Ich bin gerade ein wenig verwirrt. Letztens erst hatte ich mit jemandem darüber diskutiert, wie oft und warum Apple-Rechner in der Werbung und im Werbefernsehen platziert werden.
Nicht unbedingt von Apple selber, sondern weil Apple-Rechner einfach “cool” sind, Werber bekanntlich bevorzugt mit Apple arbeiten – und es daher für völlig normal halten, in Anzeigen, Katalogen und Clips iBooks, iMacs oder eben Powerbooks zu verwenden.
Das sei doch auffallend, so mein Gegenüber. Wirklich? Mir ist in letzter Zeit eher aufgefallen, dass auffällige Rechner-Logos in der Werbung verdeckt werden (iBook mit Aufkleber auf dem Deckel, sehr hübsch), bzw. möglichst unauffällige Rechner zum Einsatz kommen.
Und ausgerechnet heute Abend sehe ich in gleich 2 Comedy-Formaten prominent platzierte Powerbooks.
Zunächst bei den “Dreisten Drei” (Sat.1), wo im Hintergrund auch noch ein alter iMac benutzt wird …

… wenig später dann bei “Sieben Tage, sieben Köpfe” (RTL):

Zufall? Placement? Bruch im Raum-Zeit-Kontinuum?

PowerBooks sind einfach lustig.
21.05.2005, 00:22 Uhr, #
Oder lächerlich?
21.05.2005, 00:46 Uhr, #
Man schmückt sich eben exklusiv … ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass Apple dafür Geld bezahlt … wobei – möglich ist natürlich alles.
21.05.2005, 01:33 Uhr, #
die dreisten drei scheint ja ne ältere aufzeichnung zu sein – ein alter imac und ein titanium pb ist ja beides nicht mehr so bleeding edge ;)
21.05.2005, 02:44 Uhr, #
Gut gesehen. Sag mal Olaf, hast Du immer eine Digicam auf dem Couchtisch zu liegen? :-)
21.05.2005, 10:14 Uhr, #
Daniel: TV-Karte im Zweitrechner. Dort reicht dann ein beherzter Druck auf “J” für JPEG und das Bild landet auf der Platte.
21.05.2005, 10:30 Uhr, #
Achsoooo. Sehr schick.
21.05.2005, 11:42 Uhr, #
Ich kenn ein paar Köpfe von der Comedy Riege, das ist für die Status Symbol / Arbeitsgerät.
Bewusstes Placement kann ich zumindest bei denen ausschließen.
21.05.2005, 12:08 Uhr, #
Als ich studiert habe (Mediengestaltung) waren bei jedem zweiten von uns gemachten Film Powerbooks zu sehen; Der einzige Grund war der, weil sie einfach gerade in der Gegend rumgelegen sind und sicher nicht um das Ganze “trendy” zu machen. In der Branche ist nun mal ein recht hoher Anteil an Apple-Usern und so sieht man die Dinger nun mal überproportional oft in der Werbung.
Hatte sogar mal eine Zahl zu dem Thema wie hoch sich prozentuell der Anteil an Apple in Werbung und Realität unterscheidet.
Naja, sehen auch schick aus. ;-)
21.05.2005, 12:09 Uhr, #
Warum hackt man immer so gerne auf dem Placement rum? Da wird Schleichwerbung geschrieen und man echauffiert sich.
21.05.2005, 16:06 Uhr, #
Matthias: Weil Placement und Schleichwerbung eigentlich verboten sind? Man könnte sich natürlich fragen, ob dieses Verbot noch zeitgemäß ist, in einer Welt, in der man permanent mit Werbereizen überflutet werden.
Gerade da Schleichwerbung inzwischen tägliche Praxis im Mediengeschäft geworden ist, finde ich es daher durchaus interessant zu hinterfragen, warum ein Produkt im Bild auftaucht.
Andere sammeln Briefmarken …
21.05.2005, 16:40 Uhr, #
Warum hackt man immer so gerne auf dem Placement rum?
Weil der tatsächlich stattfindene Prozess erst bei Produkten so richtig offensichtlich und für jeden erkennbar wird, denke ich.
[...] finde ich es daher durchaus interessant zu hinterfragen, warum ein Produkt im Bild auftaucht.
Das meintest Du jetzt ernst? :)
Wenn Product-Placement illegal ist, dann nennt man es eben “Sponsoring” … und überhaupt – für einen Medienanwalt kann das ja wohl kein Problem sein …
21.05.2005, 20:44 Uhr, #
Und überhaupt … was hat LEGALITÄT mit sinnvoller Gesetzgebung zu tun?
Es gibt genug Beispiele die belegen wie zutiefst unmenschlich und gehirnerweichend falsch unsere Gesetze sind, noch dazu ist Legalität auch eine regionale Frage …
“Nichts ist wahr – alles ist erlaubt.”
21.05.2005, 20:56 Uhr, #
Lou: Sponsoring und Schleichwerbung sind medienrechtlich völlig unterschiedliche Dinge. Genau wie Handball und Stricken.
