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ARD Mediathek. Versenkt.

“Na endlich”, könnte man sagen. Endlich macht auch die ARD den Schritt und bringt ihre TV-Inhalte ins Netz. Nachdem das ZDF dies mit ausgewählten Sendungen bereits seit einigen Monaten mit der zweiten Version ihrer Mediathek macht, schiebt der ARD-Sendeverbund nun seine eigene Version nach. Ebenso wie Das Erste mit einer eigenen Mediathek online geht.

Wer allerdings dachte die ARD hat vom eher mauen Vorbild ZDF Mediathek gelernt und macht es besser wird bitter enttäuscht. Lernfähig war man bei der ARD offenbar noch weniger und macht sogar einiges schlechter als der Schwester-Senderverbund.

Die “Testversion” versucht Radio und TV des ARD-Bundes gleichzeitig zu präsentieren – weshalb sie unter akuter Unübersichtlichkeit leidet – und bietet bei den TV-Inhalten vor allem eher Sendungsschnipsel als vollständige Sendungen – Beispiel: Schmidt & Pocher, plusminus. Es gibt durchaus sinnvolle Schnipselein wie die Trennung des ARD-Ratgeber nach Beiträgen oder Beckmann nach Gästen. Insgesamt allerdings kann man bei den wenigsten Sendungen die vollständige Sendung zusammen bekommen oder sehen.
Das Archiv reicht dabei trotzdem teilweise recht weit zurück – allerdings auch nur bei Sendungen, die es bereits seit längerem als Podcasts gibt. So beispielsweise bei Quarks & Co, Thadeusz und bei vielen Radio-Sendungen des Bayrischen und Südwest-Rundfunk.
Auch technisch ist die Website weit von einer richtigen Mediathek entfernt. Eher noch ist es eine Website mit Videoinhalten – ein Feature wie das wichtige Vollbild beispielsweise fehlt vollständig.

Bis zur “richtigen” Version wird die ARD Mediathek sicherlich kein Überflieger mehr werden. Zumindest den Videoplayer allerdings könnte man das Vollbild-Format beibringen – etwas, das jeder bessere Videohoster bereits implementiert hat. So bleibt bei der Mediathek nur ein dumpfes Gefühl zurück. Und der Gedanke: Schade, Chance vertan.

Vielleicht schreckt die ARD vor der eigenen Courage zurück? Die Diskussion um die Webaktivitäten der öffentlich-rechtlichen Sender ist bei den Gremien in den nächsten Monaten nicht ohne Auswirkungen vorbeigegangen. Und bevor man noch größere Diskussionen schürt übt man sich vielleicht lieber in halben Schritten? Vielleicht aber auch ist es eine Planung vorbei am – vorhandenen? – Bedarf, denn das ZDF zeigt mit seiner mediathek zumindest unter dem technischen Gesichtspunkt weit Besseres.

Die Mediathek des Ersten hingegen ist recht gelungen. Hier gibt es, was man vom ZDF gewohnt ist, inkl. einer “Quasi-Vollbild-Sicht” (im Browserfenster) – allerdings nur von Sendungen, die extra für die Mediathek bearbeitet wurden. Sendungen wie Kopfball kann man weiterhin getrost per RSS abonnieren – größer als über diesen Kanal gibt es diese nämlich in der Mediathek auch nicht. Ansonsten dürfen sich Fans der Tiger, Eisbären und Co.-Soaps ebenso wie die von Frank Plasberg freuen. Diese Sendungen und einiges mehr gibt es vollständig online.

Kommentare

  1. Vollbild? Bei der üblichen Auflösung will man das lieber nicht.

    “Zumindest den Videoplayer allerdings könnte man das Vollbild-Format beibringen – etwas, das jeder bessere Videohoster bereits implementiert hat.” – den Satz kapiere ich nicht ganz – grammatisch und inhaltlich. Was hat der Hoster mit dem Vollbildmodus zu tun? Muß das nicht eher der Player des Nutzers unterstützen?

    Jens
    12.05.2008, 18:13 Uhr, #
  2. ARD Mediathek ≠ Das Erste Mediathek

    Neben der ARD Mediathek gibt es ja auch die “Das Erste Mediathek”. Dort geht’s dann auch nur ums Fenrsehprogramm. Im Gegensatz zum ARD-Pendant finde ich sie absolut gelungen. Visuell sehr schön und in einigen Aspekten schon deutlich ausgereifter als die ZDF Mediathek.

    http://mediathek.daserste.de

    Manuel
    12.05.2008, 21:12 Uhr, #
  3. Manuel, ja. Die Mediatheken von ARD-Sendergemeinschaft und ARD-Fernsehen sind heute beide online gegangen. Ich habe einleitend nicht genügend differenziert. Sorry.

    Jens, die meisten Portale – auch ARD – setzen im Netz auf Flash-Videospieler. Und Portale wie YouTube oder Sevenload bieten an, diese als Vollbild anzuzeigen.

    Thomas Gigold
    12.05.2008, 21:48 Uhr, #
  4. Warum muss so eine Mediathek eigentlich unbedingt einen eigenen Videoplayer haben.
    Eigentlich jeder hat einen Videoplayer seiner Wahl auf seinem Rechner, der von den Funktionen wesentlich mehr bietet als diese Flashplayer (Flash hat zwar hohe Verbreitung aber deutlich unter 100% und macht auf vielen Rechnern Probleme). Warum kann ich den Browser nicht dafür einsetzen, wozu er eigentlich da ist, und für die Wiedergabe von Videos Programme einsetzen, die dafür geeignet sind?

    Die ZDF-Mediathek ist wirklich besser (obwohl sie auch Schwächen hat). Warum müssen die Gebührenzahler, die schon die ZDF-Mediathek finanziert haben, noch eine Neuentwicklung finanzieren? Da hätte es durch sinnvolle Kooperation doch sicher erhebliches Einsparpontential gegeben.

    M
    12.05.2008, 23:34 Uhr, #
  5. @Jens @Thomas:
    Das Vollbild vom Flashplayer zu nutzen ist trival und sollte für den Hersteller des Players nicht allzu aufwendig sein.

    @m: Wenn du bedenkst was der Flashplayer alles für Formate abspielen kann ist er mit Abstand der am weitesten verbreiteste VideoPlayer auf unterschiedlichen Betriebssystemen. Adobes Flashplayer bietet die Funktionen an, allerdings wird bei den meisten Seiten eine individuelle Oberfäche über diese gebaut.
    Zur Verbreitung des FP noch ein Link ( http://www.adobe.com/products/player_census/flashplayer/version_penetration.html ) oder aber auch 96.5 % (Europa, FP 9, Stand März 2008) ist nicht soweit weg von 100% .

    Viele Grüße
    kcell

    kcell
    13.05.2008, 11:06 Uhr, #

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Autor Thomas Gigold

Datum 12.05.2008, 14:03

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