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Bürgerjournalismus: Lyssa & Angie (mit Video!)

… ist irgendwie anders.

Das ist nun keine sonderliche neue Erkenntnis. Seit ich mir dieses Blogdings anschaue (eigentlich schon, als vor ein paar Jahren mal einen Offenen Kanal zusammengeschraubt habe), werden Blogger & “Bürgerjournalisten” für ihre angeblichen journalistische Defizite kritisiert – und auf der andere Seite für “authentische”/ frische oder zumindest mal andere Sicht auf Themen geschätzt.

Dem vermeintlichen Untergang des Abendlandes steht also nicht selten ein immenser kultureller Gewinn entgegen: Neue Perspektiven, Schärfung der Medienkompetenz (nicht nur konsumieren, auch mal hinterfragen!), allgemeine Erheiterung …

Guter Deal, finde ich.

Zumal ich ohnehin nicht zu den Evangelisten gehöre, die glauben, Bürgerjournalisten/ Videojournalisten/ Videoblogger (Man möge mir die fehlende Differenzierung verzeihen) würden den klassischen Journalismus mittelfristig ablösen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hatte ja letztens kurz angeteasert, dass sich Lyssa, die ab dem 1. August als Katharina Borchert Online-Chefredakteurin bei der WAZ-Gruppe wird, mit Kanzlerin Merkel über’s Videopodcasten unterhalten wird.

Daraus ist – offenbar ziemlich spontan – eine kleine Homestory geworden:

Vlogging with German Chancellor Angela Merkel

[...] Lyssa Bochert, a well known German blogger and soon-to-be chief editor at one of Germany’s largest newspapers, and Gabe B. went to see the Chancellor last Wednesday to explain the essence of vlogging. The Chancellor was totally convinced and decided she wanted to do a spontanious interview right there in her office. [...]

Klar, natürlich kann man den Clip vorzüglich zerreissen. Inhaltlich, technisch, journalistisch ohnehin. Muss man aber nicht.

Immerhin weiß ich nun, dass die Kanzlerin sich einen Globus besorgt hat, um zu schauen, wo dieser Kongo liegt, in dem die Bundeswehr gerade Wahlen sichern soll. Ist ja auch schon was.

Nachtrag: Anderer Meinung, irgendwie: Holgi und Thomas Groh im Filmtagebuch.

(Nach Hinweis vom einem zwielichtigen Informaten)

Trackbacks

  1. Torben-Friedrich.de » Blog Archive » Bundesbloggerin
    16.07.2006, 16:55 Uhr
  2. MiFoMM » Angela Merkel zu Hause - oder Kinderfunk for Dummies
    16.07.2006, 22:31 Uhr
  3. Das Wort zum Montag: Journalismus for runaways, medienrauschen
    17.07.2006, 13:34 Uhr
  4. cpier.de » Lyssa podcastet mit der Bundeskanzlerin! [Update 30.07.2006]
    30.07.2006, 22:47 Uhr
  5. Welcome to the valley… » Lyssa podcastet mit der Bundeskanzlerin! [Update 30.07.2006]
    07.08.2006, 14:01 Uhr

Kommentare

  1. Die Story beim Mann hinter der Kamera – einem der Gabes von XOLO.tv – findet man – inkl. einiger Kommentare – hier. Evt. auch interessant wie sowas im Ausland ankommt.

    Letztlich – und ich bin kein unbedingter Fan von Frau Merkel – muss man durchaus ihren Mut und Ihre Akzeptanz eines kleinen Bloggers anerkennen.

    medienrauschen, Thomas Gigold
    14.07.2006, 20:45 Uhr, #
  2. Eben. Sowas einfach mal durchzuziehen, verdient Respekt (auf beiden Seiten), so sehr man den Clip formal auch kritisieren kann.

    Jörg-Olaf Schäfers
    14.07.2006, 21:44 Uhr, #
  3. Das wundert mich auch – die Unprofessionalität gehört offenbar zum Konzept. Und wenn ich Lyssa in dem Clip richtig verstehe, dann hätte sie auch gerne, dass das so bleibt.

    Simon
    15.07.2006, 11:28 Uhr, #
  4. Nein, das ganze darf sehr gerne professioneller werden. Unser ganzes tolles Interview-Konzept wurde an dem Tag halt durch diese spontane Aktion zerlegt.
    Ich hätte aber gern, daß die Lockerheit bleibt. Also weg von der Bluescreen und rein in die unterschiedlichen Zimmer des Kanzleramts. Und bitte nicht nur politische Ansprache, sondern vielleicht auch 10 % andere Sachen erzählen, minimal persönlicher, nahbarer werden.

    Lyssa
    15.07.2006, 12:41 Uhr, #
  5. Danke für soviel Ehrlichkeit, Offenheit und Authentizität sowohl von Seiten der Interviewten als auch seitens der Interviewerin.

    Die Aussage “Klar, natürlich kann man den Clip vorzüglich zerreissen. Inhaltlich, technisch, journalistisch ohnehin. Muss man aber nicht.” trifft darüber hinaus meines Empfindens genau den Punkt. Ich bevorzuge es mich an der Spontanität und Konkretheit der Ausssagen zu erfreuen, egal wie banal sie vielleicht auf Kritiker wirken mögen.

    Wieso fällt es eigentlich vielen Menschen so schwer ein neues Medium als solches zu akzeptieren anstatt es in irgendwelche alten Schubladen quetschen zu wollen ?

    Mehr Mut zum Experiment !

    Stefan
    15.07.2006, 16:45 Uhr, #
  6. Ich hätte aber gern, daß die Lockerheit bleibt. Also weg von der Bluescreen und rein in die unterschiedlichen Zimmer des Kanzleramts. Und bitte nicht nur politische Ansprache, sondern vielleicht auch 10 % andere Sachen erzählen, minimal persönlicher, nahbarer werden.

    Supi.

    Hauptsache, diese Drecksregierung geht bald zur Hölle.

    Felix Deutsch
    15.07.2006, 23:46 Uhr, #

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Autor Jörg-Olaf Schäfers

Datum 14.07.2006, 16:53

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