21.05.2005, 23:16 Uhr, #
Genau wie Handball und Stricken
Ja … aber auführend ist in beiden Fällen eine menschliche Hand, den Punkt kann doch wenigstens einstreichen, nich :) ?
22.05.2005, 00:35 Uhr, #
Product Placement ist, zumindest in der Filmbranche, ein gängiges und legales Finanzierungsmittel.
22.05.2005, 19:43 Uhr, #
Michael: Im TV ist es halt explizit verboten. Siehe Link oben.
23.05.2005, 00:32 Uhr, #
Apple ist ja nicht nur eine Marke sondern auch eine Produktgattung. Nur Apple vertreibt nun einmal Macs.
Demnach müsste man demnächst auch Telefonzellen, sämtliche Fernzüge und natürlich die Deutsche Post aus allen Werbungen und Sendungen entfernen, weil es auch Schleichwerbung sein könnte :-)
Ich finde die Debatte um Schleichwerbung stellenweise übertrieben.
23.05.2005, 19:27 Uhr, #
Ganz abgesehen davon, dass ich im konkreten Fall auch nicht an ein bezahltes Placement glaube: Den Einwand “Produktgattung” verstehe ich nicht.
Der Produzent/Werber steht ja nur seltenst vor der Entscheidung, ob er ein Exemplar aus der “Produktgattung PC” oder aus der “Produktgattung Apple” einsetzt, sondern in aller Regel, wie er am sinnigsten einen Rechner (bevorzugt Notebook, weil “modern”) im Bild/Clip bringt.
Auffällig? Unauffällig? Subjekt? Objekt? Gegen Geld? Da gibt es viele Kriterien. “Produktgattung Apple” dürfte aber eher selten sein, sofern es nicht gerade ein Apple-Spot ist ,)
Und dann gibt es sicher noch Evangelisten, die Powerbooks besetzen, damit die Welt endlich merkt, was für eine geile Maschine es ist …
Bei den Telefonzellen wird es erst dann interessant, wenn man Leute/Darsteller vor ihnen platziert. Soll vorkommen, sowas. Vielleicht nicht gerade mit Telefonzellen, eher mit Szene-Läden (Straßeninterviews, “Reportagen” z.B.)
Thomas, ihr habt doch einen guten Draht zu ProSieben, oder? Ich finde gerade bei Pro7 und im DSF gibt es durchaus die ein oder andere (externe) Produktion, die man sich mal genauer anschauen könnte.
23.05.2005, 19:53 Uhr, #
Meiner Meinung nach, ist das nicht immer “bewußtes” Product-Placement. So kamen, meinen Erfahrungen nach, auch schon Macs zum Einsatz, weil “irgendwas” gefehlt hat. Z.B. sah die Ecke in einer Fotosession noch zu leer aus, da hat man halt schnell das Powerbook des Grafikers hingestellt. Es war halt gerade am nächsten. Hätte genausogut ein x86er-Notebook sein können, aber der Grafiker hatte halt nunmal “nur” sein Powerbook ;-)
24.05.2005, 16:13 Uhr, #
Ich finde diese Diskussion serh spannend.
Auf der einen Seite ist es verboten,auf der anderen Seite ist Product Placement allgegenwärtig. Fährt im Tatort einer im BMW rum, ist das auch schon Placement. Also demnächst laufen, aber bitte barfuß.
Die interessanteste Aktion in Sachen Placement fand im Film “emailfür dich” statt. Der eine benutzte einen Win-PC, der andere einen Apple ;)
24.05.2005, 16:35 Uhr, #
In der ersten Staffel von Ally McBeal zelebrieren Ally und Georgia einen großen Starbucks-Cappuccino. Die Szene beinhaltet Close-ups und dauert mal locker eine Minute, bis beide zu einem Beinahe-Höhepunkt gelangen.
DAS nenne ich Product Placement! :-) Wobei ich mich schon wundere, warum man Cappuccino und keine Latte trinkt.. (tja ja, der bot sich gerade an)
24.05.2005, 16:55 Uhr, #
Auf der einen Seite ist es verboten,auf der anderen Seite ist Product Placement allgegenwärtig
Wenn wir ehrlich sind ist doch alles um uns herum durchzogen von Produkten und Marken die alles definieren – Branding ist überall (AOL-Arena etc.), d.h. alles wird gebrandmarkt wie beim guten alten Herdentier ! :)
Völlig normal das das Kamera-Objektiv nicht mehr daran vorbeikommt. Deshalb ist es allgegenwärtig im Fernsehen – weil es eben allgegenwärtig IST.
Die ganze gesteuerte und gebranntmarkte, menschliche Herde ist entweder zu dumm oder aber zu schlau, um zuzugeben das Produkt- und Markenplatzierungen (ob nun gegen Geld oder ohne) völlig normale – weil eben auch oft unvermeidbare – Instrumente der fortwährenden Massenkonditionierung sind.
Das sogenannte “Schneeball-System” ist ja auch illegal … warum?
