Während Johnny und Don sich am Wochenende im ZKM Karlsruhe amüsierten (Das Publikum wohl leider nur zum Teil), hatte ich heute ein kurzes Gastspiel in Köln (Für ein Bloggertreffen war’s leider ein wenig zu knapp, sorry).

(Gruppenbild mit Minister)
War zwar keine rocket science, aber zumindest eine gute Möglichkeit, das “Phänomen Blog” mal einem ganz anderen Publikum vorzustellen.
Adressaten der Veranstaltung “„Kritische Zeiten“ – Medienkritik in der pädagogischen Praxis” waren nicht die üblichen Verdächtigen aus Kommunikationswissenschaft oder Wirtschaft, sondern – der Titel lässt es erahnen – primär Pädagogen.
Für (Meta-)Blogger sind meine Thesen/Folien daher nicht wirklich neu oder überraschend, es war halt mehr ein Crashkurs “Was ist Blog”:
- Blogs sind ein Phänomen, das Deutschland erst langsam erreicht (Den Hinweis, das es “uns Deutschen” evtl. nicht liegt, habe ich mir gespart).
- Bisher eher oberflächliche Berichterstattung mit Konzentration auf die “A-Blogger” – Blogs als Kulturform werden weitgehend ignoriert.
- Einige wenige Blogger erreichen viele Menschen und werden zu Gatekeepern (Also genau das, was man an den etablierten Medien kritisiert) -> Gefahr der Skandalisierung/Lawinen (zuletzt beim “CSU-Spam”, der schließlich zur Abschaltung des “blog4berlin” führte)
- Reichweiten sind nicht alles. Multiplikatoren auch nicht. Weil:
- “Blogs vs./als Journalismus” ist nur ist ein Teilaspekt, der die meisten Blogger zum Glück nicht interessiert.
- Bloggen ist primär Kommunikation (und Networking), nicht Distribution, und schon gar Massendistribution.
- Blogs (bzw. social software) lassen die feuchten Träume aus den 80er von der Demokratisierung des Netzes/der Gegenöffentlichkeit aus den 70er wahr werden. Zumindest zum Teil.
Persönlich glaube ich eher, dass sich schlicht eine elitäre(?) Parallelgesellschaft konstituiert (Was mir nicht gefällt. Einer der Gründe, warum ich öffentlich-rechtliche Internetangebote für sinnvoll halte). Parallel zum inzwischen weitgehend kommerzialisierten Netz, das zur Vertriebsplattform für digitale Inhalte verkommt.
… also im Prinzip die Thesen, die Jan Schmidt, Christoph Neuberger und zum Teil auch Don Alphonso und Mario Sixtus vertreten.
PS: Ich hatte Köln irgendwie anders in Erinnerung. Der Mediapark war einfach nur Herbst. Kalt, windig, kaum Menschen. Showbiz schaut anders aus. An der Veranstaltung gab es nichts zu kritisieren, das äussere Setting erinnerte allerdings eher an den Space Park Bremen (RIP).
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Kommentare
Tja, der Kölner Mediapark ist insgesamt eine kalte Angelegenheit, auch wenn es warm ist.
Allerdings ist der Cinedom, das Multiplexkino im Mediapark, ein Highlight.
Bequemer habe ich in noch keinem Kino gesessen.
27.09.2005, 03:34 Uhr, #
Der Mediapark hat ja auch von Ansatz her ein komplett anderes Konzept gehabt, welches dann aber vor ca. 14 Jahren aus Gründen finanzieller Irrealisierbarkeit (neues Wort?) fallen gelassen wurde. Danach trieb er mehr oder weniger konzeptlos dahin.
Zumindest liegt er aber einigermaßen zentral.
27.09.2005, 11:16 Uhr, #
Ja, war eine nette Veranstaltung, aber das habe ich ja schon gebloggt. *g*
Beim nächsten Mal dann mit Bloggertreffen.
Ad Astra
27.09.2005, 18:44 Uhr, #