Bei Advertising Age widmet sich Jack Neff der Frage, was passiert, wenn Facebook-Seiten von Unternehmen die eigenen Webseiten übertrumpfen. Mehr und mehr Unternehmen begeben sich mit ihren Fanseiten dank wachsender Fanzahlen in eine gefährliche Abhängigkeit von Facebook – denn weder die Inhalte, noch Fans “gehören” dem Unternehmen und lassen sich sichern.
Eine Diskussion, die hier in Deutschland durch FHM erst vor Kurzem geführt wurde – das Lifestyle-Magazin ist seit einem Monat nicht mehr mit einer eigenen Website im Netz anzutreffen, sondern nutzt ausschließlich Facebook als Web-Kanal.
Facebook & Unternehmen: Wenn Deine Fans nicht Dir gehören.
Traumjob “Spieledrehbuchschreiber”?
Mit 254.000 Besuchern ging gestern die zweite Ausgabe der Computerspiele-Messe “Gamescom” zu Ende. Das sind 9.000 Besucher mehr als im Vorjahr.
Ein Gang über die Messe macht deutlich, dass es der Computerspielbranche an facettenreichen Plots fehlt. Werke wie “Heavy Rain”, die mehr interaktiver Film als Spiel sind, bilden die Ausnahmen auf dem Spielemarkt. Das mag an der Komplexität und der Nachfrage liegen, doch auch daran, dass gute Erzähler Mangelware in der Branche sind. Spieledrehbuchschreiber sollen das jetzt ändern.
“Die können nicht einfach mein Haus ins Internet stellen!”
Google Street View ist das Thema der Woche .. kein Medium, dass nicht berichtet, Google sei mit dem “Abfotografieren ganzer Straßenzüge” die neuste Gefahr für Sicherheit und Ordnung.
Zum Ende der Panik-Woche bringt die BILD den vorzeitigen Höhepunkt der ganzen, schrägen Berichterstattung und läßt Promis erzählen, was sie von Street View halten. Die Statements sind Beweis dafür, dass die Thematik absolut nicht verstanden wurde, denn liest man sich die Drei-Satz-Meinungen durch, muss man annehmen, mittels Street View könne man zu jeder erdenklichen Zeit ein Auto durch Berlin steuern, und sehen wie Jeanette Biedermann sich nackt sonnt oder welche Spiele die Kinder von Sky du Mont gerade im Garten spielen. Und wenn sich dann selbst BILD-Redakteur Martin Wichmann am Ende dazu hinreißen lässt, zu schreiben: “Ich habe mir bewusst ein Haus gesucht, das nicht von allen Seiten einsehbar ist. Das soll jetzt nicht durch Google auf den Kopf gestellt werden”, merkt man, dass selbst Journalisten ihren Senf zu Themen abgeben dürfen, die sie absolut nicht verstanden haben …
Deutschland jagt einen Mann
Raus aus der Sommerpause, rein in eine aufmerksamkeitsheischende Medieninszenierung: Zur Rückkehr aus seiner Sommerpause hat sich die Redaktion der schwächelnden Johannes B. Kerner Show etwas einfallen lassen – eine “Menschenjagd”.
Kerner-Redakteur Sven Jachmann ist seit gestern untergetaucht und hält sich irgendwo in Deutschland versteckt. Drei Wochen will er aus der Öffentlichkeit verschwinden und trotz digitaler Spuren, die er hinterläßt, von den Zuschauern nicht gefunden werden. Wer es doch schafft bekommt 10.000 Euro Kopfgeld.
Ähnliche Spiele gab es bereits in der Vergangenheit, und seit der Millionjagd 1970 wissen wir: Es gibt jede Menge Menschen, die würden sowas nicht nur gern selbst als Gejagter machen, sondern auch noch wesentlich weiter gehen …
Sommerloch: Generation Digital Native ist uncool.
Manfred Dworschak kramt für den Spiegel eine 16 Monate alte Studie des Hans-Bredow-Instituts aus und und pflückt die Generation “Digital Native” auseinander. Dworschak mag das Ergebnis der Studie “Heranwachsen mit dem Social Web” überraschen, Realisten weniger: Pioniere gibt es unter den jugendlichen Nutzern auch nicht mehr als unter der Generation Netznutzern vor ihnen. Für die “Generation Netz” ist das Internet “einfach da” und wird auf banale Weise genutzt.
Sommerloch wahrscheinlich, dieses lange unüberraschende Stück Internet-Besserwisser-Text, in dem Dworschak u.a. auch auf die JIM-Studie von 2009 sowie Second Life eingeht.
The Life of Mark Zuckerberg
26, Nerd, Multi-Milliardär, Langweilig.
Wenn man sich als Paparazzi auf die Lauer legt um Facebook-Gründer Mark Zuckerberg durch den Tag zu begleiten stellt man schnell fest: Glamour oder für die Massen interessanter Lifestyle sieht anders aus … Valleywag zeigt, wozu keiner Lust hat es sich anzusehen: The (boring) Life of Mark Zuckerberg ;)
Ohne geschädigtes Kind keine Kinderpornografie?

Es ist nicht einfach zwischen Recht und Unrecht zu entscheiden, wenn es um Kinder-Pornografie geht. Allein die Frage wann Pornografie mit Kindern wirklich Pornografie ist und somit ein strafrechtlicher Tatbestand ist nicht einfach – wie eine überzogene(?) Aktion der Polizei in Bayern erst vor kurzem zeigte.
Richtig knifflig wird es allerdings in einem Fall, der Schwedenes Medien- und Comic-Szene derzeit beschäftigt. In dem geht es um Kinderpornografie – gezeichnete. Während es in Japan ganz normal – und nicht verboten – ist, wenn als minderjährig identifizierbare, gezeichnete Mädchen nackt auftreten oder gar Sex haben, führt selbst “virtuelle” Kinderpornografie in Schweden zur Strafverfolgung. Das musste jetzt ein (in den schwedischen Medien nicht benannter) Übersetzer japanischer Anime feststellen. Auf dessen Computer fand die Staatsanwaltschaft Upsala 51 Zeichnungen, die gezeichnete, freizügige Szenen mit jugendlich wirkenden Mädchen zeigten. Dafür wurde der Mann mit einem Urteil vom 30. Juni verurteilt wegen des Besitzes und Konsums von Kinderpornographie.
Der Anwalt des Übersetzers, Leif Silbersky, argumentiert die gezeichneten pornographischen Comics seien keine Kinderpornographie, schließlich seien es keine realen Abbilder – und es sei kein Kind zu Schaden gekommen.
Die Grenzen zwischen Kunst, Kommerz und Recht sind schon immer schwierig und nebelig. Und während die meisten Medien, sogar der politisch eher mitte-rechts zugeordnete Expressen, die Argumentation des Anwalts unterstützen, ist die Frage, die der Prozess aufwirft durchaus gestattet. Wo hört illegale (Kinder-)Pornographie auf – mit welchem Pinselstrich, welchem Pixel?
Mehr zum Fall bei taz.de, die auch Stimmen aus Schweden darstellt.