13:02 Uhr, #

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Autor Daniel Große

Datum 19.05.2006, 14:00

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