Natürlich weil es BETRUG ist, aber ein anderer Grund könnte sein, das es nichts anderes als unser System der nachwachsenden Steuerzahler darstellt und man zugeben müsste das UNSER STEUERSYSTEM ein Betrug ist. :)
Wer seinen Personalausweis zur Hand hat, darf sich gerne mal das Tiersymbol auf der Rückseite anschauen, das im Stirnbereich mit dem eigenen Namen verbunden ist. (Einfach nur die Personalausweis-Rückseite auf den Kopf drehen)
Geilerweise deckt sich das Symbol des Herdentieres auf unseren Personalausweisen mit dem Logo des Massenbetriebssystems Longhorn.
Produktplacement ist ein Dreck dagegen … :)
24.05.2005, 17:53 Uhr, #
Scheint irgendwie niemand zu überraschen die Information … ;)
Bidde bidde
25.05.2005, 12:22 Uhr, #
Warum all die Aufreger? Es IST Product-Placement – und es wird auch sicher dafür bezahlt.
26.05.2005, 10:08 Uhr, #
Hoffnunglos – bei medienrauschen rauscht GARNICHTS …
so viel Potential bei so einem Thema – und was kommt bei raus … nichts, nichts und noch mal nichts.
26.05.2005, 13:45 Uhr, #
Genau das meine ich – wenn es um total beknackte Serien à la “Lindenstraße in Space ” geht labert ihr euch alle wieder das Hirn aus der Rübe, bei den wirklich relevanten Themen ist Schweigen im Walde …
… Flach. Flacher. Medienrauschen.
26.05.2005, 13:50 Uhr, #
Holger, wer regt sich denn auf? Das Lou, okay, aber wer sonst?
26.05.2005, 14:05 Uhr, #
Schade eigentlich, Lou.
26.05.2005, 18:48 Uhr, #
also ich bin wirklich alles andere als ein FAN von dem ganzen apple-stuff.
da mach ich mir natürlich immens viele Freunde im Kommunikations-Design-Studium *g*
da denken halt alle sie wären toll mit ihren iBooks und ihrem G4/G5 rumgeproll.
juckt mich herzlichst wenig – haben ja auch 2 PC bei uns in der Akademie ;)
was ich eigentlich mal berichten wollte, war der Film “Blade3 – Trinity” – oder auch “Blade3 – lass mal nen Apple-Film machen”
andauernd rennen die mit ibooks und iPods herum und posieren ihre iMacs.
ich mein das Design ist ja ganz hübsch, aber in dem Film wird schlichtweg einfach nur übertrieben.
Jessica Biel(Blickfang) trägt die ganze Zeit ihren iPod zur schau braucht ihn zur Meditation (“sie lädt noch ihren iPod auf”)und kann auch nur gegen Vampire im Kampf gewinnen, wenn ihr iPod sie mit Musik versorgt.
manmanman – mich hats wirklich genervt (zumal der Film nun echt nicht der Reißer war). Schade eigentlich – so viel Geld wie Apple da reingepumpt hat
27.05.2005, 10:55 Uhr, #
Stefan, hinter dem “Geproll” steht oft nur schlichte Begeisterung – und die ist wichtig; nicht nur im Hinblick auf Kommunikation und Design.
27.05.2005, 23:49 Uhr, #
wer regt sich denn auf? Das Lou, okay, aber wer sonst?
Keine Sorge Dirk, das Lou hat gemerkt das es hier ziemlich blutleer zugeht und sucht sich bereits einen anderen Wirt :)
Schade eigentlich, Lou.
Was ist schade? Das scheinbar nur ich mich hier über dieses oder jenes aufrege? ;)
Viel schlimmer und auch trauriger finde ich diese abgesprochen wirkende Kommentarlosigkeit bezüglich meiner Ein- und Auswürfe :)
Aber wie ihr ja wisst, man kann eben nicht nicht kommunizieren …
Bis dennsen :)
30.05.2005, 12:09 Uhr, #
Ich habe es vorhin beim Kacken auf dem Klo bemerkt, deswegen bin ich auf diese Seite gestoßen: es hat mich erschreckt und ich habe im Netz nach ein paar Stichworten dazu gesucht.
Ich hatte schon beim ersten Mal, als ich das Bild auf der Rückseite des neuen deutschuen Personalausweises gesehen habe, die Assoziation gehabt, es könne sich irgendwie um die Jungfrau Maria handeln. Und aus irgendeiner Intension heraus, habe ich mir gedagt “Was passiert, wenn man das Christentum auf den Kopf stellt?” – genau, man erhält den Teufel (wie beim Kreuz => Sakrileg). Ich drehte es um und dachte “War ja klar!”.
Es hat sicher nichts mit Longhorn zu tun oder mit Product-Placement, es ist meiner Meinung nach das, was es immer ist, wenn man Dinge wie z. B. das Pyramiden-Auge und Adam Weishaupt auf dem Dollar etc. sieht: Sie lachen über uns. Nämlich weil sie es können; Sie können die erstaunlichsten und skandalösisten Dinge überall anbringen und zeigen, ohne dass jemand erkennt, was eigentlich im Gange ist.
18.01.2006, 10:57 Uhr, #