Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
Das steht im Grundgesetz. Artikel 5.
Ich persönlich glaube durchaus noch an die Wahrhaftigkeit dieses Artikels. Ich glaube an dieses verbriefte Recht und wir Autoren von Medienrauschen nehmen dieses auch war.
Etwas, das Herrn Stephan Holthoff-Pförtner offenbar nicht passt.
Etwas, das Herr Stephan Holthoff-Pförtner uns und allen anderen Bloggern abspricht.
Herr Stephan Holthoff-Pförtner ist Bevollmächtigter des Gesellschafterstammes der Funke-Familien, eine der Eigentümerfamilien der “Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Jenen Blattes, welches unter Leitung von Katharina Borchert ein Projekt namens West Eins realisiert.
Und Herr Holthoff-Pförtner setzt sich heute im Namen seines Verlages auf ein Podium des Medienforum NRW und sagt:
Blogger verdienen nach meiner Ansicht nicht den Schutz des Artikel 5.
Da bin ich doch lieber eine Klowand.
Siehe auch Thomas Knüwer und DWDL.
Im Kontext betrachtet meinte Herr Holthoff-Pförtner sicherlich – wollen wir ihm einmal unterstellen -, dass Blogger seiner Ansicht nach nicht unter die Pressefreiheit fallen sollten, und nicht, dass Blogger kein Recht auf Meinungsäußerung hätten. Schließlich sieht er in Blogs “keine Alternative zum Journalismus”.
Siehe dazu auch: “Blogger vs. Journalist” und “Sind Blogger die besseren Journalisten?“.

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Kommentare
Das scheint ja langsam ein Volkssport zu werden, das Grundgesetz neu auszulegen, welcher Paragraph für wen welche Wirkung hat. In den letzten Wochen allerdings zeichneten sich hauptsächlich unsere Politiker dadurch aus :(
19.06.2007, 22:56 Uhr, #
Grauenvoll. Solche Leute sollte man eigentlich mit Missachtung strafen. Thomas Knüwer meinte ja schon, das wird im Hause WAZ noch für reichlich Spaß sorgen, diese Äußerung. Das ist in etwa so weitsichtig wie Herr Keese von Welt Online, der Blogs nicht zum journalistischen Angebot zählt.
19.06.2007, 23:31 Uhr, #
Und letzte Woche hat Ulrich Reitz, Chefredakteur der WAZ, beim media coffe in Köln, Blogger als “ein paar Wilde” bezeichnet. Fand ich auch erbauend. Mitlerweile habe ich darüber nachgedacht einen Wettclub zu eröffnen, wie lange Katharina bei der WAZ noch einen Job hat.
Das traurige dabei ist, dass die Idee hinter West1 eine sehr vernuenftige und in der Tat sogar zukunftsweisende Idee fuer die gesamte deutsche Zeitschriftenlandschaft ist. Auf der anderen Seite ist es mehr als zweifelhaft, dass in einer solchen Umgebung ein Produkt auf den Markt kommt, dass genuegend Rueckenhalt bekommt um bestehen zu koennen. Und West1 wird sehr viel Zeit brauchen.
19.06.2007, 23:43 Uhr, #
Eigentlich eine riesen Frechheit den Artikel 5 des Grundgesetzes bestimmten Gruppen zuzuordnen und andere widerum ausschließen zu wollen. Vielleicht fühlt er sich einfach durch deinen Blog bedroht?! Ich meine, sollte er vielleicht auch.. du schreibst ja immer sehr direkt und ohne Umwege. :-)
20.06.2007, 13:39 Uhr, #
Ich nehme ja an, der Mann meinte eigentlich nur die “Gewährleistung der Berichterstattung durch Presse und Rundfunk”. Aber als Journalist ist es nunmal schwierig, sich klar auszudrücken. Er kann ja nicht ahnen, dass ihm jemand zuhört und dann auch noch im Grundgesetz nachschaut.
20.06.2007, 17:43 Uhr, #
Er kritisierte vermutlich, dass auch Blogs in den Genuß der sehr weitreichenden Privilegien kommen, die das BVerfG für Presse und Rundfunk entwickelt hat. Im Schutzbereich der Presse- und/oder Rundfunkfreiheit ist eben wesentlich mehr möglich als nur in dem der Meinungsfreiheit.
Diese Kritik wird auf solchen Diskussionen häufiger vorgebracht – nur meistens geschickter formuliert. ;-)
20.06.2007, 19:47 Uhr, #
Respekt, wenn Typen wie der so quietschen dann habt Ihr Blogger bisher einen extrem guten Job gemacht :-)
Blair verlang ja auch schon “Regulierung” (also Zensur) http://www.telegraph.co.uk/news/main.jhtml?xml=/news/2007/06/12/nmedia312.xml weil ihm die Blogger auf die Nüsse gehen und ihm beim geschmeidigen Regieren behindert haben.
20.06.2007, 21:34 Uhr, #
Manueller Trackback:
Blogger, Journalisten und die Pressefreiheit
http://www.hendrikaufmkolk.de/2007/06/blogger-journalisten-und-die.html
22.06.2007, 19:37 Uhr, #