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Das Ende der Netzeitung ist hausgemacht.

Es ist vorbei. Die jahrelange Odyssee der Netzeitung íst beendet. In einer knappen Mitteilung läßt der derzeitige Eigentümer M. DuMont Schauberg wissen, dass das Konzept einer reinen Internet-Zeitung gescheitert ist. Am 31.12.2009 sagt die Redaktion und das Konzept “Adieu”. Und so leid einem die Kollegen tun, so sehr man die Netzeitung nun beweinen mag, so sehr muss man auch sehen, dass das Ende der Netzeitung auch hausgemacht ist, und nicht (nur) mit dem höheren Etat der konkurrierenden, etablierten Medienhäuser zu tun hat.

Denn wenn man einmal ehrlich ist, so war die Idee einer reinen Net(z)-Zeitung zwar irgendwie wunderbar, charmant und neu. Aber so richtig toll umgesetzt war sie nie. Bis auf eine Blog-Kolumne gab es kaum exklusive Geschichten, erst recht keine die medial dem Internet gerecht aufgearbeitet waren. Weit weg war die Netzeitung schon immer von den eigenen journalistischen Ansprüchen, ebenso wie von einem technischen und medialen Format, das im Internet daheim ist. Insbesondere seit die Web 2.0-/Social Media-Welle durch das Internet rollt offenbar die Netzeitung ihr grundlegendes Fehlverständnis gegenüber ihrer digitalen Heimat. Denn wo Welt kompakt, Zeit Online oder das von der WAZ-Gruppe geleitete derWesten durch Einbeziehungen von Facebook, twitter und Co. versuchen an den Leser zu rücken wirkte die Netzeitung immer eher wie ein Geist der eigenen Idee. Das mag zum einen an der Unterfinanzierung gelegen haben, die David Montgomery – der letzte in einer illustren Reihe von Besitzern – der Netzeitung darbot. Zum anderen vielleicht auch an der Überlastung der Redakteure. Aber ehrlich: Eine Zeitung die rein im Netz entsteht und daheim ist, sollte sich ein wenig mehr Mühe geben die Digital Natives zu verstehen und zu empfangen.

Das Aus der Netzeitung sollte Medienhäusern in Deutschland etwas zeigen. Dass, nur weil man eine Website mit reproduzierbaren Nachrichten vollstopft sie nicht erfolgreich wird. Zum Newsportal gehört ein wenig mehr, zum erfolgreichen erst recht. In Zeiten des sozialen Netz bedeutet dies nicht, die Seite mit Videos vollzustopfen, sondern die Leser dort abzuholen, wo sie sich sowieso tummeln. Diesen Schritt hat die Netzeitung auf grandiose Art und Weise verpasst.

Ironie: Genau diese Entwicklung sah Netzeitung-Gründer Knut Ivar Skeid anno 2000 übrigens kommen. Traditionelle Zeitungen, so Skeid zum Start der digitalen Zeitung, würden von digitalen Datenströmen abgelöst, die den Kunden überall, wo er sich gerade aufhält, auf den verschiedensten Wegen erreichen. Damit hatte Skeid nicht Unrecht: Facebook, twitter und Co. sind die Tummelplätze der heutigen Internet-Nutzer. Nur leider ist diese Vision an der Netzeitung vollkommen vorbei gegangen ..

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Kommentare

  1. Diese Kommas ,,,,,,,,,,,,,,, wurden im Text vergessen.

    Duden
    09.11.2009, 12:24 Uhr, #
  2. Das heißt “Kommata”, wenn es um klugsch… geht ;-)

    Die Netzeitung hatte einmal eine gute Geschichte, als sie den Windgenergie-Artikel brachte den der Spiegel nicht wollte. Man vermutete, dass dem damaligen SpOn-Chef die Story zu positiv für die Windenergie war.

    Marc
    09.11.2009, 14:02 Uhr, #
  3. > Das heißt “Kommata”, wenn es um klugsch… geht ;-)

    Der Oberklugsch. hat mal recherchiert:

    Das Komma (Pl.: Kommas, Kommata; auch: der Beistrich)

    ;-}

    Hasso
    09.11.2009, 14:37 Uhr, #
  4. Reich ich nach.
    Warte.
    ,,,,,,,,,,,,,,,
    .. und gleich noch ein paar für den nächsten Artikel:
    ,,,,,,,,,,

    Danke!

    ;-)

    medienrauschen, Thomas Gigold
    09.11.2009, 15:26 Uhr, #
  5. Hochinteressant ist ja der Satz in der oben verlinkten Pressemitteilung, dass geplant sei, “zukünftig die Netzeitung als automatisiertes Nachrichtenportal zu nutzen”. Wirklich schade wenn Verleger glauben, dass man für Online-Journalismus keine (eigenen) Journalisten mehr braucht…

    Daniel
    09.11.2009, 23:15 Uhr, #
  6. Nun ja, ich denke dass soll in Richtung http://www.nachrichten.de/ gehen, evt. eben nur mit eigenen Inhalten des Verlags.

    medienrauschen, Thomas Gigold
    10.11.2009, 10:54 Uhr, #
  7. Ich bin der Meinung, dass man für Onlinejournalismus sogar mehr Personal braucht, da im Gegensatz zu einer reinen Zeitung eine Webseite Sekundenaktuell sein sollte. Also ehr wie ein Radiosender. Da lässt sich nie zuverlässig automatisieren.

    Lars
    04.12.2009, 14:51 Uhr, #

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Autor Thomas Gigold

Datum 08.11.2009, 12:42

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