RTL gegen ZDF. Das große Private gegen den großen Blonden. Superstar und Dschungelkönig gegen “Wetten, dass …?”.
Den Kampf um meinen Samstagabend gewann am Ende allerdings nur meine Toilette, die mein Abendessen in Empfang nahm.
Während bei RTL Ingrid van Bergen knackend Känguruhoden verspeist und Nico Schwanz anschließend mit dem Mund Sterne aus fliegenübersähten Kuchen fischen durfe, erschnüffelte beim einstmals glanzvollen Showriesen “Wetten, dass …?” eine Dame Tierdung. In der Volkssprache auch Kacke genannt.
Nun frage ich mich nicht, was schlimmer war. Nach Ingrid van Bergens Hodenmahlzeit und dem sich anschließend erfolgreichem Ausbruchsversuch derer aus ihrem Magen war mir selbst eine halbe Stunde später noch schlecht. Da ist Tierkacke für mich als Kind mit Bauernhof-Vergangenheit noch annehmbar. Doch für das deutsche Fernsehen waren es beides Geschmacksverirrungen der ganz groben Art.
Ob der ZDF-Redakteur es kurios fand? Ob man dem Dschungelcamp etwas entgegensetzen wollte? Auffällig war den Abend im ZDF über, dass Gottschalk Angst um seine Quote hatte und immer wieder gegen das Dschungelcamp frotzelte. Und dann kommt man mit einer “Kacke-riechen”-Wette um die Ecke … So gewinnt man kein Rennen um Zuschauer. Auch wenn RTL mit jeder Folge des Dschungelcamp Millionen vor dem Fernseher versammelte. Vom ZDF erwartet man ein wenig mehr. Nur ein wenig …
Vorbei nun. Zum Glück. Das Dschungelcamp. Für dieses Jahr.
Und beim ZDF kann man bitte wieder zurückkehren, zu Wetten bei denen einem nicht übel wird.
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Kommentare
Also mein Fernsehabend war angenehm: Doppelpackung »Tatort« im RBB. Es gibt ja noch andere Programme außer ZDF und RTL…
25.01.2009, 08:34 Uhr, #
Man, ich könnte ohne Zusatzprogramme, wie ZDFdoku oder 3sat und andere gar kein TV mehr schauen…
25.01.2009, 21:59 Uhr, #
Scheint so als hörte man da doch noch ein wenig Trauer über eine Geschmacklosigkeit bei “Wetten dass…” heraus. Das sind aber immer noch die offensichtlichen Dinge, auf die hier Bezug genommen wird. Ein paar verschluckte Fliegen, Viehdung, was ist das schon, wenn man einen Mittermaier sehen und ertragen muss. Abscheulich wird es immer dann, wenn sich die grimassierende und obertönige Humorfreiheit in den Spielformen der Subversivität übt. Als hätte ein unverständlicher und nahezu “entstellter” Theologiestudent (dass es um den Vatikan ging konnte man von seinem Rap gerade noch verstehen) nicht ausgereicht, markiert Mittermaier den kritischen Kabarettisten: er deutet mit seinem vokalen Brechreiz auf die Minderwertigkeit scientologischer Führer und mutet seiner Talentfreiheit auch noch den Hinweis auf die unterschiedslose Sinnlosigkeit der beiden Parallelformate (Wetten dass… und Dschungelcamp) zu. Hat Mittermaier die Wahrheit gesagt? Möglicherweise. Vielleicht können wir aber wenigstens jetzt verstehen, warum sich schon so mancher die Wut am Boten ausgelassen hat. Unappetitlich ist diese kalkulierte Selbstkritik. Kann man einer gestellten Ironie mit Ernst begegnen oder schaltet man besser ab? Das ist der wahre Abgrund solcher Formate, dass sie über den Umweg einer Selbstironie jeden Tiefpunkt bereits vorgezeichnet und protegiert haben.
26.01.2009, 00:35 Uhr, #
Zum Glück gibt es ja noch immer die Reißleine, die man ziehen kann wenn der Absturz in die (un)geahnt schwachsinnigen Tiefen des deutschen Fernsehns droht: Den Ausschalter!
26.01.2009, 11:59 Uhr, #
Ui, wie sie sich alle echauffieren. Meine Güte… Jetzt verstehe ich auch, warum die Zoos so unter Besucherschwund leiden. Mir ist so eine Wette, die ja nun auch noch irgendwie mit dem Arbeitsalltag eines Tierpflegers zu tun hat, allemal lieber als so manche andere Schwachsinnswette.
26.01.2009, 12:11 Uhr, #
Das Konzept “Wetten, daß…” ist wohl nach so vielen Jahren auch durch… wird halt immer schwieriger, neue Wetten aufzutreiben.
05.02.2009, 00:06 Uhr, #