Jörg Buschka reist durch Deutschland. Aller paar Wochen besucht er eine andere Stadt – mal klein, mal groß – und geht auf Entdeckungsreise dort.
Das machen auch andere Menschen hierzulande. Der Journalist und Filmemacher Buschka allerdings hat den Kameramann Jan Vogel bei seinen Städtereisen im Schlepptau. Mit dem im Rücken geht er ungeniert auf Menschen zu und fragt, blabbert und diskutiert mit ihnen. Die kleinen, wunderbar improvisierten Ergebnisse dieses Zeitvertreib landen wöchentlich im Netz (eine Stadt, mehrere Teile) und sind fast schon kleine Zeitdokumente deutschen Alltags.
Die Qualität der Kameraführung, des Sound und des Inhalts wanken, schwanken und kriseln bisweilen. Was im Kino-Film Authentizität vortäuschen soll, ist hier kein Mittel zum Zweck als mehr verinnerlichtes Konzept: Deutscher Alltag ist nicht immer interessant, nicht immer sonnig und eben nicht immer perfekt. Genau das macht die macht “Buschka entdeckt Deutschland” interessant. Dass sich neben interessanten Einblicken auch kleine Lebenswirklichkeiten wiederfinden, die es so sonst nicht vor eine Kamera geschafft hätten.
Buschka ist ein Dokumentarist in herrlich altmodischem Sinn: Er unterscheidet nicht zwischen langweilig und interessant. Nicht subjektiv und nicht objektiv. So schafft er mit der Zeit nicht nur eine Deutschlandreise, sondern auch ein Deutschlandbild. Mit allen Facetten, mit allen mal schlauen und mal blöden Kommentaren. Mit allen Menschen. Das ist feines Alternativ-Fernsehen, immer sonntags.